Devil’s Knot

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Basierend auf einer wahren Begebenheit

Devil’s Knot beruht auf einem wahren Vorfall in der Kleinstadt West-Memphis im US-Bundestaat Arkansas. Im Mai 1993 werden drei zuvor als vermisst gemeldete Kinder ermordet in einem Wald aufgefunden. Einen Monat später verhaftet die Polizei die drei Jugendlichen Jessie, Damien und Jason. Die Bevölkerung und auch die Medien sind überzeugt, dass die drei Teenager die Kinder als Teil eines satanischen Rituals ermordet haben.

Privatdetektiv Ron Lax wird vom Anwalt der Drei beigezogen. Doch obwohl er bald Fehler im Beweismaterial findet, will niemand etwas von einer Unschuld der Teenager wissen, weder der Richter, noch die Bewohner. Nur Pam Hobbes (Reese Witherspoon), die Mutter von einem der ermordeten Kinder, beginnt ebenfalls langsam an dem Gerichtsverfahren zu zweifeln.

Die West Memphis Three

Devil’s Knot erzählt die wahre Geschichte der “West Memphis Three” ohne dabei wertend zu sein. Regisseur Atom Egoyan gelingt es, die Ungerechtigkeit des Verfahrens alleine durch die geschickte Anordnung von Fakten und Szenen deutlich zu machen.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Pam Hobbes und Ron Lay erzählt. Durch Pam Hobbes erhält der Zuschauer einen direkten Einblick in die Sichtweise der Stadtbevölkerung, während Ermittler Ron Lay das Ereignis als Aussenstehender untersucht. Reese Witherspoon sorgt mit ihrer Darstellung von Hobbes für viele emotionale Momente. Ihre Darstellung der trauernden Mutter überzeugt. Nur manchmal heben sich ihre Szenen etwas zu stark vom eher neutralen Erzählstil des restlichen Films ab.

Da wären wir auch schon bei der grössten Schwäche von Devil’s Knot angelangt. Trotz spannender Story und einzelner wirklich starker Szenen, leidet der Film an seinem holprigen Erzählfluss. Dies ist teilweise auf natürliche Umstände wie das verstrickte Verfahren zurückzuführen, aber an vielen Stellen geht Regisseur Egoyan etwas zu grösszügig mit Zeitsprüngen und Szenenwechseln um. Dadurch fehlt ein kontinuierlicher dramatischer Aufbau. Aber die Geschichte entstammt nun mal dem realen Leben und das will sich bekanntlich auch nicht immer an ein perfektes Drehbuch halten.

Devil’s Knot punktet mit neutraler Perspektive

Dafür punktet Devil’s Knot mit seiner neutralen Sichtweise. Dadurch, dass der Film nicht auf reisserische Dramatik, sondern auf beobachtende Darstellung setzt, kreiert Regisseur Atom Egoyan ein starkes Portrait einer modernen Hexenjagd. Dabei gelingt es ihm immer wieder, in kurzen Szenen markante Aussagen zu machen. Beispielsweise indem er nach der Aussage einer angeblichen Zeugin zeigt, wie sie vor dem Fernseher sitzt und eine Sendung über satanische Rituale verfolgt. Damit macht er mit einfachen Mitteln deutlich, wo ihre Aussage womöglich ihren Ursprung hatte.

Devil’s Knot ist deswegen trotz seiner Fehler eine gelungene und sehr interessante Erzählung der Geschehnisse um die West Memphis Three.