Das grenzt an Liebe Interview mit Diane Keaton: „Michael Douglas ist ein toller Küsser!“

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Diane Keaton, bekannt geworden durch Francis Ford Coppolas Der Pate, den endgültigen Durchbruch geschafft mit Woody Allen Filmen und später abonniert auf romantische Komödien, beehrte im vergangenen Oktober das Zurich Film Festival. Dort traf sich Blogbusters Autorin Nicoletta mit ihr zum Gespräch.

Auf dem Grünen Teppich des Zurich Film Festivals war sie so schüchtern, dass sie richtig aufgedreht wirkte und dennoch schaffte sie es in kürzester Zeit alle Herzen für sich zu gewinnen: Diane Keaton. Am Tag zuvor, bei unserem Interview im Nobehotel Baur au Lac, merkt man ihr ihre Schüchternheit nicht an, ihre Fröhlichkeit ist aber auch hier sofort ansteckend.

Die Karriere der Ausnahme-Schauspielerin umfasst mittlerweile bereits über 50 Filme, darunter Der Pate (The Godfather, 1972), Der Stadtneurotiker (Annie Hall, 1977), Vater der Braut (Father of the Bride, 1991) oder Der Club der Teufelinnen (The First Wives Club, 1996). In Zürich rührt sie die Werbetrommel für ihre Romcom Das grenzt an Liebe (And So It Goes, ab 06.11.2014 im Kino), in der Keaton an der Seite des nicht minder legendären Michael Douglas ein Liebespaar wider Willen spielt.

Blogbusters: Sie haben einmal gesagt, dass Sie eine Fotosammlung von Film-Kussszenen besitzen und Sie sind eine der wenigen Schauspielerinnen, die auch zugeben, gerne Kussszenen zu drehen.

Diane Keaton: Sie sagen, andere Schauspielerinnen mögen keine Kusszenen? Die geben das nur nicht zu, sie mögen die auch. (lacht)

Blogbusters: Welcher Ihrer Filmküsse haben Sie am besten in Erinnerung?

Diane Keaton: Je älter ich werde, desto mehr geniesse ich Kussszenen, weil ich in meinem Privatleben immer weniger Gelegenheit dazu habe. (lacht) Ich liebe es! Deswegen mag ich sie jetzt alle, von Michael Douglas bis Morgan Freeman. Morgan bekommt eine A und Micheal Douglas ebenfalls. Sie sind alle gut im Küssen. (lacht)

Blogbusters: Was hat Ihnen an der Story von And So it Goes gefallen?

Diane Keaton: Dass ich die Möglichkeit bekommen habe zu singen und mit Michael Douglas zu arbeiten. Mit ihm hatte ich zuvor noch nie zusammen gearbeitet. Ich mag aber auch das Drehbuch an sich und Rob Reiner. Ich mochte die Tatsache, dass das Skript von einer Frau handelt, die jemanden braucht, der ihr ein wenig in den Arsch tritt, damit sie wieder weiterkämpft. Es hat Spass gemacht zu spielen wie sie wieder aufsteht und weiterkämpft.

Blogbusters: Im Film spielen Sie eine sehr emotionale Figur, die viel weint. Wie emotional sind sie im realen Leben?

Diane Keaton: Ich bin auch privat sehr emotional und Musik berührt mich sehr. Besonders wenn ich Musik höre, die mir besonders gut gefällt, wie zum Beispiel dieser neue John Legend Song. Ich weiss nicht mehr genau wie er heisst, aber es ist eine wunderschöne Ballade.

Blogbusters: Sie haben in sehr vielen Kult-Filmen mitgespielt, zum Beispiel in Der Pate I-III oder in verschiedenen Woody Allen Filmen. Wie blicken Sie heute auf diese Werke zurück?

Diane Keaton: Woody Allen, war für mich wie ein Lehrer meines Lebens. Es begann mit diesen kleinen, lustigen Filmen wie Der Schläfer und Die letzte Nacht des Boris Gruschenko und dann die Broadway-Show (Play it again, Sam, Anm. d. Red.) mit ihm, das waren alles wertvolle Lernerfahrungen. Ich habe eine Menge von ihm über das Filmschauspiel gelernt.

Diane Keaton und Woody Allen in Annie Hall (1977) Filmszene, © 1977 - MGM

Diane Keaton und Woody Allen in Der Stadtneurotiker (Annie Hall), © 1977 MGM

Blogbusters: Was haben Sie von ihm gelernt?

