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Posted 05-10-2012 by Cem Topçu in Filmkritik
 
 

Filmkritik zu HOTEL TRANSSILVANIEN

Slider: HOTEL TRANSSILVANIEN (2012)
Slider: HOTEL TRANSSILVANIEN (2012)

Animationsfilme, in denen Eltern versuchen ihre Kinder zu beschützen und letzlich einsehen müssen, dass man seinem Kind auch mal Vertrauen schenken, gewisse Freiheiten einräumen und vorallem auch etwas zutrauen soll, gibt es zuhauf. HOTEL TRANSSILVANIEN erzählt eine solche Geschichte mit dem typischen Holzhammer-Humor von  Adam Sandler, der Graf Dracula in der englischen Originalversion seine Stimme leiht und den Film auch mitproduziert hat.

Graf Dracula (Sandler), ist als überfürsorglicher Vater davon überzeugt, dass Menschen gefährlich sind und baut deshalb als Vorsichtsmassnahme ein riesiges Schloss,  dass Monstern jeglicher Couleur (als Hotel) als Zufluchtsort dienen soll… und in dem der Graf seine Vampirtochter Mavis (Selena Gomez) für immer und ewig von der Aussenwelt fernhalten kann. In der Überzeugung, dass den Menschen nicht vertraut werden kann, verbringen furchteinflössende Kreaturen aus der ganzen Welt ihren Urlaub hinter Draculas schützenden Schlossmauern. Gleichzeitig träumt Mavis jedoch davon, das versteckte Gelände zu verlassen, zu Reisen und endlich Hawaii zu besuchen. Doch ausgerechnet als Mavis es aufgegeben hat sich in die Aussenwelt zu wagen, taucht Jonathan (Andy Samberg), ein Mensch, versehentlich im Hotel Transsilvanien auf und zwingt Dracula nach 118 Jahren des bangen Versteckens in Betracht zu ziehen, dass Menschen  möglicherweise die Zeiten der Monsterjagd mit Fackeln und Heugabeln hinter sich gelassen haben könnten.

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Wie wir es von Adam Sandler Filmen bestens gewohnt sind, kommen Furzwitze & Co. im Minutentakt, ohne jemals wirklich originell oder wirklich sympathisch zu sein. Die hitzige Gagflut wirkt je länger der Filmdauer ziemlich ermüdend. Dabei wurde völlig vergessen, sich etwas mehr mit den einzelnen Charakteren zu befassen und ihnen etwas Tiefe zu verleihen. Selbst die Beziehung zwischen Dracula und Mavis wird immer wieder nur rasch gestreift und gibt dem Zuschauer dadurch keine Chance sich tatsächlich mit den beiden identifizieren zu können. Wenn der letzte Akt schliesslich versucht Emotionen zu wecken und aufrichtig zu wirken, kann dieser Versuch nichts mehr anderes als scheitern.

Wer sich den Film in 3D anschaut, bekommt ein paar wirklich nette Popout-Effekte serviert, die zwar gut funktionieren, doch genau wie Story und Charaktere letztlich völlig austauschbar sind und dem Zuschauer nicht in Erinnerung bleiben werden. Traurigerweise bringt der 3D-Effekt tatsächlich einen gewissen Mehrwert. Traurigerweise deshalb, weil der Film ohne diese Effekte wortwörtlich noch platter wäre.

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HOTEL TRANSSILVANIEN verlässt sich alleine auf seine Slapstickparade, anstatt eine von Herzen kommende Story mit gut ausgearbeiteten Charaktere zu erzählen. Wenn man den Film beispielsweise mit dem Pixar-Klassiker FINDET NEMO vergleicht – der im Grunde die selbe Message rüberbringt - wird einem erst richtig klar, wie lieblos HOTEL TRANSSILVANIEN erzählt wird. Kinder mögen bei Animationsfilmen vielleicht ziemlich unkritisch sein, doch das Sitzfleisch der begleitenden Eltern wird während der rund 90 Minuten Spielzeit wohl so manchmal auf eine harte Probe gestellt.


Cem Topçu

 
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