Promised Land Review

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Zweimal war Matt Damon schon für einen Oscar als bester Schauspieler nominiert. Einmal 1998 für seine Hauptrolle in Good Will Hunting und einmal 2010 für seine Nebenrolle in Invictus. Gewonnen hat er keinen davon und trotzdem darf sich Damon stolzer Besitzer einer Oscar-Trophäe nennen. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass er bei Good Will Hunting nicht nur als Darsteller tätig war, sondern – zusammen mit Ben Affleck – auch das Drehbuch zum Film verfasst hatte. Und noch einer erhielt 1998 für Good Will Hunting eine Oscar-Nominierung: Regisseur Gus Van Sant.

Klingt nach einer Erfolgsformel, muss sich Damon gedacht haben, denn bei Promised Land ist die Ausgangslage ähnlich. Van Sant (Milk, Drugstore Cowboy) führt Regie, während Matt Damon die Hauptrolle übernimmt und, gemeinsam mit einem Schauspielerkollegen (John Krasinski), das Drehbuch verfasst. Für eine Oscar-Nominierung hat es dieses mal zwar nicht gereicht, aber stark ist das Politdrama trotzdem geworden.

Steve Butler (Matt Damon) ist ein erfolgreicher Aussendienst-Verkäufer für ein Energieunternehmen. Sein Job ist es, Farmern die Bohrrechte zur Gewinnung von Erdgas abzukaufen. Stevenmacht seine Sache besonders gut, was er darauf zurückführt, dass er selber in einer ländlichen Gegend aufgewachsen ist und daher weiss, wie diese Leute ticken. Als er gemeinsam mit seiner Partnerin Sue (Frances McDormand) eine neue Region erschliessen soll, läuft zunächst alles wie geplant. Doch plötzlich regt sich in einer Kleinstadt, unter der Führung des ehemaligen Ingenieurs Frank Yates (Hal Holbrook), erbitterter Widerstand gegen die Bohrungen. Da die Förderung von Erdgas grosse Umweltschäden wie Trinkwasserverunreinigung bewirken können, sind die Bewohner trotz Steves gegenteiliger Beteuerungen beunruhigt. Als Yates unverhoffte Untersützung von Umweltaktivist Dustin Noble (John Krasinski) erhält, wird die Situation für Steve und Sue, die beide unter riesigem Erfolgsdruck stehen, zunehmend unangenehm. So nach und nach zeigen die Argumente der Gegner bei der Bevölkerung Wirkung und auch bei Steve findet langsam ein Umdenken statt.

Obwohl die Thematik durchaus zu packen und auch zu unterhalten vermag, ist man längst nicht mehr geschockt, wenn ein Film das bunte Treiben mächtiger und rücksichtsloser Konzerne offenlegt. Filme wie Promised Land haben eine lange Hollywood-Tradition. Das China-Syndrom (1979) und Silkwood (1983) rechneten mit der Atom-Lobby, während The Insider (1999) die üblen Praktiken der Tabak-Industrie anprangerten. Erin Brockovich (2000) und jetzt auch Promised Land schliessen quasi den Kreis und weisen auf die unsauberen Machenschaften der Energie-Branche hin.

So erhält man eine durchaus unterhaltende Lektion in Sachen US-Landwirtschaft und Energiegewinnung, mehr aber auch nicht. Matt Damon spielt seinen Part als seelenloser Verkäufer, dem plötzlich ein Gewissen wächst, durchaus ansprechend, mehr aber auch nicht. Für einen erneuten Oscar reichte das nicht, für einen lehrreichen und unterhaltsamen Filmabend jedoch allemal.