Filmkritik zu SKYFALL
“This is the End”. So beginnt Adeles genialer Titelsong für Bond 23 und diese Ankündigung wird sich im Film gleich mehrere male Bewahrheiten. Wieso das gut ist, versuchen wir in dieser Review zu klären, ohne zuviel über SKYFALL verraten zu wollen.
SKYFALL hat zwei Eckpfeiler. Während uns die Nebenhandlung Einblicke in den Background von James Bond gibt und aufklärt, was es eigentlich mit dem titelgebenden Skyfall auf sich hat, dreht sich in der Haupthandlung alles um M, Bonds Vorgesetzte.
Der Film legt mit einer atemlosen Actionsequenz in Istanbul los. James Bond (Daniel Craig) wurde in die türkische Metropole geschickt, um in den Besitz einer Disc mit den Namen von Agenten, die Terrorzellen rund um den Globus infiltriert haben, zu gelangen. Doch die Operation gerät zum Fiasko und Bond wird versehentlich von der Feldagentin Eve (Naomie Harris) mit einem Schuss in die Schulter getroffen. James Bond gilt seither als vermisst und wird letztlich für Tot erklärt. Währenddessen sickern im Internet nach und nach die Identitäten aller aktiven MI6-Agenten durch, weshalb M (Judi Dench) Gegenstand einer Untersuchung durch die britische Regierung wird. Nach einer Terrorattacke auf die Zentrale des MI6, kehrt Bond von den Toten zurück und kann zunächst – immer noch geschwächt durch seine Verwundung - nur wenig gegen den mysteriösen Feind des britischen Geheimdienstes ausrichten. Trotz allem hält M weiterhin 007 fest und stellt 007 unter dem prüfenden Blick von Mallory (Ralph Fiennes) wieder in den aktiven Dienst, um sich an die Fersen des Cyber-Terroristen Silva (Javier Bardem) zu heften. Dabei findet er heraus, dass diese neue Bedrohung eine unheimliche Figur aus Ms Vergangenheit in Hong Kong ist. Bond folgt den Spuren von London nach Shanghai, wo er Severine (Bérénice Marlohe) begegnet und sich sowohl Ms als auch seiner eigenen Vergangenheit stellen muss.
> SKYFALL Trailer (öffnet in neuem Fenster)
SKYFALL ist ein Tribut an 50 Jahre James Bond im Geheimdienst Ihrer Majestät und so bietet dieses 23. Abenteuer alle klassischen Zutaten, die einen James Bond Film ausmachen. Als exotische Locations dienen dieses mal Istanbul, Shanghai und Macao. Doch der prominenteste Auftritt gebührt natürlich dem altehrwürdigen Britannien. Dabei zieht es Bond nicht nur ins MI6 Hauptquartier, sondern auch in die Londoner Subway und sogar in die schottischen Highlands.
Die Bondgirls spielen in SKYFALL zwar eher eine untergeordnete Rolle, doch dafür gibt es ein ziemlich kultiges, wenn auch etwas vorhersehbares Wiedersehen mit einer alten Bekannten.
Auch in Sachen Gimmicks und Gadgets kocht das neuste Bond-Abenteuer eher auf Sparflamme. Wie immer braucht aber genau diese, um seine Mission erfolgreich abschliessen zu können. Kein Geheimnis ist, dass Bond sich dieses mal wieder in den Aston Martin setzen wird. Das dabei auch dessen coole Sonderaustattung eine grosse Rolle spielen wird, versteht sich von selbst.
Was aber am dringendsten benötigt wurde, war ein würdiger Gegenspieler. Dank Javier Bardem, hat SKYFALL mit Silva einen der würdigsten Gegenspieler der Bond-Geschichte und sogar einen der besten Bösewichte der Filmgeschichte überhaupt. Sein erster Auftritt ist grandios. Aus dem Hintergrund schreitet er langsam einen Gang entlang in den Vordergrund und hält dabei eine Ansprache in Form einer grausamen Parabel, die nicht nur Bond sichtlich unter die Haut geht. Merkwürdig wird es lediglich, wenn Silva, zwischenzeitlich in einem gläsernen Käfig gefangen gehalten wird. Das erinnert gleichzeitig an Hannibal Lecter und fast gänzlich an eine äquivalente Szene mit Loki in THE AVENGERS.
Diese Szene mündet immerhin in einer unglaublich nervenaufreibenden und ziemlich spektakulären Actionszene, wobei wir bei einer weiteren klassische Bondfilm-Zutat angelangt sind. SKYFALL bietet in regelmässigen Abständen Actionszenen, ohne sich dabei zu wiederholen oder gar zu langweilen. Denn die Actionsequenzen sind nie Selbstzweck sondern dienen stets der Story. Diese bietet überraschend viel Tiefgang und lässt sich Zeit für seine Charaktere.
