Bridesmaids – Brautalarm

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Frau will heiraten, beste Freundin soll Hochzeitsvorbereitungen übernehmen, ist aber mit ihrem eigenen Leben so masslos überfordert, dass alles was sie anpackt zum Chaos gerät. Zudem hat die Braut mittlerweile eine neue (beste) Freundin in ihrem Leben, die alles besser kann und die Vorbereitungsarbeit an sich reist. Zickenalarm!

Aber beginnen wir ganz von vorn. Als ich mir vor ein paar Monaten das erste mal den Trailer zu BRIDESMAIDS, so der Originaltitel von BRAUTALARM angeschaut hatte, konnte ich den Film nicht so richtig einordnen. Bevor ich mir den Trailer anschaute, hatte ich mir zuerst das Poster angesehen. Darauf zu sehen: eine Braut in weiss, umgeben von fünf Brautjungfern in pink. Die Vorurteile kamen wie lästige Pop-ups hochgeschossen: typische Hochzeits-Romcom (Romantic Comedy) à la DIE HOCHZEIT MEINES BESTEN FREUNDES, 27 DRESSES oder BRIDE WARS – BESTE FEINDINNEN. Dazu muss man wissen, dass bei solchen Filmen der Frauenanteil im Kino in der Regel bei gewaltigen 80% liegt, es sich dabei deshalb in der Tat um echte „Frauenfilme“ handelt. Für die Männer ist da in der Regel nicht viel mit dabei. Soviel also zu den Erwartungen alleine schon nach einem kurzen Blick auf das Filmposter. Den Trailer hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal angeschaut. Immerhin, hat mich das Poster neugierig auf den Trailer gemacht.

Zu meiner Überraschung wurde der (Original)-Trailer mit der Bewertung „Rated R“ (quasi nicht jugendfrei) versehen. Dann musste es sich wohl um eine freche Hochzeitskomödie à la WEDDING CRASHERS oder vielleicht SEX AND THE CITY handeln. Tatsächlich war im Vorspann von allem etwas mit drin und trotzdem wurde ich nicht richtig schlau daraus. Ein paar deftige Sprüche unter der Gürtellinie und ziemlich viele rasch zusammengeschnittene Szenen für einen so kurzen Trailer. Ich war fast schon überfordert, zumal darin eigentlich nicht wirklich viel über die Story erzählt wurde. Von der Story bekam ich lediglich mit, dass unsere Hauptdarstellerin die beste Freundin der Braut ist und damit konfrontiert wird, als Brautjungfer die Hochzeitsvorbereitungen zu planen.

Nach dem Trailer – und daran erinnere ich mich noch gut – hab ich mir gedacht, dass das kein guter Film sein kann.

Wie man sich doch irren kann! Als der Film in den amerikanischen Kinos anlief, wurde der Film mit Lob nur so überhäuft, von Seiten der Kritiker und auch von Seiten des Publikums. Auf Twitter wurden Lobeshymnen auf den Film angestimmt und an den amerikanischen Kinokassen war der Film DIE Sensation. Bei einem Produktionsaufwand von 32.5 Millionen Dollar wurden bis dato über 160 Millionen Dollar eingenommen. Rated R Filme spielen selten mehr als 100 Millionen Dollar ein, weil all die Kino-geilen Minderjährigen nicht in den Film dürfen. BRIDESMAIDS ist also der Überraschungshit der Saison 2011, ähnlich wie HANGOVER im Jahr 2009 (ebenfalls Rated R). Der Film ist tatsächlich viel mehr HANGOVER als SEX AND THE CITY oder BRIDE WARS. Dieses mal wird die Geschichte jedoch aus der Sicht der Frauen erzählt. Trotz aller Gemeinsamkeiten, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte (schaut euch den Film an for Christ sake!), wäre es jetzt unfair, den Film als einfache Kopie abzutun. BRAUTALARM (was für ein Titel ist das denn?) ist auf der ganzen Linie eigenständig und frisch. Spannende, unkonventionelle Charaktere, eine freche Story mit z.T. derben Gags, die auch jederzeit den Geschmack von uns Männern treffen. Insofern handelt es sich trotz des Hochzeitsthemas nicht um eine Romcom, sondern viel mehr um eine Bromcom (Bro’s Romantic Comedy). Damit ist gemeint, dass der Film sowohl Männer als auch Frauen gleichermassen anspricht. Für mich bis jetzt klar einer der besten Filme des Jahres. BRAUTALARM spielt in der selben Liga wie AMERICAN PIE und VERRÜCKT NACH MARY.