You’re Next

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YOU’RE NEXT lief am diesjährigen „Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF)“ und gewann prompt den Publikumspreis.

Alles beginnt mit einem gemütlichen Familientreffen im Ferienhaus. Die Eltern sind vor Vorfreude hellauf begeistert, während die Mehrheit der erwachsenen Kinder eher zähneknirschend mit Partner oder Partnerin anreist. Aber so was muss man nun mal gelegentlich über sich ergehen lassen und tödlich sind solche Treffen ja auch nicht. Nun ja, normalerweise nicht. Denn das Treffen der Familie Davidson wird ziemlich schnell zur tödlichen Bedrohung, als plötzlich eine Gruppe von Killern mit Tiermasken auftauchen. Schuss für Schuss und Stich für Stich, beginnen sie die Familienmitglieder zu dezimieren.

Keine bahnbrechend neue Story für einen Horror-Thriller also. Ähnliches wurde uns schon x-mal serviert. Die Charaktere entsprechen mehrheitlich klassischen Stereotypen und bis auf ein paar kleine Familienkonflikte zu Beginn, versucht der Film auch gar nicht erst viel Wert auf Charaktertiefe zu legen.

YOU’RE NEXT sticht allerdings aufgrund zweier Dinge trotzdem positiv aus der Masse heraus:

Erstens sind doch nicht alle Familienmitglieder das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen. Dadurch sind die Killer bald selbst nicht mehr nur noch Jäger, sondern erhalten von der unerwarteten Gegenwehr ebenfalls ordentlich eins auf den Deckel. Besonders im Horror-Genre, wo sich die Rolle der Frau zu gerne auf das kreischende Opfer beschränkt, tut etwas weibliche Schlagfertigkeit im wörtlichen Sinn ganz gut.

Und zweitens ist YOU’RE NEXT einfach nur wunderbar unterhaltsam inszeniert. Regisseur  Adam Wingard mischt eine ordentliche Portion schwarzen Humor und Selbstironie in das Geschehen und bringt so genügend frischen Wind hinein, um die klassische Story unterhaltsam zu machen. Zuviel sei an dieser Stelle nicht verraten um keine Überraschungen vorweg zu nehmen, aber in der Gestaltung das Geschehens erweist sich YOU’RE NEXT als sehr abwechslungsreich. Das Haus ist gross und bietet genügend Räume für ein ausgiebiges Versteckspiel. Für genügend „Jump Scares“ ist also gesorgt. Der Film ist ausserdem keineswegs zimperlich im Umgang mit Blut und Ähnlichem. Dazu kommt eine Kamera- und Schnitttechnik, die mal rasch, mal hektisch, mal ruhiger das Geschehen immer bestens unterstützt.

Deswegen gilt: Den Film nicht zu ernst nehmen, das Hirn ausschalten und am Besten ein paar gute Leute mit Sinn für schwarzen Humor mitnehmen, dann macht YOU’RE NEXT wirklich Spass. Kein Wunder hat er den Publikumspreis der RTS am NIFFF 2013 geholt. Ein regulärer Kinostart wurde für Oktober 2013 angekündigt.

Update 8. August: Splendid Film gibt den Deutschlandstart bekannt. Es ist der 10. Oktober 2013