Filmkritik zu AMERICAN PIE: DAS KLASSENTREFFEN
13 Jahre nach AMERICAN PIE treffen sie in AMERICAN PIE: DAS KLASSENTREFFEN (Originaltitel: AMERICAN REUNION) nochmals alle zusammen. Und es ist als wären sie nie weg gewesen.
AMERICAN PIE (1999) hat quasi im Alleingang ein totgeglaubtes Genre wiederbelebt. Die schlüpfrige Teenie-Komödie. Gross wurde dieses Format in den 1970er Jahren mit Hits wie ANIMAL HOUSE (1978) und MEATBALLS (1979). Fortgesetzt wurde dieser Trend dann in den 80ern mit mehr oder weniger schlüpfrigen Highschool-Comedies wie PORKY’S (1982), REVENGE OF THE NERDS (1984) und jede Menge Trittbrettfahrer wie AMERICAN EISKREM (1984), BACHELOR PARTY (1984), DAS TURBOGEILE GUMMIBOOT (1984), SUMMER SCHOOL (1987) oder die berühmt-berüchtige israelische Filmreihe EIS AM STIEL (1979-1988). Besonders Letztere waren lange Zeit Sinnbild für schmuddelige Softsexfilme (wie man sie damals nannte) auf VHS. In den Kinos liefen derartige Filme längst nicht mehr.
Da wären wir auch schon wieder zurück beim Thema. Erst 1999, mit dem unglaublichen Erfolg von AMERICAN PIE, wurden Teen Sex Comedies wieder salonfähig. Selbstverständlich zog dieser wiederum eine neue Welle an ähnlich gelagerten Filmen wie ROAD TRIP (2000), VAN WILDER – PARTY ANIMALS (2002), OLD SCHOOL (2003), SUPERBAD oder SPRITZTOUR (2008) nach sich. Dazu kamen eine Art Ableger der schlüpfrigen Teen Comedies, die schlüpfrigen Adult Comedies, allen voran THE HANGOVER (2009) von ROAD TRIP und OLD SCHOOL Regisseur Todd Phillips.
Jetzt ist aber das Quasi-Original wieder zurück: AMERICAN PIE. Nach zwei regulären Fortsetzungen und mehreren Direct-to-DVD Spin-offs, trifft sich die gesamte Originalbesetzung aus dem ersten Teil in AMERICAN PIE: DAS KLASSENTREFFEN (Chronologie-technisch wird offiziell von AMERICAN PIE 4 gesprochen) wieder.
Das Wiedersehen macht absolut Spass! Die Story ist simpel aber effektiv. Nach 13 Jahren sind die Schulfreunde von damals allesamt Erwachsen geworden (zumindest was das Alter betrifft) und haben Job, Kinder, (Ehe-)Partner und jede Menge Verantwortung zu tragen. Da kommt das Klassentreffen gerade recht, um in Erinnerungen zu schwelgen, verblichene Romanzen wieder auferstehen zu lassen und vor allem wieder Party zu machen wie damals.
Seit AMERICAN PIE 3 (auch bekannt als AMERICAN WEDDING) sind stolze 9 Jahre vergangen. Einigen Gesichtern sieht man das mittlerweile auch deutlich an. Doch die Chemie unter den Darstellern stimmt nach wie vor. Dem ganzen Cast merkt man die Spiellust deutlich an.
Doch nicht nur darstellerisch vermag AMERICAN PIE 4 zu überzeugen. Die Story ist zwar simpelst, doch sie funktioniert perfekt als Aufhänger für das was es auch tatsächlich ist. Ein Wiedersehen mit all den geliebten Charakteren. Da wäre der tollpatische Jim (Jason Biggs) und sein nicht minder tollpatschiger Dad Noah (besser bekannt als Jims Dad). Das ehemalige Bandcamp-Luder und Jims jetzige Ehefrau Michelle (Alyson Hannigan). Jims Freunde Oz, Kevin und Finch. Die feurige Nadia und die Ex-Freundinnen Heather (Mena Suvari) und Vicky (Tara Reid). Selbst Nebenfiguren wie der Sherminator und die beiden “MILF” Guys sind wieder an Bord. Selbstverständlich ist auch der Stifmeister (Sean William Scott) und seine legendäre Mutter, besser bekannt als Stifler’s Mom oder eben MILF, wieder mit an Bord.
Alle Zutaten, die bereits die anderen AMERICAN PIE Filme zum Erfolg führten, sind auch im vierten Kuchen wieder vorhanden. Die witzigen Eigenheiten jedes einzelnen Charakters, die zündenden Gags im Minutentakt, die entblössten Genitalien und nicht zuletzt die ruhigeren Momente, die den ganzen Charme ausmachen und die AMERICAN PIE Reihe von den zahlreichen lieb- und namenlosen Trash-Kopien (à la AMERICAN VIRGIN, SKI SCHOOL, EURO TRIP usw.) unterscheidet. Das wichtigste: trotz aller Gemeinsamkeiten mit den bisherigen drei Teilen, schafft es AMERICAN PIE: DAS KLASSENTREFFEN mehr als nur ein neuer Aufguss zu sein. Er erzählt die Geschichte konsequent weiter und zeigt uns auch ein paar neue Facetten an den uns so vertrauten Charakteren.
Wer etwas mit mindestens einem der AMERICAN PIE Filme anfangen konnte oder sonstwie für Situationskomik dieser Art empfänglich ist, wird den Gang ins Kino für AMERICAN PIE: DAS KLASSENTREFFEN garantiert nicht bereuen.























Der erste ist halt Kult…Teil 2 war dann doch fast zuviel und die restliche 1000 Sequels und Spin-Offs dürfen gern da bleiben wo sie sind, in der Ramschabteilung des Ex-Libris. Doch Alyson Hannigan spielt mit von dem her…;)
Bin fast der selben Meinung wie Du. Ich fand Teil 2 ebenfalls überflüssig, dafür Teil 3 (der mit der Hochzeit) wieder grosse Klasse. Unter den Spin-offs gab es auch einen, der ganz gelungen war (der mit den Kleinwüchsigen – sorry genauer krieg ich’s nicht mehr hin mit der Story. Sooo unglaublich einzigartig, war der dann auch wieder nicht). AMERICAN REUNION oder eben AMERICAN PIE: KLASSENTREFFEN bietet wirklich nochmals ganz grosse Slapstick und – ganz wichtig – hat das Herz am richtigen Fleck.
War total positiv überrascht. Der Film hat mir super gut gefallen. Macht die beiden schrottigen Nachfolger wett.