The Last Stand

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Arnold Schwarzenegger ist zurück. Und er ist immer noch der Alte. Mittlerweile kann man das auch wörtlich nehmen, denn seine Gesichtsfalten sind ihm deutlich anzusehen, und mit hautengen T-Shirts läuft er in seinem Solo-Comeback keine Sekunde lang herum. Doch Arnie beweist mit THE LAST STAND, dass er immer noch badass ist. Good to have you back, Mr. Schwarzenegger.

Sylvester Stallone hat mit THE EXPENDABLES vorgemacht, dass man mit simpler Achtzigerjahre Action und sogar mit in die Jahre gekommenen Altstars nach wie vor ein Millionenpublikum anziehen kann. Nach seinem Kurzauftritt in Teil 1 hatte Schwarzenegger in THE EXPENDABLES 2 sogar einen etwas grösseren Auftritt und gab damit sein eigentliches filmisches Comeback, seit seinem Rückzug aus der Politik. Während sein Part bei der Stallone-Show eher enttäuschend war, läuft er in THE LAST STAND wieder zu Höchstform auf und nimmt dabei sich selber, aber auch andere – wie etwa die Schweizer Banken – gekonnt aufs Korn.

Filmszene: THE LAST STAND (2013)

Die Story ist schnell erzählt und ist auch nur ein Vehikel für tolle Action und Situationskomik. Schwarzenegger spielt Ray Owens, den ehemaligen Drogenfahnder einer Spezialeinheit der LAPD. Als Sheriff des verschlafenes Nestes Sommerton, nahe der mexikanischen Grenze, befindet er sich quasi im Vorruhestand. Seine idyllischen Tage werden jedoch jäh vom berühmt-berüchtigten Drogen-Boss Gabriel Cortez gestört, der auf seiner Flucht aus einem Gefangenentransport mit einem getunten Sportflitzer ausgerechnet durch das beschauliche Sommerton rasen will. Da das FBI auf ihrer Jagd dem gefährlichen Drogenboss immer einen Schritt hinterher hinkt und Cortez seine Flucht seinerseits sorgfältig durchgeplant hat, ist Owens der einzige der ihn noch stoppen kann. Es kommt zum klassischen Showdown.

Filmszene: THE LAST STAND (2013)

Das mit dem Showdown kommt nicht von ungefähr, denn der Film erinnert zuweilen tatsächlich an klassische Westernfilme wie etwa RIO BRAVO (1959) oder 12 UHR MITTAGS (1952). Es gibt den heldenhaften, unbeugsamen und unbestechlichen Helden in der Form des Sheriffs und es gibt den durch und durch schlechten Bösewicht, der sich unaufhaltsam dem kleinen, ruhigen Städtchen nähert und den Tod mit sich bringt. Doch im Gegensatz zu besagtem 12 UHR MITTAGS, ist Sherriff Wayne Owens in THE LAST STAND nicht auf sich alleine gestellt. Er kriegt tatkräftige Unterstützung von drei Hilfssheriffs und gleich mehreren Zivilisten, darunter auch eine Lady im Rentenalter und ein wie immer etwas debil wirkenden Johnny Knoxville.

Letzterer spielt, wie bereits im thematisch nicht unähnlichen Neo-Western WALKING TALL (mit Dwayne Johnson), einen etwas verrückten aber ungemein sympathischen Zivilisten, der sich zum Deputy ernennen lässt und beim Publikum mit vielen Gags punkten kann. Auch sonst erstaunt, wie oft die Gags und Onliner tatsächlich funktionieren, denn der Trailer liess eher Gegenteiliges befürchten.

Filmszene: THE LAST STAND (2013)

So ist THE LAST STAND des südkoreanischen Regisseurs Jee-woon Kim, der in seinem Repertoire übrigens auch einen Westernfilm aufführt, eine altmodische Mischung aus trockenem Humor und harter Actionkost, bei der auch schon mal die (Körper-)Fetzen fliegen. Ein Schwarzenegger-Film im Stil der Achtzigerjahre, mit einem bis in die Haarspitzen motivierten Hauptdarsteller und durchwegs sympathischen Sidekicks. Das beste daran: THE LAST STAND vermag über die ganze Spieldauer hinweg perfekt zu unterhalten.