Pacific Rim

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„Wir dachten immer, ausserirdisches Leben käme aus dem Weltall, doch es kam aus der Tiefe des Pazifik.“ Mitten im pazifischen Ozean öffnet sich eine Spalte, aus der riesige Monster,  Kaijus genannt, auftauchen. Als Abwehrstrategie entstehen die „Jaeger“, riesige Kampfmaschinen gesteuert von jeweils zwei Piloten, deren Gedanken über eine Neuronenbrücke verbunden sind.

Filmszene: PACIFIC RIM (2013)

Doch nach einer ersten Siegswelle der Jaeger, entwickeln sich die Kaijus weiter und plötzlich fallen ihnen immer mehr Jaeger mitsamt ihren Piloten zum Opfer. Da jedoch nur wenige Menschen fähig sind einen Jaeger zu steuern, muss der Leiter der Jäger-Teams Stacker Pentecost (Idris Elba) bald auf „nicht optimale“ Kandidaten zurückgreifen. Deswegen finden sich der traumatisierte Ex-Jäger-Pilot Raleigh Becket (Charlie Hunnam) und die unerfahrene Rekrutin Mako Mori (Rino Kikuchi) plötzlich in einem Team wieder, von dem bald vieles abhängen wird.

Filmszene: PACIFIC RIM (2013)

Das Pilotensystem ist ein entscheidendes Merkmal, dass Pacific Rim deutlich von reinen Roboter-Actionfilmen wie Transformers (2007) abhebt abhebt. So sieht Regisseur Del Toro Pacific Rim auch als Hommage an das Mecha-Genre. Durch die Piloten verwandeln sich die „Maschine gegen Monster“-Kämpfe nämlich in „Mensch gegen Monster“-Kämpfe. Es gelingt Del Toro die Kämpfe so zu inszenieren, dass weder die mächtige Schlagkraft der Maschinen, noch die Emotionen der Piloten untergehen. Dabei sind die Kämpfe ebenso vielfältig wie die Jaeger und die Kaijus.

Pacific Rim versteht es meisterhaft einem während den Kämpfen immer wieder die Grösse der Maschinen und der Monster bewusst zu machen. Sei dies, weil sich plötzlich ein kleines Fischerboot mitten in einem Seekampf zwischen Kaiju und Jaeger wiederfindet, oder ein Jaeger langsam an den riesigen Hochhäusern Hong Kongs vorbeistampft. Dazu kommt eine Kameraführung, die häufig mitten ins Geschehen reisst: Details der Jägermechanik oder Nahaufnahmen von Kaijus betonen zugleich ihre Grösse und lassen sie greifbarer erscheinen. Dabei kommt das 3D wunderbar zur Geltung.

Filmszene: PACIFIC RIM (2013)

Pacific Rim besteht aber nicht nur aus „Monster vs. Maschinen“-Kämpfen. Der Film lässt den Charakteren genügend Zeit, um sich zu entfalten. Pacific Rim definiert seine Hauptfiguren zuerst in ihren Grundzügen, um anschliessend langsam ihre inneren Schichten hervorzugraben. Dazu bedient sich Del Toro unter anderem geschickt der Gedankenverbindung der Piloten, durch die Raleigh und Maki gezwungenermassen ihre Erinnerungen teilen. Besonders Rinko Kikuchi als Rekrutin Mako Mori sticht als heraus.

Etwas überzeichnet sind lediglich das Wissenschaftler-Team und die Figur von Ron Perlman. Allerdings ist es eine positiv unterhaltsame Art von Überzeichnungen, die der schweren Epik des Films die notwendige Auflockerung verleiht.  Besonders Ron Perlman hat eine wirkliche gelungene, fast schon ikonische Rolle bekommen, deren Mischung aus Asia- und Western-Touch wunderbar aufgeht. Zusammen mit den Wissenschaftler läuft sein Handlungsstrang parallel zu den Kämpfen und reichert die Story mit Hintergrundinformationen zu den Kaijus an.

Filmszene: PACIFIC RIM (2013)

Abgerundet wird das alles mit einem speziellen visuellen Stil aus kräftigen Farben, viel Neon und beeindruckenden Bilder. Zusätzlich unterstützend wirkt ausserdem die Musik, die sich unterschiedlicher Genres bedient um das Geschehen passend zu unterstreichen.

Pacific Rim wird mit seinem eigenen Stil nicht jedem gefallen. Wer allerdings ein Faible für Monster und Mechas, gepaart mit einer soliden Story und Charaktere hat, wird hier bestens unterhalten.

Und während dem Abspann gilt wieder einmal: sitzen bleiben. Es folgt noch eine sehr gelungene Anspielung auf eine ganz bestimmte Art von Filmende.

Filmszene: PACIFIC RIM (2013)