American Hustle

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American Hustle (Story)

Als der grossspurige Geldschwindler Mel Weinberg (Christian Bale) von FBI-Agent Jimmy Boyle (Bradley Cooper) auf frischer Tat erwischt wird, willigt er notgedrungen ein, sein Informant zu werden. Seine Ehe und die Sicherheit seines geliebten Sohnes stehen auf dem Spiel. Gemeinsam heckt das ungleiche Paar einen spektakulären Undercover-Einsatz aus, der eine Bande von High-Profile-Playern im Casino-Milieu überführen soll. Immer komplizierter und undurchschaubarer wird das Lügennetz. Selbst hochrangige, korrupte Politiker sind in die Intrigen verwickelt. Mel verliert den Überblick. Wem kann er noch trauen? Wer zieht hier wen über den Tisch? Langsam bekommt auch das FBI kalte Füsse… (Ascot Elite)

Volles Review

David O. Russell wendet sein Erfolgsrezept erneut an. Verlieh er in Silver Linings Playbook (2012) der romantischen Komödie frischen Wind, folgt jetzt die Gangster-Komödie. Erneut gelingt in dies vor allem durch eigenwillige Charakteren mit Ecken und Kanten, die von ihre Darstellern brilliant getragen werden. Christian Bale hat für die Rolle nicht nur ein paar Pfunde zugelegt, auch ansonsten zeigt er sich als Trickster Irving Rosenfeld von einer ganz anderen Seiten. Neben ihm brilliert Amy Adams als seine undurchschaubare Partnerin Sydney Prosser und Bradley Cooper, als überehrgeiziger Polizist Richie DiMaso, der momentan nicht nur im Beruf feststeckt. Und eigentlich nur in einer Nebenrolle: Jenniger Lawrence, die als depressiv klammernden Frau von Irving erneut ihr komödiantische Talent unter Beweis stellt.

Es sind vor allem solche Charaktere, die American Hustle herausstechen und die Story überraschungsreich Kurven schlagen lassen. Denn wie es sich für eine Gangster-Komödie gehört versucht natürlich bald jeder jeden irgendwie auszutricken und geknüpfte Allianzen ändern sich immer mal wieder. Denn eigentlich wollen sie alle nur zwei Dinge: nach oben streben und den American Dream von der Selbstverwirklichung leben. Bald ziehen sich allerdings die Schwierigkeiten wie ein Magnet gegenseitig an und somit sind sie bald alle eher damit beschäftigt, ihren Kopf noch irgendwie aus der Schlinge zu ziehen. Durch die tief ausgearbeiteten Charaktere und ihre Entwicklungen kommt ausserdem auch das Drama-Element nicht zu kurz und gibt genau das richtige Gegengewicht zum Humor, um die Geschichte spannend zu halten.

Dabei entstehen gelegentlich ein paar kleine Logiklücken, aber bei einem Film, der ansonsten so gut unterhält und der bewusst die „Over-the-top“-Schiene anstrebt, vergebe ich die jetzt mal gerne. Zumal sie nicht wirklich störend wirken und keine groben Schnitzer sind.

Russell besitzt ausserdem ein gutes Händchen dafür, seine Charaktere passend zu inszenieren und damit ist nicht nur der schräge 70er Look gemeint. Es sind Kleinigkeiten, die einem hänge bleiben, wie etwa eine romantischen Szene in einer Wäscherei inmitten der sich zum trocken drehenden Wäsche. Oder die Eingangsszene in der Irvin sich frisiert oder besser gesagt: „kunstvoll“ seine Halbglatze, respektive die Haare darüber richtet. Und der passende Filmsoundtrack hilft die 70er Jahre wieder aufleben zu lassen.

Tatsächlich ist die Geschichte auch an einen realen Fall aus den 70er angelehnt, dem sogenannten „Abscam“- Skandal. Das FBI kooperierte damals mit dem Trickbetrüger Melvin Weinberger und gründete eine Scheinfirma mit der sie korrupte Politiker austricksten, um sie zu überführen. Allerdings ist American Hustle nur im Rahmen an die wirkliche Geschichte angelehnt.

Damit hat mich der Film allerdings bestens unterhalten und besonders wer ein Faible für ausgefallene Charaktere hat, sollte sich American Hustle nicht entgehen lassen. Immerhin hat er mittlerweile auch bereits 3 Golden Globes erhalten und ist für rund 10 Oscars nominiert.