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Posted 08-10-2012 by Cem Topçu in Filmkritik
 
 

#ZFF 2012 – Filmkritik zu BEASTS OF THE SOUTHERN WILD

Slider: BEASTS OF THE SOUTHERN WILD (2012)
Slider: BEASTS OF THE SOUTHERN WILD (2012)

Wer Hollywood mangelnde Kreativität vorwirft und von all den Sequels, Prequels, Spinoffs, Comic-, Vidogame- und sogar Spielzeug-Verfilmungen gelangweilt ist und sich nach einem frischen Wind aus Hollywood sehnt, ist bei BEASTS OF THE SOUTHERN WILD genau richtig.

Hushpuppy (Quvenzhané Wallis), ein selbstbewusstes kleines Mädchen, lebt mit ihrem Vater (Dwight Henry) als Teil einer kleinen, aufsässigen Gemeinschaft im “Bath Tub” (Badewanne), einem autonomen Gebiet im Mississippi-Delta. Die Bewohner des Bathtub sind stolz auf ihre Unabhängigkeit und bleiben dem weltfremden, verwöhnten Leben der Aussenstehenden fern. Die Welt im Bath Tub wird durch Schrott, Holzbretter und dem Geist seiner Gemeinde zusammengehalten. Als die Flut kommt und ihre Häuser überschwemmt, ist das zwar nicht die Apokalypse, aber der Beginn einer neuen Odyssee.

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Mehrere Storyfäden durchziehen den Film, aber vor allem wird darin er das tägliche Leben im Bath Tub seziert mitsamt den neuen Herausforderungen und Enthüllungen, die sich seiner jungen Protagonistin stellen. BEASTS OF THE SOUTHERN WILD ist einerseits eine Warnung vor den Folgen der globalen Erderwärmung, ein Plädoyer für Freiheit und Toleranz und gleichzeitig eine warmherzige Erzählung über bedingungslose Liebe und Fürsorge.

Der Film ist ein Fest für die Sinne. Zustande kommt dieses Fest durch einen berauschenden Score, magische Bilder und starke Darsteller-Leistungen. Die Darbietung der kleinen Quvenzhané Wallis) ist geprägt von vollkommener Reinheit und Natürlichkeit, absolut frei von Selbstwahrnehmung. Ihre Erzählung wirkt, also ob sie uns vor dem Schlafen gehen eine spannende Geschichte aus einem Buch vorlesen würde. Die Chemie zwischen ihr und dem von Dwight Henry mit roher Kraft verkörperten Filmvater ist höchst intensiv und emotional unglaublich packend. Zudem ist der Bath Tub bevölkert mit skurrilen, einmaligen Charakteren, die den Film manchmal wie ein Dokumentarfilm über eine Hippie-Kommune wirken lassen.

Beasts of the Southern Wild Filmszene1 620x435 #ZFF 2012   Filmkritik zu BEASTS OF THE SOUTHERN WILD
 
Etwas störend wirken dabei die titelgebenden fantastischen Geschöpfe, die sich von den schmelzenden Polkappen ihren Weg in den Bath Tub suchen. Einerseits sollen sie zwar als Metapher für den nahenden Tod dienen und andererseits geben sie dem Film auch diesen zusätzlich magischen Touch, den er aber gar nicht mehr nötig gehabt hätte. Die “Biester” sind nämlich ziemlich stümperhaft inszeniert (Wildschweine mit aufgepappten Hörnern, mieses CGI), was dem sonst so meisterhaft bebildertem Film gar nicht steht. Hinz kommt, dass man den Film nach Sichtung des Trailers ihretwegen fälschlicherweise für einen Monsterfilm-whatsoever halten könnte. Doch ich gebe gerne zu: das ist Motzen auf hohem Niveau.

> BEASTS OF THE SOUTHERN WILD Trailer (öffnet sich im neuen Fenster)

Denn Regisseur Benh Zeitlin ist es gelungen eine anrührende Geschichte voller Leben und Tod, Rage und Ruhe, Angst und Mut zu erzählen. Untermalt von einem grandiosen Score, einfühlsamen Bilder und getragen von seinem bezaubernden Kinderstar. BEASTS OF THE SOUTHERN WILD ist ein Fest für die Sinne. Es ein Film, wie man in schon seit langem nicht mehr gesehen hat und vor allem einer, den man gesehen haben muss.


Cem Topçu

 
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