Filmtipps: Die besten Filme passend zu den Olympischen Winterspielen

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Die besten Filme, die sich um die Olympischen Winterspiele drehen, handeln von den Underdogs, die ihr Leben riskiert und die Welt überrascht haben… und Will Ferrell, der mit seinem Schritt voran über das Eis gleitet.

Was gibt es besseres, als sich während der Olympischen Winterspiele mit Filmen in Stimmung zu bringen (oder zu halten), indem man zwischendurch Filme schaut, die von besondereren Momenten an vergangenen Olympiaden erzählen oder aber sich darüber lustig machen? Egal, ob für die ganze Familie, schwarzhumorige Komödie oder inspirierendes Sportdrama – es ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Mit unseren Filmtipps zu Disziplinen wie Eiskunstlauf, Skispringen, Bobfahren und Hockey ist diese Winter-Olympiade bereits jetzt ein voller Erfolg.


I, Tonya (2017)

Genre: Schwarze Komödie
Sportart/Disziplin: Eiskunstlauf
Realität oder Fiktion? Basiert auf wahren Begebenheiten

Die Bilder gingen Mitte der 90er Jahre um die Welt: wie die zarte Eiskunstläuferin Nancy Kerrigan nach einem hinterhältigen Angriff auf ihr Knie verzweifelt in die Kameras weinte, und ihre erbitterte Rivalin Tonya Harding ein paar Wochen später an den olympischen Winterspielen in Lillehammer fast ebenso verzweifelt die Sportrichter um Gnade anflehte, als ein Problem mit ihren Schnürsenkeln sie zum Abbruch ihrer Kür zwangen. I, Tonya beginnt in der frühen Kindheit von Harding, und zeigt, wie falsche Entscheidungen zusammen mit Schicksalschlägen und einem schwierigen Umfeld ein Leben nachhaltig prägen können. Der Höhepunkt ist der “Vorfall” vor den Spielen 1994, wie ihn die Beteiligten nennen, und die Verwicklungen von Harding in den Angriff auf Kerrigan. Die Wahrheit wird auch dieser Film nicht ans Licht bringen, dafür liefert er die Geschehnisse aus den Blickwinkeln der verschiedenen Beteiligten, und lässt diese für sich sprechen. Im Dokustil aufgebaut überrascht I, Tonya mit einer Geradlinigkeit, bei der aber auch der Humor nicht zu kurz kommt.

Eine düstere Komödie, aussergewöhnlich inszeniert: I, Tonya ist ein rasanter Ritt zurück in die Sportwelt der frühen 90er Jahre: überdreht, bunt und mit einer grossartigen Margot Robbie.


Mehr zum Thema: I, Tonya Review lesen


Cool Runnings – Dabei sein ist alles (1993)

Genre: Familienkomödie
Sportart: Bob
Realität oder Fiktion? Basiert auf wahren Begebenheiten

Obwohl Cool Runnings auf tatsächlichen Ereignissen von den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary, Kanada, basiert, ist diese Sportkomödie viel mehr ein vergnüglicher Plausch für die ganze Familie als ein Sportdrama für Erwachsene. Die Handlung basiert lose auf der wahren Geschichte der ersten jamaikanischen Bob-Nationalmannschaft, die jemals an Olympischen Winterspiele teilgenommen hat.

Cool Runnings hebt sich vor allem mit seinen charmanten Darbietungen, dem leichtem Humor, den positiven Botschaften und seiner inspirierenden und motivierenden Stimmung von den zahlreichen formelhaften Sportfilmen ab.


