Kindsköpfe 2 (Grown Ups 2)

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Bevor ich mit meiner Review loslege muss man ein paar Dinge von mir wissen. Ich bin mit Filmen wie Police Academy oder Bachelor Party und später dann Tommy Boy aufgewachsen. Ich war wohl auch einer der ersten Adam Sandler Fans im deutschsprachigen Raum. Als ich 1996 Happy Gilmore und dann rückwirkend noch Billy Madison sah, liebte ich diesen total rüpelhaften und verrückten aber umso liebenswerteren Kerl mit der grossen Schnauze und seinem kindlichen Humor.

Selbst nach filmischen No-Gos wie Jack and Jill, That’s My Boy und seinem missglückten Animationsfilmchen Hotel Transylvania freue ich mich jedes mal auf einen seiner neuen Kinostreiche. Man kann also sagen, ich bin durchaus in der Lage über Witze zu lachen, die alle anderen nur eklig, dämlich oder einfach nur kindisch finden. Schliesslich werde ich selbst gerne immer wieder gerne – zum Leidwesen der anderen – zum Kindskopf.

So gesehen, konnte ich auch bei dem vor drei Jahren erschienenen Grown Ups (Dt. Kindsköpfe) immer wieder mal herzhaft lachen, auch wenn der ein oder andere Gag sogar mich zum Fremdschämen oder laut Gähnen veranlassten. Doch alles in allem überwog die tolle Stimmung, die der Film mit sich brachte die ganz platten Witze und konnte dadurch unterm Strich bestens unterhalten.

Dabei währen wir auch schon beim grössten Problem von Kindsköpfe 2 angelangt. Der Film kommt einfach nie richtig in Fahrt und bringt bis auf ein paar vereinzelte Lacher einen Rohrkrepierer nach dem anderen. Dabei wären die Voraussetzungen doch gar nicht so schlecht.

Lenny Feder (Adam Sandler) hat mit seiner Roxanne (Salma Hayek) und seinen drei Kindern Hollywood den Rücken gekehrt und ist wieder in die Kleinstadt seiner Jugend zurückgekehrt. Dort leben auch seine besten Freunde Eric (Kevin James), Kurt (Chris Rock) und Marcus (David Spade). Alle haben so ihre kleinen Alltagssörgelchen und sind hauptsächlich mit ihren ehelichen oder unehelichen Kinder und deren Problemchen beschäftigt. Das wäre dann auch schon die Ganze Story, denn mehr passiert im Film eigentlich nicht. Ausser vielleicht, dass alle Jungs auf die Ballettlehrerin von Lennys Tochter Becky stehen und die Ehefrauen total scharf auf ihren schwulen Workout-Trainer sind. Und so plätschert die Story, durchzogen von platten Gags, dröge vor sich hin und man fragt sich ständig, wann Regisseur Dennis Dugan seinen Fuss endlich von der Bremse nimmt und die richtig guten Lacher kommen. Wenn dann gegen Ende des Films Lenny und seine Freunde ein Stück von ihrer Jugend zurückgewinnen wollen und deswegen eine grosse 80’s-Party in seinem Haus feiern, geht dann tatsächlich noch die Post ab.

Schon der erste Teil war nichts für Kids und auch von Kindsköpfe 2 haben sie – ausser im Film selber – nicht viel zu suchen. Es geht ständig um furzen, niesen und rülpsen (immer wieder gerne auch alles gleichzeitig). Mal mehr, mal weniger unterschwellig geht es dann noch permanent um Sex, Exkremente und Kotze.

Das es stattdessen eigentlich um Freundschaft, Familie und Liebe – verpackt in einem verrückt-spassigen Film – gehen sollte, haben alle Beteiligten leider vergessen. Erst in der Abschluss-Szene, als die Freunde im Haus von Erics Mutter in einem alten Fotoalbum blättern und Erinnerungen schwelgen, kommt so etwas wie Herz in die Geschichte. Dabei hätte genau es genau davon viel mehr benötigt. Mehr Herz, weniger Kotze.