Die grössten Filmflops und Enttäuschungen 2015

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2015 war von vornherein als das Kinojahr Jahr der Superlative geplant. Doch nicht alle Filme konnten den in sie gesetzten Erwartungen gerecht werden, im Gegenteil, die Floprate scheint dieses Jahr besonders hoch zu sein.

Megahits und Megaflops: 2015 war das Jahr der krassen Gegensätze

Das Kinojahr 2015 hatte gleich mehrere weltweite Megahits. Mit Jurassic World, Furious 7Avengers: Age of Ultron und Minions, konnten sich gleich vier Filme in die Liste der Blockbuster eintragen, die weltweit über 1 Milliarde US-Dollar einspiel konnten. Mit Star Wars: Das Erwachen der Macht steht bereits der nächste Film in den Startlöchern, der definitiv ebenfalls noch auf dieser Liste drauf stehen wird. Auf der anderen Seite des Spektrums gab es jedoch eine ungleich längere Liste an Enttäuschungen und Filmflops.

Ob ein Film letztlich tatsächlich profitabel bleibt oder nicht, gleicht dementsprechend einem Blick in die Glaskugel (siehe Infobox unten) und Filmstudios berücksichtigen bei ihren Kalkulationen dementsprechend lange Zeiträume für die Prognostizierung des Return of Investments. Mal abgesehen davon, geben Hollywood-Studios reelle Zahlen auch kaum jemals bekannt. Eines ist hingegen sicher. Wenn ein Film sang- und klanglos in den Kinos untergeht, von den Kritikern geschmäht und vom Publikum weitgehend missachtet wird, hat man ein Problem. Einige dieser Problemfälle des bald abgelaufenen Jahres sehen wir uns nun etwas genauer an.

Rock the Kasbah

Offenbar wollte niemand Bill Murray als Rockmusik-Musikproduzent der alten Schule sehen, der mit seinem Star für einen Auftritt nach Afghanistan reist. Der Film kam in den USA in über 2000 Kinos und nach insgesamt 5 Wochen Laufzeit, schauten gerade mal magere drei Mio. Dollar dabei raus. Rock the Kasbah belegt den unehrenvollen 5. Platz der schlechtesten Startwochenende aller Zeiten von den Filmen, die jemals in über 2000 US-Kinos gestartet sind. Wenn man die Einnahmen mit der Anzahl Kinos vergleicht und davon ausgeht, dass in den USA ein Kinoticket im Durchschnitt etwas mehr als 8 Dollar kostet, dann lässt errechnen, dass während dieser drei Wochen gerade mal etwa 180 Nasen pro Kino sich in den Film verirrt haben. Hits sehen anders aus. Trotzdem: Rock the Kasbah soll ab dem 24. März 2016 in deutschen und österreichischen Kinos zu sehen sein.

  • Darsteller: Bill Murray, Kate Hudson, Leem Lubany, Zooey Deschanel, Bruce Willis, Danny McBride
  • Regie: Barry Levinson (Rain Man, Good Morning Vietnam, Sleepers)
  • Produktionsbudget: ca. 15 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 3 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: keine Angaben
Rock the Kasbah Filmszene (2015)

Rock the Kasbah Filmszene (2015)

Jem and the Holograms

Noch mieser als Rock the Kasbah in die US-Kinos gestartet ist die Verfilmung einer Zeichentrickserie aus den Achtzigerjahren, Jem and the Holograms. Der Musikfilm, der von der Fanbasis (der Serie) schon bei der Sichtung des ersten Trailers geschwenkt wurde, legte den schwächsten Kinostart des Jahres für einen Film, der in über 2000 US-Kinos zu sehen war, hin und belegt damit sogar den unrühmlichen 4. Platz in der entsprechenden Ewigenliste. Nach gerade mal zwei Wochen zog Universal Pictures den Stecker und nahm den Film wieder aus den Kinos. Weltweit hat der Film über eine Girlband und einen Fantasie-Roboter gerade mal geschätzte 3 Mio. Dollar eingespielt. Nach diesem schlechten Abschneiden wurde sowohl der Kinostart in Schweiz als auch in Österreich gestrichen. In Deutschland hingegen wird bis jetzt an einer Veröffentlichung auf der grossen Leinwand festgehalten. Der Kinostart wurde jedoch nach hinten gelegt auf den 28. April 2016.

