9 One-Hit-Wonder Regisseure
Den Begriff One-Hit-Wonder kennt man ja insbesondere aus der Musikwelt. Man hört ihn, wenn von einem Künstler gesprochen wird, der einen massiven Hit hatte und diesen danach nicht mehr wiederholen kann. Dies geht natürlich auch für die Filmwelt. Sei es mit Schauspielern oder eben wie hier – mit Regisseuren.
Die nachfolgenden Regisseure haben ebenfalls alle entweder einen kommerziellen oder künstlerischen Hit (mache auch beides gleichzeitig) gelandet. Einige davon konnten zumindest in kommerzieller Hinsicht auch nach dem ersten Hit punkten und sich im Business halten. Ich beleuchte diese One-Hit-Wonder Auflistung mal aus einer anderen Perspektive. Nämlich aus der qualitativ-künstlerischen. Sämtliche nachfolgend aufgeführten Regisseure konnten einen, vielleicht zwei tolle Filme abliefern. Danach ging irgendwie aus unerfindlichen Gründen plötzlich alles schief und sie vermochten nur noch zu enttäuschen.
By the way: es sind zwar insgesamt 9 Personen auf der Liste, aber es gibt nur 7 Abschnitte. Dies kommt daher, weil mit den Wachowskis und Eduardo Sanchez & Daniel Myrick jeweils ein Regie-Paar (im Sinne von Team) gelistet sind. Viel Spass beim Lesen. Ich freue mich auf eure Gegenargumente, Korrekturen und Ergänzungen!
Joel Zwick – MY BIG FAT GREEK WEDDING
Den Namen Joel Zwick (nicht verwandt mit Edward Zwick) kennt wahrscheinlich niemand, den Film MY BIG FAT GREEK WEDDING – HOCHZEIT AUF GRIECHISCH (2002) hingegen wohl jeder. Dabei ist Joel Zwick bereits seit 1977 im Regie-Business tätig. Vor dem riesigen Kinoerfolg mit MY BIG FAT GREEK WEDDING hatte er aussschliesslich Jobs für TV-Serien. Danach durfte er sich gleich nochmals an einem Spielfilm versuchen. Die jämmerliche Comic-Verfilmung FAT ALBERT (2004) war das Resultat. Also hiess es für Zwick fortan wieder Regie-Aufträge für TV-Serien annehmen. 2013 kriegt er aber seine nächste und vielleicht letzte Chance auf einen Kinofilm. DID U GET MY TEXT ist der Titel des Streifens und basiert auf einem Drehbuch von Jaleel White (uns allen besser bekannt als Steve Urkel aus der Serie ALLE UNTER EINEM DACH).
Walter Becker – WILD HOGS
Nachdem sich Walter Becker mit dem witzigen College-Klamauk VAN WILDER (2002) – dem Ryan Reynolds übrigens seine Karriere verdankt – einen Namen gemacht hatte und mit OLD DOGS (2007) (bei uns auch bekannt als BORN TO BE WILD – SAUMÄSSIG UNTERWEGS) eine weitere klasse Komödie ablieferte, brachte er 2009 die Gurke OLD DOGS mit Robin Williams und John Travolta raus. Seither herrscht für ihn im Kino Funksstille. Während WILD HOGS und OLD DOGS Hauptdarsteller John Travolta ein wahres Stehaufmännchen ist, darf bezweifelt werden, ob für Walter Becker das selbe gilt.
John Singleton – BOYZ N THE HOOD
BOYZ N THE HOOD war die Filmsensation 1991. John Singleton wurde an den darauffolgenden Oscar-Verleihungen dafür gleich zwei mal für den Oscar nominiert. Einmal für die Beste Regie und einmal für das Beste Originaldrehbuch. Man durfte also Grosses von ihm erwarten. Doch seine Nachfolgefilme POETIC JUSTICE (1993) und HIGHER LEARNING (1995) waren sowohl in künstlerischer als auch kommerzieller Hinsicht eine Enttäuschung. Mit SHAFT (2000), 2 FAST 2 FURIOUS (2003) und FOUR BROTHERS (2005) konnte er sich zwar an beiden Fronten wieder etwas rehabilitieren, doch dank seiner letzten Filmsünde ABDUCTION, auch bekannt als ATEMLOS – GEFÄHRLICHE WAHRHEIT (2011), ist er wieder im Keller angelangt.
Daniel Myrick, Eduardo Sánchez – THE BLAIR WITCH PROJECT
THE BLAIR WITCH PROJECT (1999) ging als Internetphänomen und Box-Office-Sensation in die Filmgeschichte ein. Wohl geschockt von diesem Erfolg, drehten die beiden einfach mal eine Weile lang keine Filme mehr. Erst ab 2006 machten Sie sich – jedoch nicht mehr gemeinsam – wieder an die (Regie-)Arbeit. Unabhängig voneinander drehten Sie Werke wie ALTERED (2006), SEVENTH MOON (2008), SOLSTICE (2008), THE OBJECTIVE (2008) und LOVELY MOLLY (2011). Kein einziger davon ist ausserhalb der Horror-Fangmeinde auch nur ansatzweise bekannt. Noch dieses Jahr ist Sánchez EXISTS in Arbeit. Mit wenig Aussicht auf Erfolg. Während sich ihr Stilmittel, das Found Footage, als eigenständiges Genre in Hollywood durchsetzen konnte, kann man dies von den beiden Regisseuren nicht behaupten.
