Filmkritik zu WARM BODIES

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„Er war ein Untoter, doch dann kam sie!“ Eine Love Story zwischen Mensch und Zombie soll es also dieses Mal sein, basierend auf dem Roman von Isaac Marion. Ein Vergleich zu der TWILIGHT Serie liegt da natürlich nicht so weit weg.

Bis auf die Romanze als Grundlage ist WARM BODIES jedoch ziemlich anders. R (Nicholas Hoult) ist grundsätzlich ein Zombie wie jeder andere. Er verbringt seine Tage damit auf dem Flughafen herum zu schlurfen und mit seinen Zombiekollegen in der Stadt Menschenhirne aufzutreiben. Bei einem solchen Streifzug attackieren sie eines Tages eine Gruppe Jugendlicher. Darunter ist auch Julie (Teresa Palmer), von der R gleich bei der ersten Begegnung ins Herz getroffen wird. Mit einem Wurfmesser. Dummerweise hat R jedoch zuvor bereits das Hirn und die Erinnerungen von Julies Freund verspiesen und verschleppt Julie somit kurzerhand in seine „Unterkunft“. Dort bemerkte Julie, dass R anders ist als die restlichen Zombies und ihre Anwesenheit scheint diese Eigenschaft zu verstärken. Ausserdem stellt sich heraus, dass Rs positive Veränderung offenbar die anderen Zombies ansteckt. Allerdings ist da auch noch Julies Vater General Grigio (John Malkovich), der verständlicherweise gerne auf Zombieköpfe schiesst.

Filmszene: WARM BODIES (2013)

WARM BODIES versteht es das komödiantische Potential, das sich durch Rs „Zustand“ anbietet, zu nutzen. Nicholas Hoult gibt einen wunderbar verwirrt flirtenden Zombie ab. Dabei werden die klassischen Regeln des Zombieverhaltens zwar etwas aufgeweicht, aber mit einem Zombie der Schallplatten auflegen kann lässt es sich leben. Ebenso unterhaltsam ist Rs Zombiekollege M (Rob Corddry), mit dem er „tiefgehende“ Grunzgespräche führt. Aber auch Newcomerin Teresa Palmer verkörpert die starke Judie bestens und die Chemie mit Hoult stimmt.

Der Film zitiert frech das Love Story und Zombie Genre und mixt daraus etwas Frisches. Wobei in dem Film nicht übermassig Blut und Horror zu erwarten sind und die Story eher im simplen Rom-Com Rahmen bleibt.

WARM BODIES

Was hingegen wirklich optimierbar wäre sind die „Bonies“: Mal abgesehen von ihrem etwas einfallslosen Namen sind die lebende Knochengerippe, zu denen jeder Zombie irgendwann wird, wirklich nicht sonderlich toll animiert. Die Dinger wirken weder überzeugend noch wirklich grausam. Schade, denn da hätte WARM BODIES noch mehr Potential für einen stärkeren Genre-Mix gehabt.

Ein Leckerbissen ist der Einsatz von Musik. Nicht nur wegen der Musikauswahl selbst, sondern auch wegen der Art und Weise wie sie oft von Filmcharakteren selbst eingebracht wird und das Geschehen ironisch kommentiert.

Filmszene: WARM BODIES (2013)

WARM BODIES ist kein Zombie Film, aber eine originelle Rom-Com mit Zombies. Der Film bringt angenehm frische Ideen und findet eine gute Mischung aus Komödie, Love Story und Spannung.

Bewertung: 3,5