  • Darsteller: Aubrey Peeples, Stefanie Scott, Aurora Perrineau, Juliette Lewis, Ryan Guzman
  • Regie: Jon M. Chu (Step Up 2: The Streets, Justin Bieber: Never Say Never, G.I. Joe: RetaliationNow You See Me 2)
  • Produktionsbudget: ca. 5 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 2 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: keine Angaben

Stefanie Scott, Aubrey Peeples, Hayley Kiyoko in Jem and the Holograms (2015) Filmszene

Die Wahlkämpferin (Our Brand is Crisis)

Mit der Politsatire Die Wahlkämpferin, die von einer Politberaterin handelt, die in Lateinamerika einen Aussenseiter zum neuen Präsidenten machen soll, wollte Warner Bros. möglicherweise ähnliche Wege beschreiten wie die Politsatire Wag the Dog – Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt es 1997 tat. Die 43 Mio. Dollar, die der Film damals einspielte entsprächen wegen der Inflation heute etwa umgerechnet 76 Mio. Dollar. Mit „Everybody’s Darling“ Sandra Bullock in der Hauptrolle, strebte man eindeutig höhere Weihen an. Doch weder Kritiker noch Publikum liessen sich letztlich für Die Wahlkämpferin begeistern. Eine herbe Schlappe für alle Beteiligten.

In Deutschland und Österreich soll der Film wie geplant am 21. Januar 2016 in die Kinos kommen, während die Schweiz – wie so oft bei aussichtslosen unterfangen – den Film wohl direkt in die Home Entertainment (VOD, DVD etc.) Abteilung verbannt.

  • Darsteller: Sandra Bullock, Billy Bob Thornton, Anthony Mackie, Joaquim de Almeida, Zoe Kazan
  • Regie: David Gordon Green (Pineapple Express, The Sitter, Joe, Manglehorn)
  • Produktionsbudget: ca. 28 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 7 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: keine Angaben
Sandra Bullock und Billy Bob Thornton in Our Brand is Crisis (2015) Filmszene

Sandra Bullock und Billy Bob Thornton in Our Brand is Crisis (Bild: Warner Bros.)

Blackhat

Michael Manns Finanz-Cyberthriller Blackhat wurde die zweifelhafte Ehre zuteil, der erste Flop des Jahres zu werden. Der im Januar in den US-Kinos und im Februar bei uns gestartete Film konnte weltweit nur einen Bruchteil seiner Produktionskosten wieder einspielen und musste Berichten zufolge einen Abschreiber von 90 Mio. Dollar hinnehmen. Selbst Thor-Darsteller Chris Hemsworth und Meister-Regisseur Michael Mann vermochten aus dem hanebüchenen Script nichts mehr herauszuholen. Das Resultat: Das Publikum blieb dem Machwerk fern und schaute sich lieber Clint Eastwoods Patriotenspiel American Sniper an.

  • Darsteller: Chris Hemsworth, Viola Davis, Wei Tang, John Ortiz, Leehom Wang
  • Regie: Michael Mann (Heat, The Insider, Ali, Collateral, Miami Vice, Public Enemies)
  • Produktionsbudget: ca. 70 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 8 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 20 Mio. Dollar
Chris Hemsworth in Blackhat Filmszene (2015)

Chris Hemsworth in Blackhat Filmszene (Bild: Warner Bros.)