Diane Keaton: Er hat mir beigebracht zu relaxen, loszulassen und mir nicht zu viele Sorgen zu machen. Als ich das erste Mal mit ihm zusammengearbeitet hatte, konnte ich sein Verhalten kaum begreifen, weil sonst immer alle ein grosse Show um das Schauspielern machten und er meinte nur: „Mach dir keine Sorgen, tu’s einfach!“.

Blogbusters: Was motiviert Sie, den Beruf als Schauspielerin auszuüben?

Diane Keaton: Ich glaube, das liegt einfach in meinem Blut. Ich wusste schon relativ früh, dass ich das einmal werden ,µ·wollte. Wissen Sie, ich empfinde mich selber nicht als „richtige“ Schauspielerin. Wenn ich an richtige Schauspieler denke, stelle ich mir Leute vor, die ganz in einer Rolle aufgehen und wirklich jemand anderes werden. Mich selbst empfinde ich eher als Filmdarsteller. Ich identifiziere mich mit der Rolle, überlege mir wie der Charakter handelt und fühlt, aber verwandle mich nicht in jemand anderes.

Blogbusters: Sie haben auch bei einigen Filmen Regie geführt. Wie war das?

Diane Keaton: Ich habe es gerne gemacht, aber ich bin nicht wirklich ein Genie darin.

Blogbusters: Sie haben aber sogar bei einer Folge von Twin Peaks Regie geführt.

Diane Keaton: Ja, das stimmt. Das hat unglaublich viel Spass gemacht. Ich ging da hin und David Lynch (Twin Peaks Schöpfer, Anm. der Red.) meint nur: „Mach was du willst.“ und ich war nur so: „Wirklich?“. Ich konnte es kaum glauben. Aber es hat Spass gemacht mit David Lynch zu arbeiten, er hat mir freie Hand gelassen, obwohl ich damals noch kaum Regie-Erfahrung hatte.

Blogbusters: Was werden Sie als nächstes machen?

Diane Keaton: Ich werde vielleicht mit Jessie Nelson an einem Film arbeiten (die Komödie The Most Wonderful Time, Anm. d. Red.), bei dem sie Regie führen wird. Sie ist bisher noch nicht so bekannt, aber hat den Film Ich bin Sam (I Am Sam, 2001) geschrieben. Ich habe mit ihr bereits für den Film Von Frau zu Frau (Because I Said So, 2007) zusammengearbeitet. Und vielleicht ergibt sich da noch ein Projekt in England, das hätte ich auch nie gedacht. Aber ich darf darüber noch nichts sagen.

Was Diane Keaton am Schluss vergessen hat zu erwähnen, ist, dass sie in der Findet Nemo Fortsetzung Findet Dory (2016) der (neuen) Filmfigur Jenny ihre Stimme leihen wird. Mit Ihrem ersten Engagement für einen Animationsfilm beweist Multitalent Keaton, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehört und auch im Alter von 68 Jahren immer noch gerne Neues ausprobiert.

Diane Keaton ist ab sofort neben Michael Douglas in der romantischen Komödie Das grenzt an Liebe (And So It Goes) zu sehen.

Schon gewusst? Diane Keaton Mini-Bio und Trivia

  • Diane Keaton spielte bereits in über 60 Filmen mit, ihre bekanntesten sind Der Pate I – II, sowie Der Stadtneurotiker (1977).
  • In letzter Zeit ist sie vor allem in romantischen Kömodien zu sehen, wie z.B Der Club der Teufelinnen (1996) oder The Big Wedding (2013).
  • Für ihre Rolle in Der Stadtneurotiker (1977) gewann sie 1978 den Oscar als beste Hauptdarstellerin, für andere Rollen war sie dreimal für einen Oscar nominiert.
  • Weiterhin gewann sie zweimal einen Golde Globe und einen BAFTA, neben verschiedenen anderen Awards und Nominationen.
  • Neben Das grenzt an Liebe (2014) hat sie bereits in sechs weiteren Filmen selbst gesungen, darunter auch in Der Stadtneurotiker (1977).
  • Ihre Schauspielkarriere hat sie in den USA auf dem Broadway begonnen und ihre erste Zusammenarbeit mit Woody Allen war das Stück Play It Again, Sam, das er später selbst verfilmte mit Diane Keaton in einer Hauptrolle.
  • Im Alter von 50 Jahren hat sie noch zwei Kinder adoptiert.

(Text und Titelbild: Blogbusters, Annie Hall Foto: MGM, Trailer: Senator Film / Paterson Entertainment)