Filme, die alle lieben! …nur ich nicht – Teil 6

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Etwas Gutes hat es ja, wenn man wie ich konsequent alle Filme zu Ende schaut, seien sie noch so miserabel. Immerhin hab ich dann wieder Futter für spannende Filmdiskussionen.

Mit dem ersten Teil der Artikelreihe “Filme, die alle lieben! …nur ich nicht” habe ich im Juli 2011 den BLOGBUSTERS Filmblog eröffnet. Nach fünf Teilen hatte ich eine Schreibblockade. Just Kidding! Aber die Puste war – zumdindest was diese Reihe betrifft – vorläufig mal draussen.

Nachdem ich aber diesen unsäglichen The Tree of Life gesehen hatte (brauchte aber mehrere Anläufe zum Fertigschauen!), hatte ich den perfekten Film für Teil 6 gefunden.

The Tree of Life (2011)

Poster: THE TREE OF LIFE (2011)

The Tree of Life

IMDb Rating: 
Rotten Tomatoes Score: Rotten Tomatoes: FRESH 85%
OutNow.CH Bewertung: Bewertung: 3.5 (33 Bewertungen)

Das Drama, für das [Terrence] Malick auch das Drehbuch verfasste, verbindet eine Familientragödie aus Texas mit der Geschichte des Universums. Die Familiengeschichte wird fragmentarisch aus der Sicht des erwachsenen Sohnes (gespielt von Sean Penn) erzählt, mit Natur- und Trickaufnahmen kombiniert und mit existenziellen Fragen aus dem Off unterlegt. (Wikipedia)

The Tree of Life Trailer

Die Story, die alle lieben

Das Weltbild von Jacks Eltern ist sehr unterschiedlich und radikal. Seine fürsorgliche Mutter vermittelt ihm inbrünstig Werte wie Liebe und Vergebung. Sein Vater lehrt ihn, immer zuerst auf sich selbst zu schauen. Gefangen im Loyalitätskonflikt versucht der 11-jährige Jack zu schlichten. Doch bald beginnt für ihn ein schmerzlicher Leidensweg zwischen Krankheit und Tod.
Eine grossangelegte und sehr eindrückliche Rückblende steuert uns vom Ursprung der Welt über die gesamte Evolution bis hin zum Tag, an dem Jack ein erwachsener Mensch ist. Es ist eine Reise von Jacks Selbsterkenntnis — er lernt dabei die Welt und das Leben zu schätzen und verzeiht seinem strengen Vater.
THE TREE OF LIFE ist eine Geschichte der Hoffnung, die den Alltag eines ganz normalen Jungen zeigt und uns über die Wahrheit über uns selbst — vor allem aber über die uneigennützige Liebe — lehrt. (AscotElite)

Nur ich nicht

Filmszene: THE TREE OF LIFE (Sean Penn)

Ein wirr umherstreunender Sean Penn

Ein komischer Kauz, dieser Terrence Malick (Regisseur von THE TREE OF LIFE). Einmal wartet er 10 Jahre bis er einen neuen Film rausbringt, einmal bringt er in einem einzigen Jahr gleich drei Filme gleichzeitig raus. Für mich war Malick immer so eine Art Mini-Kubrick. Aber er ist weit mehr als ein komischer Kauz: Terrence Malick spinnt! In THE TREE OF LIFE sieht man 40 geschlagene Minuten Quallen beim Quallen sein zu oder erfährt ohne eine einzige Dialogzeile, wie die Welt entstanden ist. 40 Minuten lang spielt man mit dem Gedanken, die Fernbedienung in die Hand zu nehmen und dieser grausamen Quallen-Qual ein Ende zu setzen. Als dann irgendwann einmal doch noch gesprochen wird, flüstert ständig eine weibliche Stimme aus dem Off irgendwelches unverständliches Zeugs. Da hab ich mich doch gleich beim “Fuck You, Bitch!” zurückflüstern ertappt.

Fazit

Da wird ein Film in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet, von Filmstudenten, Kritikern und Philiosophen rund um den Erdball mit Lob überhäuft und wir Simple Minds können es 138 Minuten lang nicht fassen, dass ein wirr umherstreunender Sean Penn das absolute Highlight des Films sein soll. Da hätte ich mir liebend gerne stattdessen zweimal nacheinander Battleship reingezogen!

Besser

TAKE SHELTER (2011), DAS LEBEN IST SCHÖN (1997), RESERVATION ROAD – EIN EINZIGER AUGENBLICK (2007), DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON (2008)