The Walk

Robert Zemeckis scheiterte (finanziell gesehen) bei dem Versuch, mit den autobiographischen Schilderungen in The Walk die selben Höhen zu erreichen, wie sein reales Vorbild Philippe Petit, auf dessen wahren Begebenheiten der Film basiert. Der 35 Mio. Dollar teure Film, vermochte während seiner 6 Wochen Laufzeit in den US-Kinos gerade mal 10 Mio. Dollar einzuspielen. Erfolgsregisseur Robert Zemeckis legte damit sein schlechtestes Ergebnis seit seinem Erstlingswerk I Wanna Hold Your Hand von 1978 hin. Immerhin lief es international etwas besser und so konnte das Drama mit insgesamt 42 Mio. Dollar noch etwas Schadensbegrenzung betreiben.

  • Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Charlotte Le Bon, Guillaume Baillargeon, Ben Kingsley, James Badge Dale
  • Regie: Robert Zemeckis (Zurück in die Zukunft, Forrest Gump, Contact, Cast Away, Der Polarexpress, Flight)
  • Produktionsbudget: ca. 35 Mio.
  • Box Office USA: 10 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 42 Mio. Dollar
Joseph Gordon-Levitt in The Walk (2015) Filmszene

Joseph Gordon-Levitt in The Walk (Bild: TriStar)

Seventh Son

Wie schon Blackhat, kam auch Seventh Son Anfang Jahres in die Kinos. Und noch etwas haben die beiden Filme gemeinsam: Beide stammen von der Produktionsfirma Legendary Pictures, die im Sommer mit Filmen wie Jurassic World oder Straight Outta Compton sensationelle Erfolge an der Box Office feiern konnte. Im Februar sah die Welt noch ganz anders aus: Nach dem Debakel mit Blackhat, folgte bereits die nächste niederschmetternde Nachricht, auch Seventh Son musste beim US-Publikum untendurch und konnte in sechs Wochen gerade mal 17 Mio. Dollar einnehmen. Auch die zusätzlichen rund 100 Mio. Dollar aus dem internationalen Umfeld konnten nicht verhindern, dass Legendary Pictures mit dieser Produktion den zweiten grossen Abschreiber (mit mindestens 85 Mio. Dollar wurde gerechnet) innert kürzester Zeit hinnehmen musste.

  • Darsteller: Ben Barnes, Julianne Moore, Jeff Bridges, Alicia Vikander, Antje Traue, Kit Harington, Djimon Hounsou
  • Regie: Sergey Bodrov
  • Produktionsbudget: ca. 95 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 17 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 114 Mio. Dollar

Jeff Bridges in Seventh Son (Film)

Aloha – Die Chance auf Glück

Trotz Starensemble, einer traumhaften Kulisse und einem Regisseur, der bislang auf Hits abonniert zu sein schien, fiel diese Liebeskomödie beim Kinopublikum durch. Bradley Cooper, der eben noch im überraschenden Mega-Erfolg von American Sniper badete, wurde dank Aloha – Die Chance auf Glück schnell wieder abgetrocknet. Die etwas sonderbare Komödie, kam nicht nur hinsichtlich ihrer Story nur schwer in die Gänge. Auch finanziell reichte es nicht, um das – glücklicherweise relativ bescheidene – Budget wett zu machen. Ausserhalb der USA kaum gezeigt (Deutschland war eine der wenigen Ausnahmen), reichte es weltweite gerade mal zu 26 Mio. Dollar. Kein Megaflop zwar, aber eine veritable Enttäuschung auf der ganzen Linie alleweil.

  • Darsteller: Bradley Cooper, Emma Stone, Rachel McAdams, Bill Murray, John Krasinski, Danny McBride, Alec Baldwin
  • Regie: Cameron Crowe (Jerry Maguire, Vanilla Sky, Almost Famous, Singles, We Bought a Zoo)
  • Produktionsbudget: ca. 37 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 21 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 26 Mio. Dollar
Bradley Cooper und Emma Stone in Aloha - Die Chance auf Glück (2015) Filmszene

Bradley Cooper und Emma Stone in Aloha – Die Chance auf Glück (Bild: Sony Pictures, 20th Century Fox)

