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Posted 26-09-2012 by Cem Topçu in Filmkritik
 
 

#ZFF 2012 – Filmkritik zu ARGO

Cover: ARGO (2012)
Cover: ARGO (2012)

Polit-Thriller haben es schwer im Kino. Oftmals sind sie für das Massenpublikum zu kompliziert und zu schwer verdaulich. Kommt hinzu, dass sich die grosse Mehrheit nicht wirklich für solche Themen interessiert, beziehungsweise diese nicht im Kino sehen will.

Diesbezüglich hat ARGO Regisseur und Hauptdarsteller Ben Affleck alles richtig gemacht. Der Trailer verkauft die witzigen Elemente des Films und rückt die schier unglaubliche, aber eben tatsächlich wahre Story in den Vordergrund.

Der Film selber weiss von Beginn weg zu fesseln. Der damaligen Ära gerecht, wird die Siebzigerjahre-Version des Warner Bros. Logos eingeblendet und der Intro, eine kurze und hilfreiche Lehrstunde in (vor-)iranischer Geschichte, wird in Form eines rasant inszenierten Comics erzählt.

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Auf dem Höhepunkt der iranischen Revolution stürmt am 4. November 1979 der aufgebrachte Mob die US- Botschaft in Teheran – militante Studenten nehmen 52 Amerikaner als Geiseln. Mitten im Chaos gelingt es sechs Personen, sich in die nahegelegene Residenz des kanadischen Botschafters zu retten. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Verbleib der Amerikaner bekannt wird – ihr Leben steht auf dem Spiel. Um die Flüchtlinge ausser Landes und in Sicherheit zu bringen, entwirft der erfahrene CIA-Agent Tony Mendez einen riskanten Plan: Er hat vor, Dreharbeiten für den fiktiven Film „Argo“ zu simulieren, die sechs Landsleute als Mitglieder des Filmteams zu tarnen und sie auf diese Weise an den iranischen Ordnungskräften vorbei zu schmuggeln. Mit einer falschen Filmcrew macht er sich auf die gefährliche Reise.

> ARGO Trailer (öffnet sich im neuen Fenster)

Ben Affleck wandelt mit ARGO in den Fussstapfen von George Clooney, der ebenfalls regelmässig in politischen Filmen zu sehen ist und diese nicht selten auch gleich selber inszeniert oder zumindest produziert. So verwundert es nicht, dass der grosse Clooney auch zu den Produzenten dieses Films gehört. Doch ist Ben Affleck hinter der Kamera genauso talentiert wie vor der Kamera? Schliesslich wird er genauso wie Clooney oftmals nur auf sein Äusseres reduziert. Dabei wird oftmals vergessen, dass Affleck mit GONE BABY GONE (2007) und THE TOWN (2010) sein Regiekönnen bereits eindrücklich unter Beweis gestellt hat.

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Mit ARGO ist Ben Affleck ein weiterer Coup gelungen. Er hat es einerseits geschafft, leibhaftige Geschichte unterhaltend rüberzubringen (im Sinne von Infotainment) und gleichzeitig den Balanceakt zwischen Seriosität und Leichtigkeit zu meistern. Den einerseits muss er die Ernsthaftigkeit der Situation glaubhaft rüberbringen und andererseits das Mainstream Publikum mit etwas leichter Kost bei Laune halten. Dazu hat er sich die perfekte Story geangelt.

Das kommt insbesondere dann zum Ausdruck, wenn  Mendez (Ben Affleck) nach Hollywood reist, um die Hilfe des Makeup Spezialisten John Chambers (John Goodman) und des Produzenten Lester Siegel (Alan Arkin) zu erbitten.  Dieses Zweigespann liefert jede Menge genial witzige Dialogzeilen zum Film bei, ohne dabei den düsteren Grundton zu vernachlässigen oder gar  das grosse Ganze aus dem Auge zu verlieren.

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Ben Affleck liefert seinen Darstellern – auch dank grandiosem Script – einen dankbaren Nährboden für grandiose Darstellerleistungen. Zudem merkt man wie akkurat Recherche betrieben wurde und auf noch so kleine Details geachtet wurde. Schweizer Filmfreunde dürfen sich dabei sogar auf  ein Wiedersehen mit dem alten Swissair-Logo freuen.

Die grösste Meisterleistung liegt aber wohl darin, dass Affleck es schafft, den Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Minute aufrecht zu erhalten. Manche  Szenen sind so intensiv, dass man seinen eigenen Herzschlag hören kann. Was das Gesamtbild ein wenig trübt, ist das zu überspitzt und kitschig geratene Ende. Abgesehen davon bietet ARGO Infotainment vom Feinsten.


Cem Topçu

 
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