Baut Google den STAR TREK Computer?

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Bereits in der Ur-Serie von STAR TREK, die ab den 1960er Jahren im Fernsehen lief, wurden technische Geräte eingesetzt, die damals noch als technisch unmöglich galten, mittlerweile aber längst Realität sind. Dazu gehörten Beispielsweise Mobiltelefone (Kommunikatoren) und Handhelds, Computertomographie und kleine, tragbare Computer. Auch Spracherkennungssysteme waren in der Franchise gang und gäbe. Doch gerade in Sachen Spracherkennung sind wir mit unserer aktuellen Technologie (man denke an die Probleme, die Siri mit gewissen Anfragen und Befehlen noch hat) sind wir noch längst nicht am Ziel unserer Entwicklungen.

Google, die mit der Perfektionierung der Spracherkennung schon etwas weiter sind, haben grösseres vor. Beim Suchmaschinengiganten nimmt man sich den STAR TREK Computer zum Vorbild, der auf jede Frage eine Antwort bereit hält, sofern man die Frage korrekt formuliert:

Insufficient data

Wo stehen wir eigentlich jetzt? Noch sind wir es uns gewohnt an den Rechner zu sitzen, Suchanfragen bei Google & Co. einzugeben, um dann relevante Links von den Suchmaschinen zu erhalten. Doch das soll sich – wie das Slate Magazin jüngst berichtete – wenn es nach Google geht, nach und nach ändern. Das perfekte Beispiel dafür ist neben Google Glass der Dienst Google Now, der dem Nutzer proaktiv relevante Informationen wie das aktuelle Wetter, anstehende Termine, einen Stau auf dem Weg zur Arbeit, Geburtstage, Übersetzungen, Wechselkurse oder Sportresultate liefert. Dazu macht sich das Google Suche App, dass sowohl für Android als auch für iPhone und iPad zur Verfügung steht, unter anderem das Webprotokoll, den Kalender, Standortdienste oder Google+ zunutze.

Google will im Klartext also künftig mehr sein als reiner Linklieferant. Google will – ganz im Geiste des Star Trek Computers – selber Antworten liefern. Google Now ist dabei nur der erste grosse Schritt in diese Richtung. Ein weiteres Beispiel ist die Möglichkeit, Googles Suchmaske als Taschen-, Währungs-, oder Formatrechner zu verwenden. Google liefert die Ergebnisse direkt und ohne weiterführende Links zu entsprechenden Kalkulations-Seiten im Web.

Doch damit nicht genug. Googles Reise weg von der Informationsdatenbank hin zur Wissensdatenbank führt über deren Knowledge Graph Projekt. Google soll auch auf komplexere Suchanfragen direkte Antworten liefern. Bestimmt habt ihr schon mitgekriegt, dass ihr bei eurer Suche nach einem Filmtitel viele Informationen direkt von Google geliefert bekommt. Doch schon jetzt hat Google einiges mehr drauf als das. Wenn ihr beispielsweise wissen wollt wie gross Tom Cruise ist, liefert euch Google sofort die Antwort darauf, ohne dass man noch zu Wikipedia oder IMDb weiterklicken muss. Das selbe funktioniert mit der Anfrage nach seinem Alter, seinen Ehefrauen oder seinen Kindern.

Google Knowledge Graph

Noch sind wir bei unseren Internet-Recherchen und bei der Abfrage von tagtäglichen Informationen am Computer auf eine Tastatur angewiesen. Doch Siri hat uns bereits den Weg in eine sprachgesteuerte Alltagswelt gezeigt. Ein kleiner, nicht representativer Test hat aber gezeigt, dass Google auch bei der sprachgesteuerten Websuche mittlerweile die Nase vorn hat:

Blogbusters: "Wie gross ist Tom Cruise?" Test

Bei diesem Test habe ich auf meinem iPhone 4S drei mal die selbe Frage gestellt: “Wie gross ist Tom Cruise?”. Einmal habe ich Siri dazu befragt, einmal ging ich via Webbrowser zu Google und habe dort mit der Sprachsteuerung gefragt und zuletzt habe ich die in der Google Suche App integrierte Sprachsteuerung benutzt. Das Ergebnis: Drei mal die selbe Frage, drei verschiedene Antworten. Siri wollte Tom Cruise partout nicht kennen und hat mich auch nach mehreren Anfragen stets an Tom Klos verwiesen, nur um mir schliesslich zu sagen wo die Ortschaft Gross im Schweizerischen Kanton Schwyz liegt. Good to know! Die native Sprachsteuerung meines iPhone 4S war hingegen davon überzeugt, dass ich die Körpergrösse eines gewissen Tom Gruss suchen würde. Macht Sinn. Hilfe wurde mir dann letztlich eben nur mit der Google Suche App geboten. Dort aber ohne wenn und aber. Ob wir einen wahren Star Trek Computer tatsächlich noch erleben dürfen bleibt abzuwarten, schliesslich bieten sich gemäss Slate Magazin noch jede Menge Hürden und Stolpersteine, doch Google ist seinem Traum schon ein riesiges Stückchen näher gekommen. Zu Recht titelt deshalb das Slate Magazin in Anlehnung an die legendäre Star Trek Titelsequenz: “Where No Search Engine Has Gone Before”.

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