Filmkritik #2 zu MARVEL’S THE AVENGERS
Roger kennt alle Marvel-Helden in- und auswendig. Er kennt auch die Background-Stories und immer wenn im Film irgendwas nur die Insider checken, dann ist Roger einer davon – im Gegensatz zu mir. Ich liebe zwar Comic-Verfilmungen genauso, jedoch ohne mir all zu grosse Gedanken darüber zu machen. Rogers vertiefte Wissen fehlt mir komplett. Während seine Review also die Sichtweise eines absoluten Comic-/Marvel-Profis darstellt, ist diese hier durch die (3D-)Brille eine “normalen” Kinofans betrachtet.
Damit ihr wisst, wie ihr diese Review in Bezug auf euren persönlichen Geschmack einordnen sollt, verrate ich euch, wie mir die bisherigen Avengers-(Solo-)Filme gefallen haben.
- HULK (2003) – 2.5 Sterne
- THE INCREDIBLE HULK (2008) – 3.5 Sterne
- IRON MAN (2008) – 4 Sterne
- IRON MAN2 (2010) – 3 Sterne
- THOR (2011) – 3 Sterne
- CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER (2011) – 3.5 Sterne
Wie ihr seht, konnten mich die wenigsten Verfilmungen wirklich überzeugen. Ich steh eher auf den realitätsnahen, grobkörnigen Stil eines BATMAN BEGINS (2005) und THE DARK KNIGHT (2008). Klar, nur weil diese beiden Filme das Superhero-Genre quasi im Alleingang revolutioniert haben, heisst das nicht, dass alle anderen Filme dieses Genres reine Rip-offs werden sollen. Ich find’s gut, wenn die Marvel-Filme ihre eigene Signatur beibehalten. Und dennoch, ausser dem ersten IRON MAN, fand ich alle anderen Verfilmungen der Avengers-Gilde ziemlich durchschnittlich bis schwach.

Das führt uns direkt zu Joss Whedons THE AVENGERS. Der Film führt die Superhelden Black Widow, Captain America , Iron Man, Hulk, Thor und später auch Hawkeye zusammen, um die Welt vor angreifenden Aliens zu retten. Was ist passiert? Halbgott Loki, der es Thor nach wie vor übel nimmt, dass er sein Leben lang in seinem Schatten stand und nicht mal Odins leiblicher Sohn ist, sinnt auf brutale Rache. Sein Kriegsschauplatz ist der unter Thors Schutz stehende Planet Erde. Da Loki seinen Racheplan fein säuberlich vorbereitet hat und der Erde kein geeignetes Gegenmittel zur Verfügung steht, versucht S.H.I.E.L.D.-Agent Nick Fury die komplett unterschiedlichen Superhelden, die allesamt am liebsten als Einzelgänger arbeiten, zur Heldentruppe “Avengers” (Rächer) zu vereinen.

Als ich neulich BATTLESHIP in meiner Kritik verrissen habe, gab es teilweise heftige Reaktionen darauf, in denen der Film vehement verteidigt wurde. Dabei wurde angeführt, dass BATTLESHIP zwar nicht viel Tiefgang habe, aber vom Feinsten zu unterhalten wisse. BULLSHIT! …wäre wohl der passendere Titel für diesen hirnlosen Mist gewesen. MARVEL’S THE AVENGERS beweist, wie man wirklich ohne erwähnenswerte Story bestes Unterhaltungskino auf höchstem Niveau liefert.
Mit Details zu den Bösewichten muss man sich den auch nicht lange aufhalten. Loki gefielt mir aber deutlich besser als noch in THOR. Er hat sich von der weinerlichen Hater-Bitch zum gnadenlosen Killer gewandelt. Genau so stell ich mir einen Filmschurken vor. Die Aliens, die er dabei zur Hilfe ruft, kommen hingegen so grad gar nicht zur Geltung und bleiben farblos blass. Aber eben, das ist reine Nebensache und stört auch nicht weiter.
Und jetzt kommt das grosse denn… DENN der Film bietet Spiel, Spass und Spannung ohne Ende. Wie sich unsere Helden – die in den den Vorgängerfilmen bereits bestens eingeführt wurden – zusammenraufen müssen, wie ungewohnt hart dieser Film umgesetzt wurde und wie letztendlich dieser Film vom unglaublichen Hulk getragen wird, bedeutet mehr als zwei Stunden perfekte Unterhaltung.

Die CGI Effekte sind perfekt, das 3D geht voll in Ordnung (besonders die Eingangssequenzen kommen gut), der gesamte Cast ist in bester Spiellaune, die Chemie untereinander stimmt und die Action ist so bombastisch wie selten. Was dem Film extrem gut tut ist diese (für Marvel-Verfilmungen ungewohnte) Mischung aus relativ schnörkelloser Gewalt und grandioser Situationskomik. Wie schon erwähnt, ist es der Hulk der den Film trägt und gleich mehrmals Szenenapplaus ernten kann.
Was ich bei BATTLESHIP beim besten Willen nicht gelten lassen konnte, gilt für diesen Film hingegen garantiert: Hirn abschalten, Popcorn reinschütten und ab geht die Post! MARVEL’S THE AVENGERS ist Hollywood vom Feinsten und im besten Sinne des Wortes ein Blockbuster.




























Ich versuche mal, dir zu widersprechen. Battleship hatte keine Vorlage (das Spiel gilt nicht), keine Fanbase, keine Vorgänger-Filme (und leider auch einen unglücklichen Cast) und konnte somit nicht auf irgendetwas zurückgreifen, womit man sicher richtig fahren würde. Dafür ist der Film aber gelungen. Stell dir vor, The Avengers wäre der erste Film gewesen. Ohne Iron Man und Co. Hätte auch nicht allen gefallen.
Anyway, meine Meinung hab ich schon bei Roger zusammengefasst, und ansonsten kommts auch bald auf den Blog. :)
Du sagst also, dass THE AVENGERS und BATTLESHIP im Grunde gleich (gut) sind? Owley, langsam komme ich bei dir ins Grübeln.
Alter. Pah-lease! :O Sicher nicht. Nur hat The Avengers mehr, worauf aufgebaut werden kann, und hat es insofern leichter, nicht zu failen. Too big to fail, und so.
Im Übrigen hat Battleship mehr Tiefgang. Bwahahaha. :P
Too big to fail? Echt jetzt? Du weisst schon, dass wir hier über einen Film sprechen. :P
Korrekt. Schau mal, das Ding kann gar nicht failen (jetzt eh nicht), weil es alleine schon durch die Prämisse soviele Fans anzieht, dass es Millionen einspielt. Bevor es failen kann, hat es schon langst geownt :D