Steve Jobs

Im Gegensatz zu den meisten anderen Filmen auf dieser Liste, wurde dieses Biopic über den verstorbenen Apple-Mitbegründer Steve Jobs von den Kritikern hochgelobt und auch diejenigen Kinogänger, die den Film tatsächlich gesehen haben, sind mehrheitlich begeistert (77% bei Rotten Tomatoes und 7.7 bei IMDb). Trotzdem hat es das Drama nicht geschafft, ein breites Publikum in die Kinos zu locken. Das Momentum – zuerst Apples Höhenflug und danach Steve Jobs Tod – scheint vorbei und nach diversen Dokumentationen und dem vorangegangen Kino-Biopic mit Ashton Kutcher, ist das Interesse schlichtweg zu Gering für einen weiteren Film über den Apple-Guru. Schade, wie wir finden.

  • Darsteller: Michael Fassbender, Kate Winslet, Seth Rogen, Jeff Daniels, John Ortiz
  • Regie: Danny Boyle (Trainspotting, 28 Days Later…, Slumdog Millionaire, 127 Hours)
  • Produktionsbudget: ca. 30 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 18 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 24 Mio. Dollar
Michael Fassebender als Steve Jobs und Seht Rogen als Steve Wozniak in Steve Jobs (2015) Filmszene

Michael Fassebender als Steve Jobs und Seht Rogen als Steve Wozniak in Steve Jobs (Bild: Universal Pictures)

The Last Witch Hunter

Mit den Franchises xXx (die offenbar wiederbelebt werden soll), Riddick und vor allem natürlich Fast & Furious, hat Vin Diesel längst ausgesorgt und wird damit auch in den nächsten Jahren gut beschäftigt sein. Trotzdem wollte der Actionstar mit The Last Witch Hunter eine weitere Franchise ins Leben rufen. Pläne, die der Babynator wohl begraben muss, denn mit einem weltweiten Einspielergebnis von 108 Mio. Dollar gegenüber einem Produktionsbudget von satten 90 Mio. Dollar gilt der Film zwar nicht als klassischer Flop, doch wirklich gemocht hat das Fantasy-Abenteuer scheinbar auch niemand.

  • Darsteller: Vin Diesel, Rose Leslie, Elijah Wood, Michael Caine, Julie Engelbrecht, Ólafur Darri Ólafsson
  • Regie: Breck Eisner (Sahara, The Crazies)
  • Produktionsbudget: ca. 90 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 27 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 108 Mio. Dollar
Vin Diesel in The Last Witch Hunter (Film)

Vin Diesel in The Last Witch Hunter (Bild: Concorde Filmverleih)

Chappie

Der südafrikanische Regisseur Neill Blomkamp, der 2009 mit seinem Regiedebüt District 9 einen Kultfilm geschaffen hat, lebt seither vom Goodwill der Fans. Doch dieser Credit ist bald aufgebraucht, denn obwohl seine jüngsten Filme Elysium und Chappie durchaus wieder ihre Momente hatten, waren sie unterm Strich enttäuschend. In den USA startete der Film an seinem Eröffnungswochende zwar auf dem ersten Platz, das jedoch auf einem relativ tiefen Niveau. Danach plätscherte er mehr oder weniger vor sich hin. Sein Gesicht konnte der Science-Fiction-Film dank einigermassen guten Umsätzen auf internationalem Terrain, was aber nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass Blomkamps drittes Werk mit Abstand am wenigsten Geld einspielte. Noch übler meinte es das Schicksal mit dem Jungregisseur jüngst, als er zunächst grünes Licht von 20th Century Fox bekam, ein Alien-Sequel zu drehen, nur um kurz darauf wieder zurückgepfiffen zu werden, weil der Schöpfer der Franchise, Ridley Scott, selber sein Interesse daran bekundete sich auf diesem Spielfeld zu tummeln. Ob und wie es jetzt mit seinem Alien-Projekt weitergehen kann, steht noch in den Sternen geschrieben.

