Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr

by

Fiese, durchtriebene Nordkoreaner vs. aufrechte, heldenhafte Amerikaner

Secret-Service-Agent Mike Banning (Gerard Butler) ist nicht nur der persönliche Bodyguard von US-Präsident Asher (Aaron Eckhart), er ist auch sein Sparring-Partner beim Boxtraining und sowas wie der Liebling der Präsidentenfamilie. Doch als Banning bei einem tragischen Unfall den Tod der First Lady nicht verhindern kann, fällt er beim Präsident Asher in Ungnade und verliert seinen Job beim Secret Service. Seines Lebensinhaltes beraubt, arbeitet er fortan in der Privatwirtschaft, möchte aber am liebsten wieder zurück zur Truppe.

Gelegenheit dazu kriegt er, als bei einem treffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten und dem südkoreanischen Premierminister plötzlich das Weisse Haus von paramilitärischen nordkoreanischen Terroristen angegriffen wird. Alles fängt mit einer Attacke durch ein gekapertes US-Flugzeug an, dass nicht nur das Weisse Haus und das Washington Monument zerstört, sondern gleich halb Washington D.C. in Schutt und Asche legt. Dies löst eine Standardprozedur aus, bei dem der Präsident in die Notfall-Kommandozentrale in einem unterirdischen Bunker unterhalb des Weissen Hauses gebracht wird. Der Präsident beschliesst, entgegen des Protokolls, seinen Staatsgast samt seines Security-Teams, in die Kommandozentrale mitzunehmen. Bad idea!

Während vor dem Weissen Haus ein wahrer Krieg tobt, verlagert sich das Schlachtfeld zusehends ins Gebäude rein und der Secret Service verliert schnell die Kontrolle über das Geschehen. Und auch in der Notfall-Kommandozentrale läuft alles unplanmässig. Die Terroristen haben es geschafft, den Präsident als Geisel zu nehmen und stellen schon bald die ersten Forderungen.

Für zwei Stunden gilt: Hirn abschalten und die Action geniessen

Auf der Blu-ray erklärt Regisseur Antoine Fuqua (Training Day), dass alles was im Film im Zusammenhang mit der Machtübernahme der Terroristen gezeigt wird, auch tatsächlich passieren könnte. Das ist mehr als sehr schwer zu glauben und wirkt schon fast lachhaft. Bis die Armee, geschweige denn irgendwelche Navy Seals Truppen auftauchen, haben die Terroristen bereits das ganze Weisse Haus zu Kleinholz verarbeitet. Dann sind die Terroristen den Amis im Film stets einen Schritt voraus, besitzen hochvertrauliche Informationen über das Weisse Haus, setzen streng-klassifizierte Waffen aus US-Beständen ein und haben jeden noch so abwegigen Schachzug des Präsidenten und der Notstand-Regierung, unter der Leitung von Speaker of the House Allan Trumbull (Morgan Freeman), vorauszusehen. Doch mit einem haben die Terroristen nicht gerechnet, mit Mike Banning, der früher auch noch US Army Ranger war, was ihn all seinen Feinden gegenüber, offenbar um Welten überlegen macht.

Olympus Has Fallen bietet alle Zutaten, die schon Stirb Langsam zu einem Hit gemacht haben. Doch anstelle der coolen Sprüche, setzt man auf bierernstes Pathos und triefenden US-Patriotismus. Da sah sogar Roland Emmerich, der sonst eigentlich dieses Metier besser beherrscht als sonst einer, mit seinem White House Down blass dagegen aus. Sinnbildlich ist eine Einstellung, in der die nordkoreanischen Terroristen die von Kugeln durchsiebte US-Flaggen symbolisch vom Weissen Haus nehmen und sie wie Abfall vom Dach runter werfen – und das alles natürlich im Zeitlupen-Tempo. Da fühlt man sich angesichts der simplen gut/böse, ost-west, schwarz/weiss Malerei stark an Filme der Achtzigerjahre zurück versetzt.

Auch sonst ist die Story sehr simpel gestrickt und vieles sehr vorhersehbar. Das der Film trotzdem Spass macht, liegt an Fuquas Nonstop-Actionfeuerwerk und einem gut aufgelegten Gerard Butler. Eindeutig kein Film zum Mitdenken, aber das hat wohl auch keiner erwartet.