Glossar: Found Footage Filme
Found Footage (gefundenes Filmmaterial) ist ein relativ neues Genre. Darunter versteht man Filme, die aus vermeintlich gefundenem Filmmaterial bestehen.
Bekannte Beispiele sind THE BLAIR WITCH PROJECT, CLOVERFIELD oder die erfolgreiche PARANORMAL ACTIVITY Reihe. Found Footage Filme zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass die Bilder in der Regel mächtig verwackelt daherkommen, um den Eindruck von Amateueraufnahmen zu vermitteln, des weiteren sterben im Film diejenigen, die die Filmaufnahmen machen in der Regel, denn nur dadurch können die Videos später von jemanden “gefunden” werden. Drittes, und für die Filmstudios wertvollstes Merkmal: die Herstellung eines Found Footage Filmes ist – für Hollywood-Verhältnisse – praktisch gratis. Die Gewinnmargen sind gigantisch. THE BLAIR WITCH PROJECT hatte ein Budget von ca. 60’000 Dollar!! Dem gegenüber stehen weltweite Kino-Einnahmen von astronomischen 249 Mio. Dollar.
Kein Wunder also erlebt dieses ehemalige Horror-Subgenre einen wahrhaften Boom und entwickelt sich langsam aber sicher weg vom Horror zum Subgenre in allen möglichen Disziplinen: von der Love Story bis zum inspirierenden Sportfilm. Dem Einsatz von Found Footage Material sind keine Grenzen gesetzt.
Obwohl noch mit dem Horrorgenre verwandt, ist der GODZILLA-Abklatsch CLOVERFIELD (2008) von Regie-Meister J.J. Abrams (STAR TREK, LOST) dennoch eher dem Sci-Fi Genre zuzuordnen. Somit war der erste Schritt weg vom Horror-Metier getan.
Mit PARANORMAL ACTIVITY 3, APOLLO 18 und THE DEVIL INSIDE sind es zwar in letzter Zeit nach wie vor die Horrorfilme, die mit “gefundenem Filmmaterial” punkten wollen, doch mit CHRONICLE und PROJECT X stehen bereits Filme in den Startlöchern, die dem Superhero/Drama, resp. dem High-School-Comedy Genre angehören.
Der Zenit scheint noch nicht erreicht, also wird die Kuh gemelkt, solange sie noch Milch her gibt.
Die US-Top 10 der erfolgreichsten Found Footage Filme (inflationsbereinigt)
Quelle:
Box Office Mojo
Stand:
10.01.2011
























Also CLOVERFIELD als Found Footage Film zu bezeichnen ist schon irgendwie lächerlich…
Es ist ein Found Footage Film. Es ist eher lächerlich, dass CLOVERFIELD überhaupt als Film bezeichnet werden darf. J.J. Abrams hat sich mit diesem Stück Schrott echt keinen Gefallen getan. Dafür hat er sich später mit STAR TREK gleich doppelt rehabilitiert.