  • Darsteller: Sharlto Copley, Dev Patel, Hugh Jackman, Sigourney Weaver, Ninja, Yo-Landi Visser
  • Regie: Neill Blomkamp (District 9, Elysium)
  • Produktionsbudget: ca. 49 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 32 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 102 Mio. Dollar
Hugh Jackman in Chappie (2015)

Hugh Jackman in Chappie (Bild: Sony Pictures).

Pan

2015 war definitiv nicht das Jahr des Wolverine-Stars Hugh Jackman. Nach dem schlechten Abschneiden von Chappie, schaute seine Fangemeinde auf seinen Auftritt als Captain Blackbeard in Pan, der Ursprungsgeschichte von Peter Pan. Dem märchenhaften Produktionsbudget des Films, steht ein weltweites Einspielergebnis von 125 Mio. gegenüber. Für Warner Bros. bedeutet dieses schlechte Abschneiden ein massiver Abschreiber, wenn man sich die zusätzlichen Kosten für Marketing und Kinobetreiber ins Gedächtnis ruft, die zusätzlich zum Budget noch angefallen sind. Bloomberg rechnet vor, dass unter dem Strich ein Verlust von 100 Mio. ansteht.

  • Darsteller: Levi Miller, Hugh Jackman, Garrett Hedlund, Rooney Mara, Amanda Seyfried
  • Regie: Joe Wright (Pride & Prejudice, Atonement, Hanna, Anna Karenina)
  • Produktionsbudget: ca. 150 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 35 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 125 Mio. Dollar
Blackbeard und seine Piraten in Pan (2015) Filmszene

Hugh Jackman als Blackbeard mit seinen Piraten in Pan (Bild: Warner Bros.)

Jupiter Ascending

Die grossen Tage von The Matrix sind für die Wachowskis schon längst vergessen und seither scheint nichts mehr so richtig zu gelingen. Jupiter Ascending sorgte sowohl bei Kritikern als auch bei den Kinogängern für viel Kopfschütteln und lange sah es so aus, als würde der Film sein Produktionsbudget bei weitem nicht wieder einspielen können. Doch dank überraschend guten internationalen Zahlen (alleine aus China wurden rund 45 Mio. Dollar in die Kassen gespült), schaffte es das Fantasy-Abenteuer auf gute 184 Mio. Dollar. Gemäss einem Analysten von SNL Kagan dürfte Warner Bros. mit Jupiter Ascending am Ende dennoch rund 130 Mio. Dollar verloren haben.

  • Darsteller: Channing Tatum, Mila Kunis, Eddie Redmayne, Sean Bean, Tuppence Middleton
  • Regie: The Wachowskis (The Matrix, V for Vendetta, Speed Racer, Cloud Atlas)
  • Produktionsbudget: 176 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 47 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 184 Mio. Dollar
Channing Tatum und Mila Kunis in Jupiter Ascending (Filmszene)

Channing Tatum und Mila Kunis in Jupiter Ascending (Bild: Warner Bros.)

Strange Magic

George Lucas, der sein Schaffen für Star Wars aufgegeben hat und Lucasfilm an Disney verkauft hat, werkelte insgesamt 15 Jahre an seinem Zeichentrick-Fantasy Strange Magic, welches von einem Aufeinanderprallen zwischen Feen und Sumpkreaturen handelt und lose auf Shakespeares Ein Sommernachtstraum basiert. Trotz schön anzusehender Bilder, brach das von Lucas produzierte sämtliche Negativrekorde für Animationsfilme. Der Film startete in 3000 US-Kinos und spielte damit in der Liga der ganz grossen Blockbuster, nur um an seinem Startwochenende magere 5.5 Mio. Dollar einzuspielen. Damit steht das Märchen auf dem 8. Platz der Filme mit über 3000 Kinos, dass bei seinem Kinostart am wenigsten Geld einfahren konnte. Nur Im Rausch der Sterne – Burnt (siehe unten) lief dieses Jahr noch schlechter an.

