Gambit – Der Masterplan

by

Colin Firth spielt in Gambit, einem Remake des gleichnamigen Gaunerstücks aus dem Jahr 1966, in dem der Star aus The King’s Speech Schuhe und Brille von Michael Caine übernimmt, einen gepeinigten Kunstkurator mit einem Scheisskerl von einem Arbeitgeber (Alan Rickman).

Plumpe Furzwitze statt britischem Humor

Leider gibt es wenig amüsantes in dieser bleiernen, lethargischen Angelegenheit, die auf einem 10 Jahre alten Skript der Coen-Brüder basiert und sich bestenfalls wie ein erster Entwurf anfühlt. Zwar blitzt immer wieder mal der skurrilen Witz der Coens durch – beispielsweise wenn bei einem Texas- Rodeo ein Hund von einem Affen geritten wird oder wenn eine morbide Reality-Show über einen krankhaft fettleibigen im Fernseher läuft – doch das sind rare Ausnahmen. Viel zu oft entscheidet sich Michael Hoffmans Film stattdessen für plumpen Slapstick à la Firth balanciert ohne Hose auf dem Fenstersims eines Nobelhotels oder Firth kriegt immer wieder mal ohne guten Grund eins in die Fresse und so weiter. Der neue Gambit ist sich nicht einmal zu schade, sich auf Furzwitz-Niveau zu begeben. Was bei American Pie lustig sein mag, will hier einfach nicht funktionieren.

Dabei wäre unter all den Faxen ja auch noch so etwas wie eine Handlung verborgen. Harry Dean (Colin Firth) versucht, mit der Hilfe des begabten Fälschers „The Major“ (Tom Courtenay) und der trashigen Rodeo-Queen Nicole (Cameron Diaz) aus Texas, seinem narzisstischen Boss Lionel Shandabar (Alan Rickman) einen gefälschten Monet anzudrehen. Eigentlich hat Harry den perfekten Plan ausgearbeitet. Nur blöd, sich keiner an diesen Plan hält. Shandabars Haustier – ein ausgewachsener Löwe, endlose Demütigungen und ein zusätzlicher Gemälde-Experte (Stanley Tucci), stellen sich ihm dabei in den Weg.

Selbst Stanley Tucci macht sich zum Affen

Colin Firth, Tom Courtenay und Cameron Diaz kämpfen verzweifelt gegen das schwache Drehbuch an, während der ansonsten geniale Tucci sich (in der Originalversion) mit einem stark übertriebenen deutschen Akzent ausnahmsweise mal zum Affen macht. Makellos ist hingegen, Alan Rickmans Personifizierung des exzentrischen Multimillionärs mit Hang zum Nudismus. Er bringt es dann auch im Film auch auf den Punkt wenn er sagt, dass der ganze Schwindel ein wenig eine Zeitverschwendung gewesen sei. Dem kann ich mich nur anschliessen.