Spring Breakers

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SPRING BREAKERS ist definitiv nicht die Art von Film mit der sich jedermann anfreunden kann. Aber er ist definitiv auch einen Blick wert, wenn man sich denn auf ihn einlassen will.

SPRING BREAKERS handelt von den drei Freundinnen Candy (Vanessa Hudgens), Brit (Ashley Benson), Cotty (Rachel Korine) und Faith (Selena Gomez), die unbedingt durch die Reise an eine Spring Break Party ihrem trostlosen Alltag entkommen wollen. Das Geld dafür besorgen sich Candy, Brit und Cotty kurzerhand mit dem Überfall einer Tankstelle. Nur die gläubige Faith zieht dabei nicht mit, verreist aber doch mit ihren Freundinnen an die ersehnte Spring Break Party. Nach einigen Tagen treffen sie dort auf den Gangster Alien (James Franco). Dieser findet Gefallen an den Mädchen und führt sie in seine Welt von Alkohol, Drogen, Sex und Gewalt ein. Dadurch entsteht ein gefährlicher Sog, der am Ende nicht nur Alien gefährlich wird.

Filmszene: SPRING BREAKERS (2013)

SPRING BREAKERS funktioniert selbst wie ein Sog. Bereits von Beginn weg nutzt Regisseur Harmony Korine  ein Gestaltungsmittel, dass den ganzen Film prägt: Die Stimmung der Szenen entspricht jeweils derjenigen der Mädchen. Sind sie also wieder einmal ziemlich high kommt auch der Film dementsprechend daher. Überfälle die den Freundinnen als spassiges Spiel vorkommen werden ebenfalls dementsprechend gefeiert, was unter anderem zu einem Reigentanz mit Waffen führt. Nur in einzelnen Szenen bricht die Realität durch. Eine Schlüsselfigur ist dabei zu Beginn Faith, deren Wahrnehmung anders ausfällt.

Filmszene: SPRING BREAKERS (2013)

Verstärkt wird die Sogwirkung von der Wiederholung diverser Elemente. Immer wieder werden Spring Break Partyszenen eingeschnitten und während des gesamten Films baut sich langsam ein „Spring Break“-Lied auf, dass erst im finalen Ende seine endgültige Version findet. Immer wieder werden kurze Szenen dazu geschnitten, die noch zu Geschehenes bereist vorwegnehmen. Alle diese Elemente zusammen entwickeln diese hypnotische Sogwirkung, die einem auf das zerstörerische Ende zu zieht.

Filmszene: SPRING BREAKERS (2013)

SPRING BREAKERS als sinnlosen Gewalt- und „Nackter Haut“-Film abzutun ist ausserdem zu kurz gegriffen. Natürlich lebt der Film unbestreitbar auch davon, aber nicht nur. SPRING BREAKERS knallt einem zwar nicht den moralischen Zeigefinger ins Gesicht, aber in seiner Tiefe verborgen liegt dennoch viel mehr. Dies ist auf der einen Seite der Darstellung des Geschehens aus der Sicht der Mädchen zu verdanken und auf der anderen Seite sind es viele kleine, dezent eingestreute Szenen. Wenn Alien beispielsweise den Mädchen stolz seine Sammlung von Markencaps und Markenparfüms präsentiert, wirkt er selbst verloren in den Zwängen der Welt und nicht wie ein unabhängiger toller Gangster.

Filmszene: SPRING BREAKERS (2013)

Diesen Gangster verkörpert James Franco übrigens genial. Schon lange nicht mehr einen derart abscheulich verkorksten und jämmerlichen Charakter gesehen.

SPRING BREAKERS ist ein exzessiver Filmtrip, ein Sog durch Neonbildern von Partys, Drogen, Sex und Waffen, in dessen Inneren sich überraschende Tiefe verbirgt.