  • Darsteller: Mit den Stimmen von van Rachel Wood, Elijah Kelley, Kristin Chenoweth, Maya Rudolph, Alan Cumming
  • Regie: Gary Rydstrom (Toy Story Toons: Hawaiian Vacation)
  • Produktionsbudget: keine Angaben
  • Box Office USA: 13 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 14 Mio. Dollar
Strange Magic Filmszene (2015)

Strange Magic Filmszene (Bild: Lucasfilm Animation, Walt Disney)

Stonewall

Roland Emmerich, der einst mit Mega-Blockbustern wie Independence Day oder The Day After Tomorrow auf einer beispiellosen Erfolgswelle ritt, muss sich seit seinem letzten Hit mit dem Endzeitspektakel 2012 warm anziehen. Sein ambitioniertes Drama Anonymous floppte gnadenlos und auch sein Actionspektakel White House Down blieb angesichts des erfolgreicheren Konkurrenzprojekts Olympus Has Fallen hinter seinen Erwartungen zurück. Seinem Passionsprojekt Stonewall erging es dieses Jahr ungleich schlechter. Das LGBT-Drama kostete rund 14 Millionen Dollar, spielte lediglich 188’000 Dollar wieder ein und erhielt einige der brutalsten Filmkritiken des Jahres. Auch wenn es im Herzen – und in den Kassen des Independent Studios Roadside Attractions – schmerzt, um Roland Emmerich brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Nächstes Jahr wird er mit Independence Day: Die Wiederkehr zu seinen Spektakel-Wurzeln zurückkehren und einen garantierten Hit damit abliefern.

  • Darsteller: Jeremy Irvine, Jonny Beauchamp, Joey King, Ron Perlman, Jonathan Rhys Meyers
  • Regie: Roland Emmerich (Independence Day, The Patriot, The Day After Tomorrow, 2012, White House Down)
  • Produktionsbudget: ca. 14 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 0.2 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: keine Angaben
Stonewall (Bild: Warner Bros.)

Stonewall (Bild: Roadside Attractions, Warner Bros.)

Mortdecai – Der Teilzeitgauner

Johnny Depp wurde galt lange Zeit als unantastbar. In den letzten Jahren jedoch, geriet seine Karriere etwas ins trudeln. Filme wie Dark ShadowsThe Lone Ranger oder Transcendence enttäuschten nicht nur finanziell, sondern wurden auch in Bezug auf seine Darbietungen stark kritisiert. Mit Black Mass – Der Pate von Boston konnte sich der US-Schauspieler dieses Jahr mehr als rehabilitieren, nicht aber ohne zuvor mit Mortdecai – Der Teilzeitgauner, in dem einen dusseligen Aristokraten und Kunstganoven spielt, der grössten Gurken dieses Filmjahres hingelegt zu haben.

  • Darsteller: Johnny Depp, Gwyneth Paltrow, Ewan McGregor, Paul Bettany, Olivia Munn, Jeff Goldblum
  • Regie: David Koepp (Stir of Echoes, Secret Window, Premium Rush)
  • Produktionsbudget: ca. 60 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 8 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 47 Mio. Dollar
Johnny Depp in Mortdecai (Filmszene)

Johnny Depp in Mortdecai (Bild: Lionsgate)

Tomorrowland

Brad Birds Tomorrowland, dass – wie übrigens auch Pirates of the Carribean – auf einer gleichnamigen Disneyland-Attraktion basiert, ist Disneys grösster Flop seit The Lone Ranger. Die Filmkritiken waren höchst durchmischt, trotzdem kamen immerhin genügend Zuschauer ins Kino, um dem Sci-Fi Spektakel ein weltweites Einspielergebnis von 209 Mio. Dollar zu sichern. Der Hollywood Reporter geht davon aus, dass der Film am Ende rund 140 Mio. Dollar Miese machen wird, mehr als jeder andere Disney-Film zuvor in der Geschichte.

