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Posted 12-08-2012 by Cem Topçu in Sidekicks
 
 

Glossar: Blockbusters – was bedeutet dieser Begriff überhaupt und woher stammt er?

Filmpremiere: JAWS (1975)
Filmpremiere: JAWS (1975)

Viele unserer Leser denken beim Begriff Blogbusters sofort an die legendären Geisterjäger, die Ghostbusters. Dabei ist Blogbusters ein einfaches Wortkonstrukt. Ein Mashup zwischen den beiden Begriffen Blog und Blockbusters.  Doch was sind Blogbusters überhaupt genau und woher stammt dieser Begriff?

Wer in der deutschen Wikipedia den Begriff “Blockbuster” nachschlägt, erhält verwirrende und teilweise falsche Informationen. Die englische Wikipedia macht das schon besser. Für diejenigen, die kein englisch sprechen, sorgen wir bezüglich der spannenden Entstehungshintergründe dieses Begriffs für Aufklärung.

Hintergründe

Der Begriff “Blockbuster” ging in den frühen Vierzigerjahren durch die amerikanische Presse und beschrieb eine der grössten Luftbomben seiner Zeit. Eine einzige dieser Bomben vermochten einen ganzen Häuserblock zu zerstören (to bust a block, einen Block sprengen). Später wurde der Begriff bildlich verwendet, für etwas das grosse Auswirkungen (Impact) auf die Öffentlichkeit hatte. Trotz verschiedener Theorien, in welchem Zusammenhang “to bust a block” zuerst verwendet wurde, entwickelte sich der Ausdruck mit der Zeit als ein Weg um einen Hit zu beschreiben und das auch ausserhalb des Film- und Theater-Genres  (z.B. für vielverkaufte Bücher und Games).

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Original JAWS-Poster

In Sachen Film wurden in den USA verschiedene Begriffe verwendet um einen Hit zu beschreiben. In den 1970ern waren dies unter anderem folgende: spectacular (The Wall Street Journal), super-grosser (New York Times) und super-blockbuster (Variety). 1975 wurde der Begriff “Blockbuster” in der Presse mehrfach in Zusammenhang mit Steven Spielbergs JAWS (DER WEISSE HAI) verwendet und als etwas neues, als kulturelles Phänomen, wahrgenommen. Das Publikum interagierte mit solchen Filmen, sprach danach über sie und ging – der Spannung wegen – wieder und wieder ins Kino um sie zu sehen.

Die Blockbuster-Ära des New Hollywood

Bevor DER WEISSE HAI in jenem Sommer des Jahres 1975 zum bis damals grössten Kassenschlager aller Zeiten geriet, wurden Filme wie QUO VADIS, DIE ZEHN GEBOTE, VOM WINDE VERWEHT und BEN HUR aufgrund ihres hohen Einspielergebnisse als Blockbusters bezeichnet. DER WEISSE HAI hingegen, wird als erste Film der New Hollywood “Blockbuster Ära”, mit seiner aktuellen Bedeutung im Sinne einer Genre-Bezeichnung, betrachtet. Es festigte auch den Sommer-Blockbuster-Trend, bei der die grossen Hollywood-Studios und Filmverleiher deren komplette jährliche Marketingkampagnen um einen grossen 4. Juli Release herum planten.

DER WEISSE HAI spielte alleine in Nordamerika stolze 260 Mio. Dollar ein. Inflationsbereinigt entspricht das heute enormen 1,027 Mia. Dollar (z.Vgl.: AVATAR, 769 Mio. Dollar). Lange Zeit danach war die Überschreitung der magischen 100 Mio. Dollar  Grenze der Zeitpunkt, ab dem man von einem Blockbuster sprach. Doch schon frühere Filme wie VOM WINDE VERWEHT (1939) und THE SOUND OF MUSIC (1965) überschritten diese Marke mit Leichtigkeit.

Nach dem Erfolg von DER WEISSE HAI, versuchten viele Hollywood-Produzenten ähnliche “Event Filme” zu produzieren, die allesamt ein breites Publikum – den Mainstream – ansprechen sollte. Die Studios begannen immer weiter anschwellenden Filmbudgets grünes Licht zu geben und verliessen sich auf massive Werbekampagnen, die einen erfolgreichen Kinostart garantieren sollten. Spielberg und sein Regiefreund George Lucas (dessen 1977 erschienener Film STAR WARS den erfolgreichsten Film seines Jahrzehnts markierte) sind die Filmemacher, die am öftesten mit dem Beginn der Blockbuster Ära in Verbindung gebracht werden.

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STAR WARS Premiere 1977

Erneuter Wandel des Begriffs Blockbusters

Obwohl der Begriff “Blockbuster” ursprünglich durch die Zuschauerreaktionen und Einnahmen definiert wurde, wurde der Begriff zum Sinnbild von hochbudgetierten Produktionen, die es – mit flankierenden Merchandising-Artikeln- auf die Massen abgesehen hatten. Die Definitionsmerkmale für einen Blockbuster waren: Produktionsbudget undMarketinaktivitäten. Erfolg und die Popularität des Films wurden – zumindest hinsichtlich Blockbuster-Bezeichnung – zweitrangig. Dementsprechend wurden die Filme dann auch vermarket. Dabei hing das finanzielle Schicksal von so manchem Filmstudio und Verleiher vom Erfolg solcher Blockbuster ab.

Aufgrund dieser Vermarktungsmethoden wurde es möglich, dass Filme wie LAST ACTION HERO (1993) oder GODZILLA (1998) für beides gleichzeitig stehen: Blockbuster und Box-Office Desaster.

Kritik an der Blockbuster-Mentalität

Kritische Stimmen prangern an, dass der Druck einen Blockbuster zu schaffen mittlerweile so gross ist, dass dabei jegliche Kreativität stirbt. Nicht zu unrecht: mit dem New Hollywood verschwand praktisch auch das Autoren-getriebene, künstlerischere aus den grossen Kinosälen und spielt jetzt unter dem Arthouse-Tag vor viel kleinerem Publikum. Mit den steigenden Produktionskosten, sind die Studios immer weniger bereit irgendwelche Risiken einzugehen, wodurch Blockbusters jeweils auf den kleinsten gemeinsamen Nenner für den Massenmarkt gebracht werden.  In diesem Zusammenhang begann Hollywood uns auch mit einer Schwemme an Sequels, Prequels, Spin-Offs und dergleichen zu fluten. Maximale Gewinnaussichten bei minimalem Risiko.

Quellen: Wikipedia, Box Office Mojo


Cem Topçu

 
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