Filmkritik zu BATTLESHIP
Ich komm gleich auf den Punkt: das Beste an BATTLESHIP waren die Trailer zu DER DIKTATOR, THE AVENGERS und CHRONICLE, die vor dem Film liefen.
You’re gonna need a bigger boat
Grundsätzlich sollte man wissen, dass BATTLESHIP das Produkt einer mehrere Filme umfassenden Kooperation zwischen dem Hollywood Studio Universal Pictures und dem Spielzeughersteller Hasbro ist. ”Battleship” ist nämlich nichts anderes als der englische Name des weltbekannten Strategiespiels “Schiffe versenken”. Was tut man also als Filmstudio, wenn man einerseits so eine ergiebige Franchise wie TRANSFORMERS am Haken hat und andererseits – quasi als notwendiges Übel dieses Deals – ein Brettspiel verfilmen muss? BATTLESHIP gibt uns eine klare Antwort: man investiert einen Haufen Kohle (geschätzte 200 Mio. Dollar!) in teure Stars, besetzt eine grössere Filmrolle mit einem weltbekannten, Zielpublikum-gerechten Starlet aus der Musikbranche, packt Aliens und Roboter mit rein und lässt alles dank perfekter Stunts, Special-Effects, cooler Musik und aufgesetzter Sprüche nach einer Jerry Bruckheimer Produktion (darauf komme ich noch) aussehen.
Die Story ist dabei nicht nur reine Nebensache, sondern sie ist eine Beleidigung für den denkenden Menschen. Die Filmvorlage ist also ein Brettspiel, bei dem zwei gegeneinander spielende Personen gegenseitig Kampfschiffe versenken müssen. In BATTLESHIP wird das dann filmisch folgendermassen umgesetzt: junger, gut aussehender, liebenswürdiger, rebellischer Kerl macht einfach nichts richtig im Leben. Grosser Bruder , Marineoffizier, weiss sich nicht mehr weiter zu helfen und nimmt ihn mit zur Marine. Auch dort macht er nur ärger und macht sich bei seinem obersten Vorgesetzten, einem Admiral unbeliebt. Es droht ihm sogar die Entlassung aus der Marine und dadurch das soziale Aus. Dumm nur, dass ausgerechnet die Tochter des Admirals auch die zukünftige Ehefrau unseres Troublemakers werden soll. Als dann, inmitten eines Manövers auf hoher See (von Menschen angelockte) Aliens die ganze Menschheit bedrohen, liegt es an ihm, sich, seine Crew und die ganze Menschheit zu retten und dabei auch noch eine Lektion fürs Leben zu lernen und ein besserer Mensch zu werden.
Im angelsächsischen Raum gibt es einen schönen Ausdruck, der dieses Szenario ziemlich passend beschreibt: “What the Fuck?”.
Mahalo, Motherfucker
Die Haupt-Besetzung besteht aus einem absoluten Schauspiel-Genie (Liam Neeson), der in diesem Film natürlich hoffnungslos unterfordert ist und mit dieser Rolle wohl einfach ein bisschen sein Taschengeld aufbessern wollte, aus einem aufsteigenden Star (Taylor Kitsch), der mit vermeintlichen Blockbustern das grosse Los gezogen zu haben schien und jetzt feststellen muss, dass dabei ein Flop dem nächsten folgt und einer Pop-Sensation (Rihanna), die natürlich auch gerne ein grosser Filmstar wäre und den Einstieg mit einer an Leinwandzeit nicht unbeachtlichen Rolle in einem Big Budget Film geschafft hat. Neeson macht seine Sache zwar nicht schlecht, aber auch nicht wirklich lustvoll. Kitsch macht seine Sache zwar nicht schlecht, aber kriegt auch nicht wirklich die Gelegenheit zu glänzen. Rihanna macht die Sache zwar lustvoll, aber leider – das war ja zu befürchten – grottenschlecht. Ich würde mich zwar über weitere Filme mit Rihanna sehr freuen, doch empfehle ich ihr dabei das Genre auf Homevideos à la “One Night in Paris” zu verlegen. Ihr absolutes Highlight im Film ist eine Reminiszenz an Bruce Willis’ “Yippee-ki-yay, motherfucker” aus STIRB LANGSAM (1987). In BATTLESHIP darf sie nämlich einen Alien abknallen und ihn mit den Worten “Mahola, motherfucker” ins Jenseits befördern.