  • Darsteller: George Clooney, Britt Robertson, Hugh Laurie, Raffey Cassidy, Kathryn Hahn, Judy Greer
  • Regie: Brad Bird (Der Gigant aus dem All, Die Unglaublichen, Ratatouille, Mission: Impossible – Ghost Protocol)
  • Produktionsbudget: ca. 190 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 93 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 209 Mio. Dollar
George Clooney und Britt Robertson in Tomorrowland (Filmszene)

George Clooney und Britt Robertson in Tomorrowland (Bild: Walt Disney)

Im Rausch der Sterne – Burnt

Der englische Originaltitel Burnt heisst „verbrannt“. Wie passend für Hauptdarsteller Bradley Cooper, der sich mit dieser Hauptrolle, nach Aloha – Die Chance auf Glück zum zweiten mal innert kürzester Zeit mächtig die Finger an einem Film verbrannt hat. Was für ein Wechselbad der Gefühle muss das sein, nach den beiden Riesenhits mit Guardians of the Galaxy und American Sniper. Im Rausch der Sterne war er als heruntergekommener Starkoch der einen Neustart wagt bestimmt nicht, denn die Kritiker fanden kaum lobende Worte für das Drama. Die 18 Mio. Dollar Einspielergebnis weltweit scheinen ganz passabel im Hinblick auf das kleine Budget von 20 Mio. Dollar. Andererseits wurde Im Rausch der Sterne – Burnt breit in den US-Kinos gestreut, vermochte an seinem Eröffnungswochende aber gerade mal dürftige 5 Mio. Dollar einzuspielen. Das reichte, um den Film den vierten Platz auf der Liste der am schlechtesten Wochenendergebnisse aller Zeiten für Filme, die in über 3000 Kinos angelaufen sind, zu bescheren.

  • Darsteller: Bradley Cooper, Sienna Miller, Daniel Brühl, Omar Sy, Emma Thompson, Uma Thurman, Alicia Vikander, Lily James
  • Regie: John Wells (The Company Men, August: Osage County)
  • Produktionsbudget: ca.  20 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 14 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 18 Mio. Dollar
Bradley Cooper als Adam Jones in Im Rausch der Sterne (Burn, 2015) Filmszene

Bradley Cooper als Adam Jones in Burnt – Im Rausch der Sterne (Bild: Wild Bunch, The Weinstein Company)

Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn

20th Century Fox hatte offenbar kein glückliches Händchen mit seinem „Reimagine“ – so nennt man ein Remake, dass sich grosse künstlerische Freiheiten lässt. Bei geschätzten 40 Mio. Dollar Produktionskosten, hat der Film bisher gerade mal 25 Mio. Dollar davon wieder eingespielt. Nach dem Grund muss man nicht lange suchen. Einmal mehr ist die Qualität des Filmes mehr als ungenügend. Bei Rotten Tomatoes kommt der Film gerade mal auf 27% Zustimmung. Der Schweizer Distributionsarm von 20th Century Fox hat den Stecker beim Film bereits gezogen und den Kinostart im nächsten Frühjahr gestrichen. In Deutschland steht der Kinostart – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch. Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn soll am 21. April bundesweit in die Kinos kommen, in Österreich einen Tag später.

  • Darsteller: Daniel Radcliffe, James McAvoy, Jessica Brown
  • Regie: Paul McGuigan (The Reckoning, Wicker Park, Lucky Number Slevin, Push)
  • Produktionsbudget: ca. 40 Mio. Dollar
  • Box Office USA: 6 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 25 Mio. Dollar (vorläufiges Ergebnis)
Daniel Radcliffe als Igor und James McAvoy als Victor Von Frankenstein in Victor Frankenstein (2015) Filmszene

Daniel Radcliffe als Igor und James McAvoy als Victor Von Frankenstein in Victor Frankenstein (Bild: 20th Century Fox)

The Gunman

Wenn der Regisseur von Taken einen alternden Actionhelden auf eine Rachemission schickt, dann werden die Fans massenhaft in die Kinos strömen. So oder ähnlich muss der Plan gewesen sein, als man den Franzosen Pierre Morel damit beauftragte, Sean Penn einen alternden Söldner spielen zu lassen, der von seinen Ex-Kollegen gejagt wird. Doch während Taken 25 Mio. in der Herstellung kostete und über 225 Mio. Dollar wieder einnahm, gab man für The Gunman 40 Mio. Dollar aus und konnte lediglich 14 Mio. Dollar wieder einholen.

