BOX OFFICE: Blutbad an den US-Kinokassen

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US-Einspielergebnisse vom letzten Wochenende (19.-21. August 2011)

Das kleine aber feine Frauen- und Südstaaten-Drama THE HELP mit Emma Stone in der Hauptrolle, hat am vergangenen Wochenende gleich vier hochkarätige Newcommer und einen veritablen Blockbuster zur Schlachtbank geführt. Neu gestartet sind die beiden Achtzigerjahre Remakes von CONAN DER BARBAR und FRIGHT NIGHT sowie das Robert Rodriguez Vehikel SPY KIDS 4: ALL THE TIME IN THE WORLD in 4D und die Anne Hathaway Romanze ONE DAY.

  1. The Help – $20,018,659
  2. Rise of the Planet of the Apes – $16,119,502
  3. Spy Kids 4 – $11,644,672
  4. Conan the Barbarian (2011) – $10,021,215
  5. The Smurfs – $7,802,377
  6. Fright Night (2011) – $7,714,388
  7. Final Destination 5 – $7,703,466
  8. 30 Minutes or Less – $6,402,602
  9. One Day – $5,079,566
  10. Crazy, Stupid, Love. – $4,797,364
Poster: SPY KIDS 4 (2011)

Spy Kids 4

Von SPY KIDS: ALL THE TIME IN THE WORLD in 4D (Regie: Robert Rodriguez) hatten alle mehr erwartet. Nicht, dass es sich bei den ersten drei Teilen um wahre Perlen der Filmgeschichte handeln würde, aber jeder einzelne von ihnen hat bei ziemlich tiefem Budget (sieht man den Filmen auch an), ziemlich viel Geld eingespielt. Das schlagende Argument bei den Hollywood-Bossen. Die Kinder liebten die SPY KIDS. Doch während die Teile 1-3 innert drei Jahren (2001-2003) wortwörtlich abgespult waren, liess man sich bei Teil 4 etwas mehr Zeit. Mittlerweile sind die SPY KIDS von damals erwachsen, was wohl auch für grosse Teile des Originalpublikums gilt. Neues Zeitalter, neue Regeln. SPY KIDS 4 ist ein Flop! Daran ändert auch das eigens für diesen Film entwickelte Aroma-Scope (deshalb der Zusatz 4D im Titel) nichts.

Poster: CONAN THE BARBARIAN (2011)

Conan the Barbarian

CONAN THE BARBARIAN hat verzweifelt versucht an thematisch ähnliche Blockbuster wie KAMPF DER TITANEN anzuknüpfen und dabei episch versagt. Horror-Spezialist Marcus Nispel, der schon mal einen ähnlichen Film (PATHFINDER – FÄHRTE DES KRIEGERS) vergeigt hat, setzte bei CONAN auf den Markennamen (der aber ganz von Arnold Schwarzenegger lebt), genretypische Fantasyaction, viel rohe Gewalt und auf 3D. Komplett vergessen gingen eine gute Story und nachvollziehbare Charaktere. Das Produktionsbudget von 90 Millionen Dollar, verheizt für ein paar olle Effekte und etwas Schminke.

Poster: FRIGHT NIGHT (2011)

Fright Night (2011)

Mit Rund 7,7 Mio. Dollar Umsatz am Startwochenende ist FRIGHT NIGHT – der andere Achtzigerjahre Rückkehrer (das Original heisst bei uns: FRIGHT NIGHT – DIE RABENSCHWARZE NACHT) – der grosse Verlierer unter den Verlierern. Mit einem relativ bekannten Brand, einer massiven Marketingkampagne, einem Star wie Collin Farrell in der Hauptrolle, dem aktuell attraktiven Vampir-Thema und einer Story, die 2007 mit dem Teen-Thriller DISTURBIA – AUCH KILLER HABEN NACHBARN – hervorragend umgesetzt wurde, konnte eigentlich gar nicht viel schief gehen. FRIGHT NIGHT hat uns eines Besseren belehrt. Die Gründe dafür sind im miesen Marketing (im Gegensatz zum Original hässliche Poster, fade Trailer) zu suchen. Denn der Film selber scheint gut zu sein: Rotten Tomatoes Rating für FRIGHT NIGHT: 74%, im Vergleich zu CONAN mit 24% und SPY KIDS 4 mit 22%.

Poster: ONE DAY (2011)

One Day

Dann war da noch ein Neueinsteiger: ONE DAY mit Anne “Catwoman” Hathaway in der Hauptrolle. Diese Romanze war medial praktisch unsichtbar und wurde von den Filmkritikern im Allgemeinen verrissen. Rotten Tomatoes Rating: 27%. Von diesem Film hat niemand ein besseres Ergebnis erwartet.

Poster: THE HELP

The Help

Wirklich positiv überraschen konnte diese Woche nur ein einziger Film. Platz 2 der Vorwoche und – neben BRIDESMAIDS – Überraschungsfilm der Saison. Mit einem Budget von – für Hollywood-Verhältnisse bescheidenen – 25 Mio. Dollar, vermochte THE HELP mit Jungschauspieltalent Emma Stone in der Hauptrolle innert 12 Tagen bereits 71,3 Mio. Dollar einnehmen. Noch viel erstaunlicher: THE HELP konnte den Blockbuster und Vorwochensieger THE RISE OF THE PLANET OF THE APES vom Thron stossen und dessen Leaderposition übernehmen. Solche eine Leistung ist selten und erinnert an den thematisch vergleichbaren THE BLIND SIDE mit Sandra Bullock. 2009 gelang es diesem Film ebenfalls den Top Spot für sich in Anspruch zu nehmen, nachdem er vorab auf einer tieferen Position in die Box Office Charts eingestiegen war. Es ist unwahrscheinlich, dass THE HELP wie seinerzeit THE BLIND SIDE einen Umsatz von über 250 Mio. Dollar anhäufen wird, doch 150 Mio. dürften durchaus drin liegen.

 

Quellen: Box Office Mojo, IMDb, Rotten Tomatoes