All das macht SKYFALL tatsächlich zu einem der besten 007-Filme aller Zeiten. Gleichzeitig setzt der Film einen neuen Standard für den Bond des 21. Jahrhunderts. Er zollt den Traditionen Tribut und ist trotzdem immer am Puls der Zeit. Das alles fasziniert so sehr; macht so viel Spass, dass wir es gar nicht mehr erwarten können, bis Bond wieder zurückkehren wird!
























Warum keine 5 Sterne?
Der Film ist absolut genial. Keine Frage. Was aber nicht heisst, dass da nicht noch etwas Luft gegen oben frei wäre. Steigerungspotential für Bond 24 sehe ich beispielsweise bei der Mannschaft rund um M (das versteht man jedoch erst, nachdem man den Film gesehen hat), bei den Bondgirls und beim Equipment. Zudem wünsche ich mir schon lange so ein larger-than-life Set wie bei MAN STIRBT NUR ZWEIMAL. Hier lässt sich schon noch so ein halbes Sternchen unterbringen. ;)
Obwohl ich nicht ein Bondfilm-Fan bin, habe ich gehört, dass dieser Film einer der besten ist. Deswegen will ich ihn sehen, und mich selbst überzeugen.
Gute Idee! Das mit dem selbst überzeugen empfehle ich ja grundsätzlich. Mach doch bei unserem SKYFALL Gewinnspiel mit. Mit etwas Glück gewinnst du sogar zwei Tickets für den Film > http://www.blogbusters.ch/sweepstakes/skyfall-giveaway/
Stimme dir in fast allen Punkten zu. Mich erinnerte aber die Gefangenschaftsszene eher an TDK als an Avengers.
Du hast recht. An diese Szene hatte ich gar nicht gedacht. Läuft im Grunde auch aufs Selbe hinaus. Ist halt nicht einfach, sich immer was Neues einfallen zu lassen.
Naja, wenn das so weitergeht, habe ich bald genug Material für eine Top 10 der besten Gefangennahmensfinten ;)
Danke für deine ausführliche Antwort Cem ;-) Bin sehr gespannt und hoffe auf einer der besten Bonds aller Zeiten. Wer weiss vielleicht gewinne ich mit etwas Glück noch die Tickets :-D
Ich drück dir die Daumen! :)
Kann die Begeisterung nicht ganz nachvollziehen. Der Film ist auf jeden Fall einen Kinobesuch wert, den Hype der gerade darum gemacht wird kann er aber aus meiner Sicht nicht erfüllen. Ich hatte danach irgendwie das Gefühl, dass sie zuerst nette Features für den Film (z.B. den Showdown) gesammelt und erst danach überlegt haben, wie man die Handlungsstränge zusammenführen könnte.
Einige coole Anspielungen waren aber dabei, das macht Skyfall vor allem für Bond-Fans sehenswert, aber ich finde es persönlich schade, dass sie mit einer Tradition nicht gebrochen haben: die Moneypenny ist auch im neuesten Abenteuer keine Augenweide…
Die Leute sind momentan total gehyped vom Film und steigern so die Erwartungshaltung von all jenen, die ihn noch nicht gesehen haben ins Unermessliche. Solche Erwartungshaltungen kann kaum ein Film jemals einhalten. Ich steh aber auch nach meiner zweiten Sichtung noch voll und ganz hinter meinen 4.5 Sternen (ist nicht immer der Fall).
Bin gestern endlich mal dazu gekommen mir Skyfall anzusehen. Nun, ich kann, wie Ruffy, den Hype um Skyfall nicht ganz nachvollziehen. Der Film war diskussionslos einer der Besseren in der Serie, jedoch sind mir die 4.5 Sterne (trotz den paar netten Features) zu hoch. Das Intro vor dem eigentlichen Titelsong war was vom beschissensten (bis auf die Baggerszene) was ich je gesehen habe um einen Film zu eröffnen. Meine Highlights: Die Performance von Javier Bardem, der absolut zu kurz geratene Auftritt von Bérénice Marlohe (hätte gerne mehr von Ihr gesehen) sowie die diversen coolen Anspielungen (v.A. die Vorstellung/Einführung von Moneypenny).
So verschieden sind nun mal die Geschmäcker. Mir persönlich gefiel das Intro extrem gut (gar nix mit beschissen). Diesen Ausdruck fand ich dann schon eher bei der Einführung von Monneypenny zutreffend. Viel zu plump. Das Bérénice Marlohe zuwenig Screentime hatte finde ich hingegen auch.