Filmkritik zu LINCOLN
Mit 12 Oscar Nominierungen gehört LINCOLN klar zu den Favoriten für die diesjährige Oscarverleihung. Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis hat ausserdem bereits einen Golden Globe für seine Rolle als Lincoln erhalten. Dementsprechend hoch sind die Erwartungen an den Film.
Im Gegensatz zu ABRAHM LINCOLN: VAMPIRE HUNTER versteht sich LINCOLN als historisch möglichst korrekten Film. LINCOLN erzählt von den letzten vier Monaten des ehemaligen US-Präsidenten Abraham Lincoln, bevor er einem Attentat zum Opfer viel. In dieser Zeit des Krieges zwischen den Nord- und Südstaaten kämpfte er um eines der wichtigsten Dinge seiner Amtszeit: Das Verbot der Sklaverei.
Zum Glück vermeidet LINCOLN nur ein oberflächliches Heldenepos zu sein. Natürlich schwingt etwas amerikanischer Pathos mit, immerhin gilt Lincoln als einer der grösste US-Präsidenten, aber er drängt sich nie stören auf.
Dies hat zu einem grossen Teil mit der Ehrlichkeit des Filmes zu tun. Weder die Kosten des Krieges, noch die Anwendung politischer Kniffe werden versteckt. Ganz im Gegenteil handelt Lincoln mehr als einmal nur knapp im Rahmen des Gesetzes und versteht es geschickt dieses auch mal auszuhebeln. Immerhin war er ursprünglich Jurist. Und nicht nur Lincoln muss im Laufe des Filmes seine wahren Überzeugungen für das Erreichen eines Zieles zurückhalten.
Ein grosser Teil des Filmes besteht aus Dialogen und dennoch verkommt der Film nie zu einem anstrengenden Kammerspiel. Auf geniale Art und Weise gelingt es Regisseur Steven Spielberg die Spannung durch spezielle Sichtweisen und Szenen aufrecht zu erhalten. Ich habe noch nie eine derart fesselnd inszenierte Abstimmung gesehen. Und selbst historisch bekannte Handlungen treten überraschend ein, weil sie eben nicht so gezeigt werden, wie erwartet.
Daniel Day-Lewis als Lincoln bringt dessen Überzeugungskraft glaubhaft hinüber. Er vollbringt es Lincolns inneren Kampf darzustellen, obwohl die Figur Lincoln diesen zu verstecken versucht. Darunter leidet Lincolns Frau Mary Todd Lincoln, die die Fassade gegen aussen ebenso gut aufrecht erhält wie er, im Privaten aber gerne ihre Emotionen teilen würde. Sally Field wurde für diese Rolle zurecht für einen Oscar nominiert. Und auch die weiteren Nebenrollen sind durchwegs wirklich gut besetzt. Es gäbe noch viele, die eigentlich eine spezielle Erwähnung verdient hätten.
Eine besondere Hervorhebung verdient ausserdem die Musik von John Williams. Sie passt irgendwie perfekt zur im Film dargestellten Zeit und unterstützt damit das Eintauchen in LINCOLN.
LINCOLN ist ein grossartiger Film, nicht nur über einen US-Präsidenten, sondern über politische Spiele und die Kosten, die sie fordern. Spannend inszeniert und meisterlich gespielt. Meiner Meinung nach ein Film, den man nicht verpassen darf.
































