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Posted 08-08-2012 by Cem Topçu in Filmkritik
 
 

Filmkritik zu PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN

Review Cover: PROMETHEUS (2012)
Review Cover: PROMETHEUS (2012)

Meister-Regisseur Ridley Scott stellt in seinem neusten Werk PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN substentielle Fragen zum Ursprung der Menschheit und setzt damit einen neuen Meilenstein in der Geschichte des Science-Fiction Genres.

PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN beginnt mit einer rätselhaften Eröffnungssequenz, in der ein menschenähnliches Wesen auf der Erde eine mysteriöse Flüssigkeit trinkt. Diese Flüssigkeit hat verheerende Folgen für die Kreatur. Zuerst werden seine Venen von einer schwarzen klebrigen Flüssigkeit verstopft und kurz darauf zerfrisst es seinen ganzen Körper und er zerfällt zu Staub. Seine Aschen, jedoch, finden seinen Weg in einen Fluss und überlebende Stammzellen setzen neues Leben auf Erden in gang.

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Zeitsprung ins Jahr 2089. Im Auftrag von Weyland Industries, vertreten durch die Geschäftsfrau Meredith Vickers (Charlize Theron), macht sich eine Forschergruppe auf eine Reise nach den Ursprüngen menschlichen Lebens. Angeführt wird die Gruppe von den Forschern Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green), die davon überzeugt sind, dass die mysteriösen Zeichen, die sie weltweit entdeckt haben, sie zu wertvollen Antworten über den Beginn der Menschheit führen.  Mit dem Raumschiff “Prometheus” machen sie sich auf eine zweijährige Expedition, die sie zu den dunkelsten Ecken des Universums führen wird.  Ebenfalls mit an Bord des Schiffs befinden sich der coole Captain Janek (Idris Elba), der zynische Geologe Fiefield (Sean Harris), der Biologe Millburn (Rafe Spall) und eine bunt zusammengewürfelte Truppe an weiteren Crewmitgliedern. Begleitet wird die Crew vom aalglatten und mysteriösen Androiden David (Michael Fassbender), der offenbar mehr weiss als der Rest der Crew und ganz eigene Ziele zu verfolgen scheint.

Als die Besatzungsmitglieder auf dem Mond LV-223 landen und das Innere des Mondes erforschen, stossen sie nicht auf die erhofften freundlichen ausserirdischen Schöpfer, die sie mit offenen Armen empfangen.  Stattdessen müssen sie sich alle einem furchterregenden Kampf stellen, um die Menschheit zu retten und ihren Fortbestand zu sichern.

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Ursprünglich plante Ridley Scott ein zweiteiliges ALIEN-Prequel. Die Ausgangsidee zu PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN entwickelte sich aus einer ikonischen Figur, die allerdings in ALIEN – DAS UNHEIMLICHE WESEN AUS EINER FREMDEN WELT nur kurz zu sehen war und in Vergessenheit zu geraten schien, als der titelgebende Xenomorph buchstäblich auf die Leinwand herausplatzte. Diese mysteriöse Figur war eine riesige, versteinerte Kreatur, die als “Space Jockey” bekannt wurde. Dabei handelt es sich um einen riesigen toten Ausserirdischen, den die Crew der “Nostromo” auf dem Planetoiden LV-426 findet. Drehbuchautor Jon Spaihts wurde damit beauftragt, ein Script für die vorgesehenen Prequels zu schreiben. Daraus resultierte letztendlich vielmehr etwas das “Stränge der ALIEN-DNA erkennen lässt” (Ridley Scott), als ein eigentliches Prequel.

So erschafft PROMETHEUS eine neue eigene Mythologie über die Entstehungsgeschichte der Menschheit und wirft Fragen wie beispielsweise über die Beziehung zwischen Schöpfer und Schöpfung auf. Das ein Sommerblockbuster solch tiefgreifende Themen aufnimmt und sich dabei nicht scheut auch durchaus provokante Fragen und Thesen aufzustellen, ist selten und verpasst dem Science-Fiction-Genre die so dringend benötigte Frischzellenkur. Schon alleine für diesen Mut und für Ridley Scotts unglaublichen Visuals (dessen 3D-Umsetzung übrigens zwar nicht zwingend nötig gewesen wäre, aber jederzeit zu überzeugen vermag), hätte PROMETHEUS eigentlich den Hype verdient, der stattdessen James Camerons Fastfood-Werk AVATAR zuteil wurde.

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Scott liefert fesselnden Sci-Fi Horror, der äusserst gekonnt permanent an der Spannungs-Schraube dreht und dessen atmosphärische Dichte dem Zuschauer kaum Luft zum Atmen lässt. Zudem trumpft er mit einem fabulös aufspielenden Cast auf. Noomi Rapace lässt ihre Crew-Kollegen und sogar ALIEN-Ikone Ellen Ripley (Sigourney Weaver) in Sachen physischer Präsenz alt aussehen. Auch Charlize Theron,  Idris Elba, Logan Marshal-Green und die meisten restlichen Darsteller liefern eine wasserdichte Leistung ab. Doch einer überstrahlt sie alle: Michael Fassbender als Android David.  Fassbenders Darbietung ist absolut fesselnd und braucht selbst den Vergleich mit Heath Ledgers Joker – mögen diese beiden Rollen noch so unterschiedlich sein – nicht fürchten. Fassbender gelingt es, das Wesen einer Person ohne Seele in seiner gesamten Bedeutung zu erfassen.  Fassbenders David mag furchteinflössend, merkwürdig, unnahbar und manchmal sogar auf eine eigenartige Weise komisch wirken, doch er ist weder gut noch böse.

Doch Ridley Scott hat – bei aller Liebe – nicht alles richtig gemacht. Ausgerechnet bei einem Film, der sich so stark um wissenschaftliche Korrektheit bemüht, versagt er bei den beiden Wissenschaftlern Fiefield und Millburn. Deren Daseinsberechtigung wird nie wirklich ersichtlich und ihr Handeln im Film ist gleich mehrmals absolut fahrlässig und unglaubwürdig. Genauso unglaubwürdig ist Guy Pierces Auftritt als alternder Peter Weyland. Das liegt nicht wirklich an Guy Pierce, sondern ist viel eher der erschreckend schlechten Maske geschuldet. Solche Schluddereien trüben das ansonsten famose Gesamtbild ein wenig. Zudem wird wohl so mancher enttäuscht darüber sein, dass der Film nicht alle Fragen beantwortet und obendrein noch neue Fragen gestellt hat. Diese werden dann wohl hoffentlich im bereits angekündigten Sequel beantwortet.

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PROMETHEUS ist zwar stellenweise etwas holprig und nicht immer glaubwürdig, doch verfügt er über eine einzigartig verblüffende Bildsprache und bietet obendrauf ein atemberaubendes Tempo, adrenalingeladene Horror-Elemente und einige extrem starke darstellerische Leistungen, angeführt von einem Oscar-überreifen Michael Fassbender.


Cem Topçu

 
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