SONG FOR MARION Filmkritik
Positives
Negatives
Generationsübergreifende Dramödie, mit lebensbejahender Botschaft, viel Humor und noch mehr Emotionen.
Die bezaubernde Gemma Arterton, aktuell auch bekannt als Gretel die Hexenjägerin, ist in SONG FOR MARION kaum wieder zu erkennen. Und wider Erwarten ist Gemma Arterton nur der heimliche Star dieses Films, denn die Show gehört den in die Jahre gekommenen Hauptfiguren Arthur (Terence Stamp) und Marion (Vanessa Redgrave). Die zwei „Oldies“ sind aber keineswegs Unbekannte in Hollywood. Venessa Redgrave wurde für den Film JULIA im Jahr 1978 mit einem Oscar ausgezeichnet, was heute wohl kaum jemandem noch in Erinnerung geblieben sein wird. Auch bei Terence Stamp liegen die Anfänge schon etwas zurück und er erhielt seine erste Oscar-Nominierung im Jahr 1962 für den Film DIE VERDAMMTEN DER MEERE. Bekanntlich garantiert langjährige Erfahrung nicht automatisch eine gute Leistung, doch das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt funktioniert in SONG FOR MARIONS bestens und so ist Regisseur Paul Andrew Williams ein sehenswerter Film gelungen der uns alle in irgendeiner Weise anspricht.
Ein harmonierendes Rentnerpaar, Arthur (Terence Stamp) und Marion (Vanessa Redgrave) wird durch die ärztliche Krebsdiagnose unverhofft getroffen. Marion, die dem Leben gegenüber sehr bejahend dasteht, nimmt ihr Schicksal in die Hand und erfährt viel Freude und Liebe beim Singen im Gemeinde-Chor. Sie ist mit Leib und Seele mit dabei.
Der mürrische Arthur kann es wiederum überhaupt nicht verstehen was Marion daran findet und ist der Meinung, sie mache sich vor allen lächerlich, als sich der Chor auch noch für einen Wettbewerb anmeldet. Marion weiss aber, dass ihr Mann sie liebt, denn jede Woche bringt er seine krebskranke Frau zu den Proben und holt sie dort auch wieder ab. Es ist ihre Liebe zur Musik und zum Gesang und ihr - trotz schwerer Krankheit - unbändiger Wille im Chor mit zu singen, die Arthur widerwillig dazu bewegt, Marion dabei zu unterstützen.
Zu seinem Sohn James (Christopher Eccleston) hat Arthur ein sehr kühles Verhältnis und James schafft es trotz all seinen Bemühungen nicht an seinen Vater heran zu kommen. Einzig James’ kleine Tochter ist eine Verbindung zwischen den beiden, aber auch durch sie kann sich Arthur, von Selbstzweifel getrieben, nicht auf James zubewegen. Marion bricht es das Herz, dass Arthur sich mit James nicht versöhnen kann. Als sie schliesslich stirbt, ist wiederum James ausserstande seinem trauernden Vater in dieser schweren Situation beizustehen.
Die junge Chorleiterin (Gemma Arterton) ist es dann schlussendlich, die bei Arthur Hoffnung sieht und ihn dazu bewegen kann sich alles ein bisschen genauer anzusehen. Uns siehe da, Arthur entdeckt die verloren geglaubte Lebensfreude doch noch und beginnt zu verstehen, worum es im Leben geht und speziell, dass es für Veränderungen nie zu spät ist. Und so fasst sich Arthur ein Herz und widmet seiner Frau Marion einen letzten Song.
Bei den Songs von Salt-n-Pepa, Motörhead und Chaka Khan, die der Chor zum Besten gibt, kann man sich das Schmunzeln nicht verkneifen. Die Situationskomik und die Witzeleien der einzelnen Chormitglieder sind sehr amüsant und bieten beste Unterhaltung. Die mürrische Art von Arthur kommt ebenfalls sehr witzig rüber. Der Zuschauer weiss aber immer genau, dass sich dahinter ein vom Leben gezeichneter Mann steckt. Man schliesst den alten Kerl dadurch schnell ins Herz, insbesondere wenn er Marion gegenüber immer wieder seine sehr liebevolle Seite zeigt.
SONG FOR MARION ist bis in die erste Filmhälfte in sich geschlossen und lebt von den grossen Emotionen. Es ist ein wirklich schöner Film ohne grosse Schnörkel. In gelungenen und ausgesprochen witzigen Dialogen sowie herzerwärmenden Szenen wird das Leben gezeigt, wie es aussehen kann, wenn man dem Tod ins Gesicht sieht. Anschliessend verliert der Film etwas an Fahrt und man erahnt was kommen muss. Im Endeffekt stört es aber nicht, nimmt der Film seinen Lauf und nicht eine abrupte Richtungsänderung. Letztlich bleibt das grosse Vergnügen, diese gestandenen Schauspieler in neuer Frische erleben zu können. Ein emotionaler Film mit tollen Darbietungen, der es schafft das Publikum mitzureissen.

























Bin nicht ganz so sehr begeistert wie du. Bin aber auch der Meinung, dass die erste Filmhälfte absolut mitreisst und insbesondere von Arthurs schrulliger Art und den tollen Einfällen mit den Senioren lebt. Die zweite Hälfte ist dann um einiges harziger und zu sehr darum bemüht, auch die letzte Träne aus dem Publikum herauszuquetschen. Alles in allem wirklich ist SONG FOR MARION aber wirklich sehenswert.