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Posted 29-01-2013 by Diego Bünter in Filmkritik
 
 

Filmkritik zu THE MASTER

Review: THE MASTER (2012)
Review: THE MASTER (2012)

Nach nun mehr als fünf Jahren meldet sich der mehrfach preisgekrönte Ausnahmekönner, Paul Thomas Anderson mit einem grossartigen Werk zurück. Mit Philip Seymour Hoffman, Joaquin Phoenix und Amy Adams warten nicht weniger als drei für den Oscar nominierte Schauspieler in THE MASTER auf euch. Der Film zeigt das bewegte Schicksal eines labilen Ex-Marineoffiziers, der im Leben die Kurve nicht mehr kriegt. Das der Film dabei nicht klischeehaft, sondern sehr menschlich rüber kommt, macht ihn zu einem echten Highlight.

Freddie Quell (Joaquin Phoenix) ist ein Kriegsveteran. Nach dem Krieg, vom Alkohol und den Kriegsereignissen gekennzeichnet, gerät er von einer Misere in die nächste. Zuerst versucht er sich als Fotograf, dann als Erntearbeiter und schliesslich landet er im Suff wieder auf hoher See, wo er auf einem Boot als Matrose anheuert.

the master filmszene joaquin phoenix Filmkritik zu THE MASTER

Auf dem Schiff lernt er Lancaster Dodd (Philipp Seymour Hoffmann) kennen, der das Schiff für die Hochzeit seiner Tochter Elizabeth gechartert hat. Lancaster ist an der Geschichte des Menschen Freddie interessiert. Der selbst ernannte Philosoph, Doktor, Nuklearphysiker und Autor, den seine Anhängerschaft nur den Master nennt, fühlt sich inspiriert und nimmt sich seiner an. Freddie ist begeistert von der Lehre seines Mentors. Sein Leben ändert sich durch die Bekanntschaft mit Lancaster Dodd komplett. Währenddessen ist Lancaster im Begriff sein zweites Buch zu verfassen, was ihm schliesslich dank der Arbeit an Freddie auch gelingt.

> THE MASTER Trailer (wird in neuem Fenster geöffnet)

Die Vergangenheit und sein Trauma nochmals zu durchleben, soll Freddie von seinen Leiden und Aggressionen befreien. Dabei spielt die Bewältigung seiner Jugendliebe Doris vor dem Kriegseinzug eine wesentliche Rolle. Die ganze Familie um den Master nimmt sich der Herausforderung an, aus Jerry einen guten Menschen zu machen und dessen Schuldgefühlte zu vertreiben. Lancasters Frau Peggy (Amy Adams) schaut Freddie dabei genaustens auf die Finger. Durch diese Aufgabe werden die Lehren von Lancaster Dodd auf den Prüfstand gestellt.

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Als Freund des Dramas fällt es mir nicht wirklich schwer die Highlights aus diesem Film herauszuschälen. THE MASTER steht und fällt mit der Leistung seiner Hauptdarsteller. Insbesondere Joaquin Phoenix (WALK THE LINE, GLADIATOR) gelingt es, eine absolute schauspielerische Meisterleistung abzuliefern. Auch Philipp Seymour Hoffmann (THE IDES OF MARCH, CAPOTE) gelingt mit der Darstellung des charismatischen Anführers eine wundervolle Darbietung, was ihm verdientermassen eine Nomination als bester Nebendarsteller bei den kommenden Oscar-Verleihungen eingebracht hat. THE MASTER aber alleine auf seine Schauspieler zu reduzieren wäre nicht gerechtfertigt. Die Entscheidung, den Film im 70mm Format zu drehen, hat sich ausbezahlt. So spiegelt THE MASTER die 50er Jahre mit einer beeindruckenden Bildsprache wieder.

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THE MASTER ist ein mitreissendes Drama. Paul Thomas Anderson knüpft damit nahtlos an seine vergangenen Erfolge BOOGIE NIGHTS, MAGNOLIA und THERE WILL BE BLOOD an und bringt uns ein provokatives Portrait von Menschen, die etwas verändern wollen. Wer Dramas mit Tiefgang liebt und sich dabei auch nicht von einer Laufzeit von 144 Minuten abschrecken lässt, kommt um diesen grossen Film nicht herum.

Bewertung: 4,5


Diego Bünter

 
Kinogeniesser, Fotoliebhaber, Sportsmann, Entomologe,