Domo Arigato, Mr. Roboto
BATTLESHIP ist wie eine Patchwork-Decke. Von TOP GUN (1986) hat man vor allem in den ersten 15 Minuten sehr viel vom Look and Feel des Films geklaut und baut eine Rivalen-Versöhnungs-Kiste à la Maverick vs. Iceman in die Geschichte ein. Von ARMAGEDDON kommt ein wenig coole Optik, rockiger Sound und aussichtslose Endzeitstimmung dazu. Von TRANSFORMERS hat man zwar nicht robotoerhafte Aliens, aber immerhin Aliens mit roboterhaften Raumschiffen, Geräten, Raumanzügen und Maschinen übernommen und von PEARL HARBOR hat man das Setting, die Matrosen und die Japaner in die Geschichte einfliessen lassen. All diese Filme haben gemeinsam, dass sie vom legendären Jerry Bruckheimer (auch von ihm produziert: BAD BOYS, THE ROCK, CON AIR, FLUCH DER KARIBIK etc.) finanziert wurden und alle gewisse Stilmittel teilen. Aaaaber: BATTLESHIP von HANCOCK (noch so ein Müll) Regisseur Peter Berg ist gar kein Jerry Bruckheimer Film. Er versucht einfach nur einer zu sein und das bewährte Erfolgsrezept zu kopieren. Das gelingt jedoch nur in den seltensten Fällen.
Todgeweihte, wir grüssen euch!
Normalerweise müsste es natürlich heissen: “Die Todgeweihten grüssen dich!”, doch ich habe mich nicht verschrieben. Noch so ein Versuch sich beim (US-)Publikum anzubiedern, ist der hemmungslose Einsatz von Patriotismus (dass können Bruckheimer-Produktionen übrigens auch ganz wunderbar), die Zelebrierung von Kriegsveteranen und Kriegsverletzten (namentlich Verkrüppelten). Hier wird Heroismus und Vaterlandsliebe gross geschrieben und förmlich zelebriert. Zwar bezieht der Film aus manchen solcher Szenen auch seinen Humor, freiwillig ist dieser allerdings eben auch nicht immer.
Leider sieht man BATTLESHIP zu sehr an, wie krampfhaft er versucht ein grosser Sommer-Blockbuster zu werden. Zudem trieft der Film nur so vor Klischees. Punkten kann der Film lediglich in Sachen technischer Umsetzung (diese Technikverliebtheit wirkt sich auf den Filmfluss jedoch eher hinderlich aus), rockigem Sound und der freiwilligen und unfreiwilligen Situationskomik. Doch auf mehr als 2 Sterne komme ich damit beim besten Willen nicht. Selbst wenn man mit sehr geringen oder gar keinen Erwartungen in diesen Film geht, selbst wenn man weiss, dass dieser Film keine Kunst sein und nichts mehr als reines Popcornkino bieten will, fühlt man sich nach dem Film irgendwie für Dumm verkauft. Da empfehle ich doch lieber den anderen Film mit Liam Neeson, der ebenfalls diese Woche angelaufen ist: THE GREY – UNTER WÖLFEN. Der ist Unterhaltung pur und nimmt den Zuschauer erst noch ernst.






























Was für eine herrliche Filmkritik. Well done Bro und Mahalo :)
Mahalo! :) …und thanks! Hast du den Film selber auch schon gesehen?
Hammergeile Kritik Bra!
Gracias! und auch ein Mahalo an dich! :)
Jup, die Kritik ist verdammt geil. Ich mag dich. <3 Inhaltlich stimme ich dir nur selten zu, weil ich, Wunder oh Wunder, viel Spass am Schiffe versenken hatte.
Erstaunt mich, dass du bei den Referenzen aber Iron Man (2) aussen vor lässt, weil der Sound ist 1:1 von da. Tom Morello, AC/DC und RCP.
Mahalo, motherfucker! :P hätte noch mindestens ein Dutzend Filme aufzählen können, die irgendwie, irgendwo, irgendwann in BATTLESHIP referenziert wurden. Hab ich aber nicht. :D
Werd mir nächste woche selbst ein Bild machen…aber Erwartungen hab ich weniger als keine :P
Das ist immerhin eine gute Ausgangslage. Und solltest du wie der Owley doch noch Spass dran haben, dann gönn ich dir den genauso wie ihm. :)
Peter Berg. Schade, dass ihm Hank Moody keine aufs Maul gegeben hat, als er die Gelegenheit dazu hatte.
