Filmkritik zu ZORN DER TITANEN
ZORN DER TITANEN ist die Fortsetzung des Fantasy-Blockbusters KAMPF DER TITANEN (2010). Letzterer spielte trotz teils vernichtender Kritiken und eiligst nachkonvertieren 3D Szenen (KAMPF DER TITANEN gilt als das Antibeispiel in Sachen 3D-Filmen schechthin) weltweit massive 493 Mio. Dollar ein. Eine Fortsetzung wurde dadurch schnell beschlossene Sache. Doch man wollte nicht einfach nochmal den kalten Kaffee neu aufgiessen, sondern beim zweiten mal die Dinge richtig machen. Dazu musste erst mal Louis Leterrier (THE INCREDIBLE HULK) auf dem Registuhl Jonathan Liebesmann (BATTLE: LOS ANGELES) Platz machen. Auch der Story, den Effekten und insbesondere dem 3D wollte man dieses mal mehr Hingebung widmen.
In ZORN DER TITANEN verlieren die Götter almählich ihre Macht, da die Menschen immer weniger zu ihnen beten (okay, das kennen wir ja schon so ählich von diversen Santa Claus Filmen). Dies nutzt der Titanen-Führer Kronos aus, der seit Ewigkeiten in einem Verlies in der Unterwelt schmort. Durch einen Verrat gewinnt er seine Kräfte zurück und schwört grausame Rache an seinen Söhnen, den Göttern Zeus (Liam Neeson), Poseidon (Danny Huston) und Hades (Ralph Fiennes). Während die ersten Kreaturen der Unterwelt bereits an die Oberfläche gelangen und die Menschen teorrorsieren, bittet Zeus seinen Sohn, den Halbgott Perseus (Sam Worthington), um Hilfe. Doch dieser kümmert sich lieber um seinen Sohn Helius und möchte in Ruhe seinem Handwerk als Fischer nachgehen. Doch das ändert sich schnell, als sein Dorf von Chimären angeriffen und sein Vater Zeus von Kronos in der Unterwelt gefangen genommen wird. 10 Jahre nach dem Sieg über die Riesenkrake, muss er sich nun mit Hilfe der schönen Königin Andromeda (Rosamund Pike) und Poseidons Sohn Agenor (Toby Kebbell) – ebenfalls Halbgott – Kronos und den Geschöpfen der Unterwelt stellen.
In ZORN DER TITANEN werden die Themen wie Hass und Vergebung, Glaube, Verzweiflung, Hofnung und nicht zuletzt Liebe und Zusammenhalt innerhalb der Familie behandelt. Natürlich wird aus dem Film dadurch kein Kammerspiel. Wir reden hier von einem Blockbuster in seiner reinsten Form. Dennoch: die oben genannten Themen werden ernst genommen und kommen auch tatsächlich glaubhaft rüber. Das ist in der Tat – auch für einen Hollywood-Film dieser Grössenordnung – nicht unwichtig. Ein Film, der sich alleine auf Special-Effects verlässt und dabei Story und Charakterzeichnung vernachlässigt, kommt beim Publikum selten gut an. Diesbezüglich muss sich ZORN DER TITANEN keinen Vorwurf gefallen lassen. Im Gegenteil: der Cast ist mehr als solid und zeigt auch wesentlich mehr Freude an der Arbeit als noch im Vorgängerfilm. Regisseur Jonathan Liebesmann bietet den Charakteren genügend Entfaltungsmöglichkeiten. Auch vermeintliche Nebenrollen kriegen in dem Film die Chance zum Glänzen. Das trifft zwar ausnahmslos auf den ganzen Cast zu (!), doch im Besonderen auf Bill Nighy als Hephaestus und Toby Kebbell als Agenor (auch bekannt als der Navigator). Diese beiden Charaktere lockern den Film immer wieder auf und sorgen dafür, dass sich dieses Fantasy-Spektakel selber nie zu ernst nimmt. Die Aufnahmen sind bombastisch und der Film erinnert - im positiven Sinne – stellenweise an moderne Epen wie DER HERR DER RINGE oder INDIANA JONES. Die Monster und anderen Kreaturen des Films sind in den meisten Fällen sehr gut gelungen. Nur in wenigen Kampf-Szenen, wirken einige der Gestalten verschwommen und das ganze etwas gar hektisch. Alles in allem macht es aber richtig spass. Das 3D spielt in einer ganz anderen Liga als sein Vorgänger und überzeugt sowohl in ruhigen Sequenzen, bei denen der Eindruck der räumlichen Tiefe sehr gut rüberkommt als auch bei den spektakulären Pop-Out Effekten. Mit den Letzteren hielt man sich vornehm zurück, was unterstreicht, dass der Film nicht in erster Linie durch billige Tricks punkten will, sondern auf mehreren Ebenen funktionert.
WRATH OF THE TITANS (so der Originaltitel) bietet ein klasse Abenteuer mit guten und vor allem gut aufgelegten Schauspielern, einer soliden Story, wohltuenden Lachern, unglaublichen Effekten und wirklich gut umgesetzter 3D. Kurzum: ZORN DER TITANEN ist Popkorn-Kino auf höchstem Niveau. Die Götter sind diesem Film eindeutig wohlgesannt.

























Ich sage nichts was noch nicht gesagt wurde – ausser vielleicht, dass die Story wirklich nicht der Reisser ist. Nicht unterirdisch, aber auch nicht wirklich gut.
Und ist das bewusst, dass du die Filme immer deutsch nennst? Finde ich etwas schade, sind die deutschen Titel doch meist ein bisschen effektärmer ;)
Ich liiiiieeeebe deutsche Filmtitel! :)
Was ich übrigens noch nicht erwähnt habe, aber auch noch wichtig finde, ist die Umsetzung von Kronos. Bei teufelsähnlichen Gestalten versagen die Filmemacher regelmässig. Kronos überzeugt hingegen von A-Z.
True dat. :) Auch wenn er dafür dass er der Hauptbadguy ist, viel zu kurz kommt.
Plus bei seiner Redegeschwindigkeit stelle ich mir bildlich vor, wie er Hades den Vorschlag gemacht hat. “HAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAADEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEES… IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII… HAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAVEEE… AAAAAAAAAAAAAAAAN… OOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOFFER…”
:D
Und auch das ist True! :)