Richard Kelly – DONNIE DARKO
Mit DONNIE DARKO – FÜRCHTE DIE DUNKELHEIT (2001) gelang Richard Kelly auf Anhieb ein moderner Kultfilm. Sein nächster Film SOUTHLAND TALES (2006) ging – obwohl mit Stars wie Dwayne Johnson, Sarah Michelle Gellar und Seann William Scott gespickt – zu Recht unter. Ich hatte mir damals etwa 10 – 15 Minuten dieses wirren Machwerks angetan und musste ob des kruden Blödsinns der sich mir da bot wurde die Fahnen strecken. THE BOX (2009) hab ich mir dann auf Abraten von Roger gar nicht mehr erst angetan. Auch Hollywood scheint mittlerweile die Finger von ihm gelassen zu haben.
The Wachowski Brothers – THE MATRIX
Die Gebrüder Wachowski nennen sich jetzt offiziell die Wachowskis. Der Grund? Der eine Bruder (Larry) wurde zur Schwester (Lana). Wie dem auch sei: als die Geschwister noch Brüder waren, brachten sie diesen revolutionären Film mit dem Titel THE MATRIX (1999) heraus. By sä wei… das spricht sich “Meitrix” aus und nicht “Mätriggs” – das musste schon lange mal gesagt werden… nevermind, der Film setzte neue Massstäbe bezüglich Filmtechnik und Optik und brachte einen haufen Asche in die Kinokassen. Kein Wunder musste gleich noch ein zweiter und dritter Teil angehängt werden (der Film war natürlich schon von Anfang an als Trilogie geplant). Kurzum: die beiden Fortsetzungen waren – und sind es auch noch heute – Scheisse. Okay, let’s move on. Danach konnte es ja nur noch besser kommen – richtig? Falsch! Sie kamen mit dem Megaflop SPEED RACER (2008) an den Start. Noch dieses Jahr soll CLOUD ATLAS – DER WOLKENATLAS in die Kinos kommen. Für diesen Film holte man sich mit Tom Tykwer Verstärkung auf dem Regiestuhl. Drei Regisseure sind besser als zwei scheint man sich gedacht zu haben. Im Fall der Wachowskis dürfte das wohl sogar zutreffen.
M. Night Shyamalan – THE SIXTH SENSE
1999 war ein guter Kinojahrgang. Nebst THE MATRIX kam ein weiterer überwäligender Film in die Kinos: M. Night Shyamalans THE SIXTH SENSE. Sofort galt Shyamalan als eine Art Regie-Wunderkind wie Spielberg oder Tarantino. Sein nächster Film UNBREAKABLE – ZERBRECHLICH (2000) kam ebenfalls noch recht gut an (ich persönlich liebe den Film), doch spätestens mit SIGNS – ZEICHEN (2002) schien sich langsam ein qualitativer Abwärtstrend abzuzeichnen. Dennoch: Shyamalan hatte zu diesem Zeitpunkt noch extrem viel Kredit bei Publikum und Kritikern und alle schienen auf den nächsten SIXTH SENSE zu warten. Und wie wenn Shyamalan diese Erwartungshaltung zu erfüllen wollen schien, produzierte er einen Film nach dem anderen mit “überraschendem” Plot-Twist am Ende seiner Filme. Dieses Konzept erschöpfte sich und langweilte. Trauriger Höhepunkt: Der Umwelt-Mistery-Thriller THE HAPPENING (2008) mit Mark Wahlberg. In einer Szene entschuldigte sich Wahlbergs Filmfigur gar bei einer Zimmerpflanze für das umweltzerstörerische Handeln der Menschen. Nur um kurz darauf festzustellen, dass es sich dabei um eine Plastikpflanze handelte. Nach vernichtenden Kritiken und unbefriedigenden Box Office Resultaten, sah sich Shyamalan wohl gezwungen einen Richtungswechsel einzuschlagen und nahm die Auftragsarbeit THE LAST AIRBENDER – DIE LEGENDE VON AANG (2010) entgegen. Die Fans des animierten Originals tobten ob des lieblosen, ja gar verpfuschten Resultats. An den Kinokassen schnitt der Film zwar nicht schlecht ab, war aber dennoch meilenweit davon entfernt ein echter Blockbuster zu sein. So what’s next? Für Juni 2013 ist der Kinostart seines nächsten Werks AFTER EARTH mit Will und Sohnemann Jayden Smith geplant. In diesem Science-Fiction Film landen die beiden nach einem Crash auf einem fremden Planeten und erforschen diesen. Ob Shyamalan damit die Ehrerrettung gelingt? Irgend etwas in uns scheint immer noch darauf zu hoffen.
























