The Lone Ranger

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1933 lief die erste Folge des US-Hörspiels „The Lone Ranger“ im Radio und hielt sich dank seiner Beliebtheit bis zum Beginn der 50er Jahre. Es folgte eine ebenfalls sehr beliebte US-Fernsehserie zum „Lone Ranger“, die bis 1957 lief. Auch zwei Kinofilme existieren bereits The Lone Ranger (1956) und The Lone Ranger and the Lost City of Gold (1958). Im deutschsprachigen Gebiet ist die Serie unter dem Namen „Die Texas Rangers“ bekannt.

Mittlerweile sind der „Lone Ranger“ und sein Begleiter Tonto allerdings etwas in Vergessenheit geraten, bis man sich entschied ihnen neues Leben einzuhauchen. Regisseur Gore Verbinski definiert The Lone Ranger auch klar als Neuinterpretation der klassischen Figuren.

John Reid (Armie Hammer) gerät mit seiner Ranger-Gruppe in einen Hinterhalt und wird für tot gehalten zurückgelassen. Dort findet ihn der Indianer Tonto (Jonny Deep) und bringt ihn wieder auf die Beine. Daraufhin beschliesst John die Mörder der Gerechtigkeit zu zuführen, der maskierte Lone Ranger ist geboren. Aber auch Tonto hat mit den Tätern noch eine Rechnung offen und so ziehen die Beiden zusammen los. Bald geht es jedoch nicht mehr nur um ein paar Mörder, sondern um ein gross angelegtes Betrugsnetz rund um Eisenbahnschienen, Land und natürlich Reichtum.

Weshalb genau diese beiden Figuren wieder hervorgezehrt wurden, lässt sich nur erraten. Eine Absicht hinter der Produktion des Filmes lässt sich jedoch bereits am Trailer erkennen. Der Humor und der Stil des Filmes erinnern ganz klar an die sehr erfolgreiche Fluch der Karibik Reihe. An Board sind zudem wieder Regisseur Gore Verbinski (Fluch der Karibik 1 & 2) sowie Jonny Depp. Offensichtlich wird versucht eine neue Reihe mit derselben Erfolgsformel aufzubauen, dieses Mal allerdings mit Indianern und Cowboys anstelle von Piraten.

Das ist ja an sich keine schlechte Idee. Nicht alles muss neu erfunden werden und was einmal geklappt hat, kann durchaus wieder klappen. Im Grundsatz ist The Lone Ranger ordentlich gemacht. Die Schauspieler sind gut und die Ausstattung, wenn auch etwas gar stereotypisch, ebenfalls. Die einzelnen Szenen wären an sich auch durchaus unterhaltsam, aber sie fliessen nicht sauber zusammen.

Der Film scheitert an einer zu grossen Differenz zwischen der eigentlichen Geschichte und dem darübergestülpten Pirates of the Carribean-Humor. Die Geschichte ist viel tiefgründiger als jene der „Pirates“-Filme und die Figuren bieten eine Menge Dramatik. Dazu passt der total überdrehte, stellenweise sinnlose Actionhumor allerdings schlichtweg nicht. Die Gags klauen der Dramatik die Stimmung und umgekehrt verhindert die Dramatik das Zünden des Humors. Leider ist es nicht gelungen, diese beiden Elemente zu einer guten Tragikomödie zu verbinden. Dazu kommt, dass der aufgezwungene Humor die Charaktere mehr als einmal total unpassend handeln lässt, was einfach nur irritiert. Grundsätzlich ehrbare Figuren lassen zum Beispiel plötzlich jemanden zum Sterben zurück, nur weil dieser nicht ganz richtig im Kopf scheint.

Trotzdem mag The Lone Ranger mit keinen zu hohen Erwartungen noch Spass machen, aber der grosse Sommerhit ist er definitiv nicht geworden. Da hat Regisseur Gore Verbinski mit seinem Animationsfilm Rango (2011) definitiv schon einen besseren Westernfilm kreiert und Jonny Depp ist dort ebenfalls inklusive.