Da schein ich wohl irgendwas verpasst zu haben. Ist Hank Moody nicht ein Charakter aus der Serie Californiacation?
Ganz genau, und Peter Berg auf Werbetour in S05E02.
Also… “Battleship”, Mann kann nicht soooo dumm sein, ohne zu wissen wie der Titel klingt.
Warum hier aber gestandende Männer sich Duckmäusern für ihre im Film gezeigten Phantasien, sei’ s auch aus der Kindheit, da ist wohl diese verdammte Emanzipation drann schuld.
Aber es ist wieder der Mann, der glaubt er müsse zum Wohle der Frau auf seine Phantasie verzichten… und mehr Bier trinken. Typisch.
Ich sage “Ja” zu diesem Film, es gibt zwar Männerphantasie-Filme wie Sand am Meer und in den Wüsten zusammen, aber dieser hat eine strahlend weiße Weste.
Und “Hancock” ist ja wohl der Überflieger!
Ich wünschte ich könnte die Filme aus deiner Sicht sehen, Peter (du heisst nicht zufälligerweise Berg mit Nachnamen?). Ich sehe in BATTLESHIP nämlich nur einen Haufen Müll. Wie auch immer. Du hattest definitiv mehr Spass im Kino als ich – und DAS gönn ich dir.
Kritisieren kann man immer aber beim 425.000 Besucher am deutschen Startwochenende (inklusive Previews) sind ein starkes Indiz dafür, dass der Film wie “Mighty Mo” den Ziel getroffen hat. ^^ Wenn der Name nicht genügt um zu sehen, dass es sich um “Schiffe versenken” handelt, spätestens nach dem Trailer ist alles klar, also wer kein Spass dran hat sollte nicht hingehen. Ich hab den Film gesehen und würde es mit 1 Stern weniger als Avatar (in 3-D gesehen) bewerten! ;D
“Battleship”!
Was soll man dazu sagen? Hier wird einem eine hochkarätige Story geboten, die untermauert wird von kreativen Ideen wie zum Beispiel den ultragenialen, kreativen Raumanzügen der Aliens (Vgl. Iron Man), die bärtigen Aliens (das liegt natürlich daran, dass sie den Reptilien ähnlich sind) und nicht zuletzt auch die Technik der Aliens. So konnten sie nicht nur innerhalb kürzester Zeit ein Signal vom vermutlich mehrere Milliarden Lichtjahre entfernten Planeten Erde empfangen, sie konnten auch fast ohne Verzögerung diesen Planeten erreichen. Dennoch geht eines der Schiffe bei der Kollision mit einem Satelliten kaputt.
Die Schiffe sind unglaublich schnittig und zeugen von einer Überlegenheit der Aliens, natürlich gelingt der hübschen blonden Frau, die die größte Attraktion des Films darstellt, ihr Kommunikationssystem lahmzulegen, indem sie die Verbindungskabel mit einem Jeep (!) zerstört.
Zur schauspielerischen Leistung muss man natürlich nicht viel sagen, spielen doch so hochkarätige Schauspieler wie Rihanna mit, die überdies angeblich sogar singen kann.
Die Effekte sind genial, vor allem aber dezent eingesetzt, sodass sie fast gar nicht auffallen.
Auch beim Patriotismus haben sich die Amis sehr gut im Zaun gehalten, so wird die US-amerikanische Flagge nur ganz selten in Nahaufnahmen gezeigt, auch die Ausrüstung der US Navy wird nicht übertrieben in Szene gesetzt!
Insgesamt ein komplett gelungener Film, der besonders durch die geniale und wandlungsvolle Story sowie die liebevolle Inszenierung der Charaktere begeistern kann.
Meine Wertung: 7 von 5 Sternen!
Daher schließe ich mich vollkommen Myghty Mo an, schließlich sind hohe Besucherzahlen ein absolutes Indiz für einen guten Film!
Abschließend stimme ich Mighty Mo in allen Aspekten zu, dass der Film den Ziel getroffen hat!
DAS ziel … nicht DEN ziel ! ein und die gleiche person?
zufall!^^ grammatik halt..bin ausländer :P rechtschreibung ist aber nicht das thema hier!
Der Film ist eine riesen Enttäuschung!!! Da war Transformers um Welten besser! Schauen ihn auch als Müllfilm an!