  • Darsteller: Sean Penn, Javier Bardem, Jasmine Trinca, Idris Elba, Mark Rylance, Ray Winstone
  • Regie: Pierre Morel (Taken, From Paris with Love)
  • Produktionsbudget: ca. 40 Mio. Dollar
  • Box Office USA:  11 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 14 Mio. Dollar
Sean Penn in The Gunman (Film)

Sean Penn in The Gunman (Bild: Open Road Films)

Kind 44 (Child 44)

Wessen Idee mag es bloss gewesen sein, 50 Mio. Dollar in ein Projekt zu investieren, bei denen ein Haufen Hollywood-Grössen mit russischem Akzent reden und ein dunkles Kapitel in der Geschichte Russlands zum Thema machen? Kind 44 dreht sich um eine Serie von Kindstötungen, die in der stalinistischen Sowjetunion Anfang der 1950er Jahre stattfinden und von der Obrigkeit vertuscht werden. In Russland, mittlerweile ein wichtiger Markt für Filme, wurde Kind 44 aus den Kinos verbannt. Doch auch der Rest der Welt schien an dieser Romanverfilmung, von denen noch zwei literarische Fortsetzungen existieren, trotz Staraufgebot nicht interessiert zu sein.

  • Darsteller: Tom Hardy, Gary Oldman, Noomi Rapace, Vincent Cassel, Joel Kinnaman
  • Regie: Daniel Espinosa (Safe House)
  • Produktionsbudget: ca. 50 Mio. Dollar
  • Box Office USA:  1 Mio. Dollar
  • Box Office weltweit: 13 Mio. Dollar
Kind 44 (Child 44) Szenenbild

Gary Oldman und Tom Hardy in Kind 44 (Bild: Summit Entertainment)

Die Sache mit der Profitabilität bei Hollywood-Filmen

Ob ein Film wirklich profitabel ist oder nicht, lässt sich am Ende nur schwer sagen und ist in aller Regel ein schwer gehütetes Geheimnis eines jeden Hollywood-Studios. Was dabei unter anderem jedoch alles berücksichtigt werden muss, soll anhand eines kleinen Rechenbeispiels aufgezeigt werden.

Nehmen wir einen Film der 50 Mio. Dollar für die Herstellung gekostet hat. Dem setzen wir ein weltweites Einspielergebnis von 50 Mio. Dollar gegenüber. So gesehen hat der Film seine Kosten gerade mal so wieder eingespielt. Nun muss man jedoch berücksichtigen, dass diese Einnahmen mit den Kinobetreibern geteilt werden müssen. Geht man jetzt mal von einem Verteilschlüssel von je 25 Mio. Dollar aus, steht das Filmstudio nun schon mit 25 Mio. Dollar im Minus. Geht man noch davon aus, dass man weltweit nochmal locker 50 Mio. Dollar für das Marketing ausgeben muss (bei ganz grossen Filme beläuft sich diese Summe mittlerweile schon auf bis zu 200 Mio. Dollar), sieht es noch düsterer aus. Jetzt hat das Filmstudio plötzlich 75 Mio. Dollar Verlust gemacht mit dem Film. Andererseits können mit der Heimauswertung auf VOD, DVD, Blu-ray, Pay-TV und Free-TV einiges davon wiedergutgemacht werden. Doch das geht nur, wenn er dort im Vergleich zum Kino relativ gut ankommt (der Fantasy-Film Seventh Son konnte auf DVD etc. beispielsweise viel besser abschneiden als im Kino).

(Quelle: Box Office Mojo, The Numbers)