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Posted 12-09-2012 by Cem Topçu in Filmkritik
 
 

Filmkritik zu LOOPER

Cover: LOOPER (2012)
Cover: LOOPER (2012)

Kennt ihr das? Ihr sitzt im Kino und müsst dringend zur Toilette. Der Film dauert aber noch eine volle Stunde. Wie entscheidet man sich? Verlässt man den Saal für ein paar Minuten und riskiert eine elementare Szene zu verpassen oder sitzt man den Film sprichwörtlich durch?

LOOPER gehört für mich zu der Sorte Film, die einem von Anfang bis Schluss in seinem Bann halten. Dabei sieht die Story auf den ersten Blick ziemlich dünn aus.

In der fernen Zukunft werden Zeitreisen erfunden, jedoch verboten sein. Trotzdem werden Zeitmaschinen illegal von der Mafia benutzt, um unerwünschte Personen buchstäblich verschwinden zu lassen. Man schickt sie 30 Jahre in die Vergangenheit, wo ein instruierter Killer – Looper genannt – bereits auf die Fracht wartet und bei Ankunft sofort erschiesst.

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Ein Grossteil der Geschichte findet im Jahr 2044 statt. Joseph Gordon-Levitt ist so ein Looper. Joes Leben verläuft immer im gleichen trott. Morgens verkatert aufstehen, Menschen aus der Zukunft töten, Geld einkassieren, sich zudröhnen, Party, Sex, einschlafen. Der Looper ist in seinem eigenen Loop gefangen. Nebenbei lernt Joe französisch. Sein Ziel: irgendwann einmal seinen Job aufgeben und nach Frankreich ziehen. Doch es gibt auch ein Berufsrisiko: manchmal entschliessen sich die Mafiabosse alle Spuren zu beseitigen und schliessen dann einen Loop. Daher muss jeder Looper eine Klausel unterzeichnen, die besagt, dass sein zukünftiges ich bei Bedarf ebenfalls zum Töten in die Vergangenheit gesandt werden kann. Der Looper erscheint sein zukünftiges ich dabei gleich selbst, erhält einen goldenen Fallschirm und hat danach 30 Jahre Zeit um sein Leben in vollen Zügen zu geniessen. Danach erfüllt sich sein Schicksal.

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Als Joe sein älteres ich (Bruce Willis) kurz vor seiner Exekution wiedererkennt, gelingt diesem die Flucht. Lässt Joe es zu, dass er entkommt, wird er selber von der Mafia gejagt und getötet. Doch der Joe aus der Zukunft denkt nicht daran, sich einfach töten zu lassen und verfolgt ganz eigene Pläne.

Natürlich gäbe es durchaus mehr über den Film zu erzählen, doch zu viel zu verraten wäre ein Verbrechen. Regisseur Rian Johnson (THE BROTHERS BLOOM) ist mit LOOPER ein relativ realitätsbezogener Science-Fiction Film gelungen, der es meisterhaft versteht, den Zuschauer in ein ständiges Wechselbad der Gefühle zu versetzen. Von witzig zu ultra-brutal, von aggressiv zu gefühlvoll, von entspannt zu angespannt und wieder zurück.

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Möglich wird dies nur dank dem formidabel aufspielenden Cast, der komplett zu überzeugen vermag. Bruce Willis ist in diesem Jahr schon zum zweiten mal (nach MOONRISE KINGDOM) in einem unglaublich gutem Film mit einer unglaublich guten Perfomance zu sehen. Obwohl er ein furchtbar eitler Mensch zu sein scheint (zumindest empfinde ich das so), beweist er in seinen Rollen immer wieder mal Mut zur Hässlichkeit. Ironischerweise erinnert seine Rolle in LOOPER stark an diejenige aus 12 MONKEYS, der wiederum selbst eine gewisse Ähnlichkeit mit LOOPER aufweist. Joseph Gordon-Levitt legt eine unglaublich starke Leistung als “junger” Joe an den Tag. Er  imitiert Bruce Willis’ Mimik und langsam-lässige Sprechweise perfekt. Eher irritierend wirken hingegen die Gesichtsprothesen und die Schminke, die man Gordon-Levitt verpasst hat, um Bruce Willis optisch noch ähnlicher sehen zu lassen. Das wäre – dank  Gordon-Levitts schauspielerischer Fähigkeiten – gar nicht nötig gewesen. Da hat man eindeutig zu dick aufgetragen.

> den LOOPER Trailer (öffnet sich im neuen Fenster) ansehen

Der Film nimmt sich viel Zeit für die Einführung seiner Charaktere, für manche vielleicht etwas zu viel. So lässt Emily Blunts erster Auftritt im Film eine gute Stunde auf sich warten. Doch das lohnt sich. Auch Jeff “DUMM UND DÜMMER” Daniels ist als Gangsterboss gar nicht wieder zu erkennen. Diesen Part hätte ich ihm ganz ehrlich nicht zugetraut. Chapeau. Eine ganz besondere Erwähnung hat auch die unglaublich intensive Leistung des kleinen Pierce Gagnon verdient.

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Meine Eingangsfrage kann ich  übrigens leicht beantworten. Bei einem der besten Filme des Jahres verlässt man das Kino nicht zum pinkeln.


Cem Topçu

 
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