21 Jump Street

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Ziemlich lange war es ihm ja so richtig peinlich und er versuchte alles, um sich sein Image als Teen-Idol abzustreifen, dass er sich vorher als Tom Hanson in der TV-Serie 21 JUMP STREET hart erarbeitet hatte. Von niemand anderem als dem mit Abstand schlechtesten Pirat von dem ihr je gehört habt ist hier die Rede. Johnny Depp. Von 1987-1990 war er für die Serie als jung aussehender Polizist an verschiedenen Schulen im verdeckten Einsatz. Die Girls vor den Bildschirmen lagen ihm alle zu Füssen. Dankbar einerseits für den Erfolg, der ihm neue Türen in Hollywood öffnete und beschämt andererseits, wollte er doch immer ein ernst zu nehmender Schauspieler sein und nicht einfach nur der New Kid on the Block. Mittlerweile ist Johnny Depp einer der grössten Stars des Planeten und kann sich seine Rollen nach Belieben auslesen. Offenbar hat er in den vergangenen Jahren seinen Frieden mit der ihm einst so verhassten Serie gemacht, denn im gleichnamigen Film gönnt er sich nun sogar einen kleinen aber feinen Gastauftritt.

Szenenbild: 21 JUMP STREET (2012)

Der Film ist nicht etwa ein Remake der Serie, sondern knüpft quasi dran an. Die geheime Jump-Street-Einheit wurde reaktiviert und die beiden jungen Polizisten Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) werden ihr aufgrund ihres jugendlichen Aussehens zugeteilt. Jetzt müssen die beiden – die sich seit ihrer eigenen Highschool-Zeit her kennen und nicht immer die besten Freunde waren – in der örtlichen Highschool ihren Undercover-Dienst antreten. Also tauschen Schmidt und Jenko ihre Waffen und Dienstmarken gegen Rucksäcke und Schulbücher ein und riskieren ihr Leben, um gegen einen gewalttätigen und gefährlichen Drogenring zu ermitteln. Dabei stellen sie sehr schnell fest, dass die Highschool von heute nicht mehr das ist, was sie mal war. Plötzlich ist es gar nicht mehr so cool, wenn man den Starken raushängt und sich über andere lustig macht. So kommt es, dass der dickliche Schmidt, ganz im Gegesnsatz zu seiner traumatischen Schulzeit, zum beliebten In-Typen mutiert und der gutaussehende Jenko hingegen zum Aussenseiter.

Szenenbild: 21 JUMP STREET (2012)

21 JUMP STREET ist eine frisch-freche Komödie, die ganz klar mit den Erwartungshaltungen der Zuschauer spielt. Diejenigen, die sich noch an die Serie erinnern konnten, vermochten sich wohl nur schwer mit der Idee einer Verfilmung anzufreunden. Das hat aber auch den Vorteil, dass die Erwartungen an den Film ziemlich niedrig sind. So gesehen hat der Kinozuschauer schon gewonnen. Die Chemie zwischen Jonah Hill – der vom Eminem-Verschnitt zum coolen Party-Animal mutiert – und Channing Tatum – der vom coolen Leadertyp zum Schulnerd gerät – funktioniert. Den Spass, den die beiden ganz offenslichtlich beim Drehen hatten, transportieren sie perfekt auf die Leinwand. Besonders gelungen ist die Umsetzung der (zugegebenermassen etwas unglaubwürdigen) Idee, dass sich in der Zeit seit der die beiden selbst an der Schule waren, so einiges verändert hat und das was früher mal cool war, heute einfach nur noch peinlich und uncool ist.

Szenenbild: 21 JUMP STREET (2012)

Buddy-Komödien wie NUR 48 STUNDEN oder LETHAL WEAPON funktionieren alle nach dem selben einfachen Prinzip. Zwei komplett gegensätzliche Charaktere müssen sich zusammenraufen, lernen dabei jeder für sich ihre Lektion fürs Leben und ergänzen sich letzlich perfekt bei der Lösung des Falls. So auch 21 JUMP STREET und mitunter geht es dabei reichlich Kindisch zu und her. Zum Beispiel, wenn sich die beiden vor den Augen eines Dealers Drogen reinziehen müssen, um sein Vertrauen zu erlangen und danach während der Schulstunden auf dem Trip ihres Lebens sind.