Gastbeitrag: Was man über die kommenden Filme über Steve Jobs wissen muss

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Nachdem Apple-Legende Steve Jobs am 5. Oktober 2011 verstorben war, dauerte es nicht lange und es wurden gleich zwei Filme über das IT-Genie angekündigt. Für Blogbusters war es naheliegend, unseren Kollegen Renato Mitra, Gründer und Inhaber von ApfelBlog.ch darum zu bitten, seine Ansicht über die beiden Projekte bei uns kundzutun. Daraus entstand dieser Gastbeitrag von einem wahren Apple- und Steve Jobs-Kenner.

Kaum war die offizielle Biographie von Steve Jobs, dem Gründern und Retter von Apple, beim Buchhändler erhältlich haben sich auch schon zwei Filmstudios mit der Verfilmung angekündigt. Seither sind einige Monate verstrichen. Mal schauen wie es um die beiden biographischen Verfilmungen steht.

JOBS

Die meisten Schlagzeilen dürfte bisher der Film JOBS gemacht haben, der jüngst seine Uraufführung am Sundance Filmfestival feierte und dort nur auf mässig Begeisterung stiess. Regie führt Joshua Michael Stern und das Skript hat Matt Whiteley geschrieben, beides noch eher Unbekannte im Filmgeschäft. Der Film hat nicht den Anspruch das ganze Leben des inzwischen verstorbenen Apple-Gründers zu zeigen, sondern lediglich den Aufstieg vom Hippie zum erfolgreichsten Unternehmer.

Insbesondere die Besetzung der Rolle von Steve Jobs hat für aufsehen gesorgt. Mit dem neuen “Two and a Half Men”-Star Ashton Kutcher hat sich der Regisseur Stern ein Ebenbild von Jobs ins Team geholt wie auch die unzähligen Vergleichsfotos im Internet zeigen:

Ashton Kutcher als Steve Jobs Ashton Kutcher als Steve Jobs Ashton Kutcher als Steve Jobs Ashton Kutcher als Steve Jobs

Letzte Woche dann erschien die erste Filmszene vom kommenden Film. Die Aufregung war gross, denn die Erwartungen an den Film sind es eben so. Am 19. April soll die Premiere in Amerika statt finden.

Aber so gross der Aufschrei im Internet auch war, genau so gross war die Enttäuschung danach. Kein geringerer als Steve Wozniak, der noch lebende Mitbegründer von Apple, hat die Szene ebenfalls gesehen und war enttäuscht. So sehr, dass er auch gleich einen Kommentar bei dem Online Magazin Gizmodo hinterliess und später noch ein Mail hinter her sendete an die Redaktion:

Totally wrong. Personalities and where the ideas of computers affecting society did not come from Jobs. They inspired me and were widely spoken at the Homebrew Computer Club. Steve came back from Oregon and came to a club meeting and didn’t start talking about this great social impact.

Demnach hat in Wirklichkeit weder das Gespräch mit diesen Beteiligten statt gefunden, noch an diesem Ort. Allerdings relativiert Wozniak auch gleich wieder und sagt, dass es ja nur eine Szene sei und der Film wohl eher den Anspruch habe zu unterhalten als die Wirklichkeit abzubilden.

Tatsächlich stehen die Zeichen für den Film jOBS nicht so gut. Joshua Michael Stern hat bisher kaum nennenswerte Filme hervorgebracht, der Produzent Mark Hulme ist in Hollywood ein unbeschriebenes Blatt und das Skript stammt von einem unbekannten Matt Whiteley. Der Film dürfte seichte Unterhaltung mit Lobeshymnen auf Steve Jobs liefern. Sehr wahrscheinlich werden kritische Sichtweisen kaum vorkommen und wie Wozniak schon bemerkt hat, wird man sich daher auch nicht immer an die Wirklichkeit halten. Die einzigen Vorteile von jOBS sind, dass der Film vor der Konkurrenz in die Kinos kommt und die Starbesetzung durch Ashton Kutcher und Matthew Modine.

Jobs-Biography von Sony Pictures

Über den zweiten Film ist nicht sehr viel bekannt. Man weiss lediglich das sich Sony die Filmrechte an der offiziellen Jobs-Biography von Walter Isaacson gesichert hat. Man geht davon aus, dass der Unterhaltungskonzern dafür mindestens eine Million Euro bezahlt hat. Für das Drehbuch soll Aaron Sorkin zuständig sein, welcher auch schon für The Social Network das Drehbuch geschrieben hat. Sorkin meldete sich auch schon zu Wort und verkündete, dass seine Version sehr anspruchsvoll werden solle und aus lediglich drei Szenen bestehen wird.

Das es beim zweiten Filmprojekt kritischer zu und her gehen könnte, dafür dürfte Steve Wozniak sorgen. Dieser wurde von Sony nämlich als Berater für den Steve Jobs Film angestellt. Andererseits hat Aaron Sorkin sich bei The Social Network auch nicht ganz an alle Fakten gehalten und Sorkin selber hat schon angekündigt, dass das Buch nicht Seite für Seite ab gefilmt werden kann:

It can’t be a straight ahead biography because it’s very difficult to shake the cradle-to-grave structure of a biography.

Sofern Steve Wozniak seine Rolle als Berater und Zeitzeuge gut macht, so dürfte die Verfilmung von Sony viel näher an der Wahrheit sein als jOBS. Wir dürfen aber über die Besetzung des zweiten Films wirklich gespannt sein, denn einen weiteren Doppelgänger von Steve Jobs dürfte auch Sony nicht so schnell finden.

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Gastbeitrag von Renato Mitra, Chefredakteur von ApfelBlog.ch.

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