Sound Good: 10 grossartige Bond-Titelsongs, die abgelehnt wurden

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Ich bin ein grosser Soundtrack-Freak und zähle die musikalische Untermalung eines Films oder einer Serie zu den wichtigeren Kritikpunkten des cineastischen Erlebnisses – nicht jeder kann das nachvollziehen. Für die, denen solche Namen wie Harry Gregson-Williams oder Ramin Djawadi nun aber nicht spanisch vorkommen, ist diese Kolumne, die ich hier schreiben darf. Aber auch für alle anderen, die sich für die Materie der Filmmusik interessieren.

Unter dem Label Sound Good werde ich mich mit Soundtracks befassen – in jeder möglichen Form. Dazu zählen auch Titelsongs zu Filmen – allen voran zu den Filmen der James Bond Reihe. In der Folge die zehn besten Bond-Titelsongs, die die Macher der Filme ablehnten.

ANTHONY NEWLEY – GOLDFINGER
(GOLDFINGER – 1964)

Die Lyrics für das ikonische Titelstück, das von Shirley Bassey gesungen wurde, schrieben Leslie Bricusse und Anthony Newley. Letzterer sang das Stück dann auch ein, man entschied sich aber gegen seine jazzige Variante, und für Bassey. Eine vertretbare Entscheidung, auch wenn Newleys Version durchaus Seele hat – nur lange nicht soviel wie jene von Dame Shirley Bassey.

http://www.youtube.com/watch?v=1pyJd_rFrlo

JOHNNY CASH – THUNDERBALL
(THUNDERBALL – 1965)

Was man sich gedacht hat, als man Johnny Cashs fetziges Titelstück knapp vor dem Release des Films ablehnte, das kann wohl niemand nachvollziehen. Andererseits hätten wir dadurch Tom Jones’ umwerfenden Titelsong nicht, was auch eine Schande wäre. Dennoch – es braucht Mut, so etwas mit Johnny Cash abzuziehen.

http://www.youtube.com/watch?v=YmUriQ_PJjY

ALICE COOPER – THE MAN WITH THE GOLDEN GUN
(THE MAN WITH THE GOLDEN GUN – 1974)

Der “Schockrocker” hatte es auch versucht, so sagt er zumindest. Wirklich klar ist das nicht. Seine Version ist deutlich rockiger, als alle bisherigen Songs, und vermutlich war es dieser Aspekt, der die Macher an der Qualität zweifeln liess. Wenn es Cooper etwas weniger verspielt versucht hätte, wäre dieser Rockopener aber durchaus ernstzunehmende Konkurrenz für den Track, den Lulu damals einspielte.

http://www.youtube.com/watch?v=R500VKA9-Zo

BLONDIE – FOR YOUR EYES ONLY
(FOR YOUR EYES ONLY – 1981)

Blondie waren so genervt, als ihnen die Bond-Macher sagten, dass ihr Titelsong nicht akzeptiert würde, und sie stattdessen einen von Bill Conti geschriebenen singen sollten, dass sie aus dem Projekt ausstiegen. Stärker als das fade Sheena Easton-Gesäusel ist dieser gute 80er-Mix aus heftigen Passagen und eingängigen Refrains allemal und so zählt diese Abfuhr zu den grössten Enttäuschungen in Titelsong-Hinsicht.

http://www.youtube.com/watch?v=4BFbx8CWPcw

ACE OF BASE – THE JUVENILE (aka. THE GOLDENEYE)
(GOLDENEYE – 1995)

Ace of Base waren zum Zeitpunkt von Pierce Brosnans Einstieg ins Bond-Business eine grosse Nummer, weshalb ihr Plattenlabel befürchtete, ein Flop des Films würde ein schlechtes Licht auf die Band werfen. Der Rest der Geschichte ist bekannt, Tina Turner übernahm (mehr dazu beim nächsten Song) und erlebte einen zweiten Frühling – zumindest karrieretechnisch. Ace of Base schrieben den Song um und veröffentlichten ihn sieben Jahre später als The Juvenile. Vermutlich haben sie nur “The GoldenEye” in den Lyrics zu “The Juvenile” geändert. Würde Sinn machen. Und ich bin überzeugt, der Track wäre eine sichere Nummer gewesen, umso mehr angesichts des Erfolgs der Band damals.

http://www.youtube.com/watch?v=B3jBelJgFiw

SWAN LEE – TOMORROW NEVER DIES
(TOMORROW NEVER DIES – 1997)

Sehr ähnlich wie das letztliche Titelstück, gerade im Refrain, kommt der Beitrag der Dänen von Swan Lee daher – ist dabei aber etwas gar repetitiv und wird dadurch etwas gar öde. Mit richtiger Behandlung wäre der Titel aber eine Bombe gewesen, und hätte dem Film ganz gut getan.

STRAW – THE WORLD IS NOT ENOUGH
(THE WORLD IS NOT ENOUGH – 1999)

Eine Anspielung an Shirley Basseys “Kiss Kiss Bang Bang” erlaubten sich Straw mit ihrer Hymne an James Bond, die sich nicht allzu sehr von dem Track, den Garbage schliesslich einspielten, unterscheidet. Allgemein wäre der Song auch solide, es gibt da nur ein Problem – Garbage hat den Song aufgenommen, fertig. Schluss, aus. Es gibt keine anderen Bands, wenn man Garbage hat.

http://www.youtube.com/watch?v=PRrL3d4qrMo

RED FLAG – BEYOND THE ICE
(DIE ANOTHER DAY – 2002)

Einer der besten abgelehnten Titel schickten Red Flag ins Rennen und orientierten sich sowohl am Arbeitstitel des Films, als auch am Plot über Verrat und Intrige, sowie den vielen Anspielungen auf alte Filme. Und natürlich musste man Madonna den Vorrang geben… ach, ich lass das Gemeckere lieber.

http://www.youtube.com/watch?v=OxiOuDsg20U

EVA ALMÉR – FOREVER ALONE (I AM ALL YOURS)
(QUANTUM OF SOLACE – 2008)

Der Song der eher unbekannten Schwedin soll keine Anspielung auf etwaige Memes sein, sondern den Plot der ersten Daniel Craig-Filme aufnehmen. Gerüchten zufolge sollte dieser Song von Amy Winehouse gesungen werden, da dazu aber jegliches Statement fehlt, muss man diese Aussage mit Vorsicht geniessen. Aber auch so, und ohne Drogen, ist der Track eine Wucht.

http://www.youtube.com/watch?v=zg2dXY9TOKA

SHIRLEY BASSEY – NO GOOD ABOUT GOODBYE
(QUANTUM OF SOLACE – 2008)

Was wäre das für ein Ding gewesen – Shirley Bassey, die Dame, wenn es darum geht, Bond-Stücke zu singen, hatte einen Song für den letzten Bond-Film produziert. Geschrieben von David Arnold. Was konnte da schiefgehen? Ach ja, genau. Die Idee der Macher, mit den vergangenen Filmen abzuschliessen, und eine neue Reihe zu starten. Da passte Bassey natürlich nicht ins Konzept. Schade, das wäre ein wunderbares Stück gewesen.

http://www.youtube.com/watch?v=dAHu_ZKWcCQ