Eddie the Eagle: Alles ist möglich (2016)

Genre: Drama/Komödie
Sportart: Skispringen
Realität oder Fiktion? Basiert auf wahren Begebenheiten

Eddie the Eagle lässt sich perfekt im Doppelpack mit Cool Runnings schauen, denn beide Filme erzählen – jeder auf seine eigene coole Weise – mehr oder weniger dieselbe Geschichte. Auch die Geschichte von Michael „Eddie the Eagle“ Edwards ist zwar für Hollywood dort und da etwas aufgehübscht, dramatisiert oder überzeichnet worden, doch im Kern ist sie absolut wahr. Der kurzsichtige, in seiner Kindheit schwer gehbehinderte Michael „Eddie“ Edwards hat es tausendfach gehört. Und das, sind wir ehrlich, zu Recht: der schlaksige Tollpatsch mit Brillengläsern so dick wie Flaschenböden soll das Zeug zum Spitzensportler haben? Entgegen aller Widrigkeiten macht sich Eddie (grossartig und mit viel Herz dargestellt von Taron Egerton) als Schanzenspringer auf den Weg zu den olympischen Spielen in Calgary 1988. Zur Seite steht ihm, wenn anfangs auch nicht ganz freiwillig, der ehemalige Skisprung-Superstar Bronson Peary (Hugh Jackman). Edwards lässt sein Ziel nicht aus den Augen, glaubt den Kritikern kein Wort und kämpft für seinen olympischen Moment.

The Eagle has landed, und zwar mitten ins Herz: Harmlos, humorvoll und mit einer grossen Prise Herzlichkeit. Eddie the Eagle erzählt eine Underdog-Story die zeigt, dass man nicht gewinnen muss, um ein grosser Sieger zu sein.


Mehr zum Thema: Eddie the Eagle Review lesen


Miracle – Das Wunder von Lake Placid (2004)

Genre: Drama
Sportart/Disziplin: Eishockey
Realität oder Fiktion? Basiert auf wahren Begebenheiten

Diese bewegende Geschichte erzählt die wahre und (natürlich) mit viel Pathos erzählte Geschichte des Amerikanischen Eishockey-Teams von den Olympischen Spielen 1980 in Lake Placid. Die USA waren vom Vietnam-Krieg gezeichnet, befanden sich mitten im Kalten Krieg mit der damaligen Sowjetunion (UdSSR), das Land war wirtschaftlich ausgezehrt und obendrein herrschte noch eine weltweite Ölpreiskrise. Das Volk brauchte etwas Aufbauendes und Helden, mit denen man sich identifizieren konnte. Und es wäre keine typisch amerikanische Geschichte, wenn diese Helden nicht in Form des Underdogs, des grossen Aussenseiters, erschienen wären. Vor heimischem Publikum gewann das Eishockeyteam der USA völlig unerwartet eine Goldmedaille. Ein sensationeller Sieg über die UdSSR machte dies möglich. Dieser Sieg ging als „Miracle on Ice“ in die Geschichte ein.

Nicht nur für Hardcore-Eishockey-Fans der perfekte Film. Es ist eine (sicherlich klischeehafte) Cinderella-Geschichte, die unter Kurt Russells Führung zu einem inspirierenden Feelgood-Movie mit nostalgischer Güte getragen wird.


Die Eisprinzen (2007)

Genre: Komödie
Sportart/Disziplin: Eiskunstlauf
Realität oder Fiktion? Alles frei erfunden (mit vielen Inspirationen aus der Realität)

Dieser Film sticht insofern von den anderen hinaus, als dass es sich um den einzigen handelt, der keinen realen Hintergrund hat. Genau genommen, spielt die Handlung auch nicht während den Olympischen Winterspielen ab, sondern beginnt bei den fiktiven Welt-Winterspielen 2002 in Stockholm. Natürlich sind diese an die Olympischen Spiele angelehnt und auch viele Details, Anspielungen und Szenen aus dem Film wurden von echten Begebenheiten inspiriert. Die bittere Rivalität zwischen  Einzellauf-Meister Chazz Michael Michaels (Will Ferrell) und Jimmy MacElroy (Jon Heder) erinnert an jene zwischen Tonya Harding und Nancy Kerrigan (siehe I, Tonya). Doch Die Eisprinzen (Originaltitel: Blades of Glory) parodiert auch andere Filme wie Liebe und Eis (The Cutting Edge) und bietet so einiges für die Lachmuskeln.

Dank der gelungenen Darbietungen von Will Ferrell und Jon Heder als bittere Rivalen, die zu Team-Kameraden werden – schafft es Die Eisprinzen, all die inspirierenden Sportdramen mit nicht minder inspirierter Hingabe zu parodieren.