Filmkritik zu MEN IN BLACK 3

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Als MEN IN BLACK 1997 in die Kinos kam, strömte die ganze Welt in den Film. Es war der GHOSTBUSTERS der Neunzigerjahre. Der Film war nicht nur kommerziell erfolgreich, sondern kam auch bei den Kritikern gut an. Die Fortsetzung von 2002 enttäuschte auf der ganze Line. Finanziell gesehen, kam zwar immer noch viel Geld zusammen, aber immerhin 150 Mio. Dollar weniger als noch beim kultigen ersten Teil. Qualitativ war der Absacker sogar noch grösser. Und obwohl MEN IN BLACK 3 schon lange im voraus geplant war, liess man sich schliesslich ganze 10 Jahre Zeit, um die Trilogie abzuschliessen.

15 Jahre schon arbeitet Agent J (Will Smith) als Mann in schwarzem Anzug, ständig auf der Jagd nach dem Abschaum des Universums. Was ihn bei seinem Job am meisten fertig macht, sind nicht irgendwelche gesetzlose E.T.s, sondern sein eigener stoischer und äusserst wortkarger Partner K (Tommy Lee Jones), den er nach all den Jahren immer noch nicht durchschaut hat. Hinzu kommt, dass K scheinbar etwas vor ihm zu verbergen hat. Als plötzlich Ks Leben und das Schicksal des ganzen Planeten auf dem Spiel stehen, muss Agent J eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen, um alles wieder einzurenken. Dabei offenbaren sich J einige Geheimnissen des Universums, in die K ihn nie eingeweiht hat. Zusammen mit jungen Agenten K (Josh Brolin), kämpft er darum, das Leben seines Partners, die Agentur und die Zukunft der ganzen Menschheit vor dem meistgesuchten Bösewicht des Universums, Boris das Tier genannt, zu retten.

MEN IN BLACK 3 (Josh Brolin)

Die lange Absenz hat der Franchise gut getan. Der Kniff mit der Zeitreise – wird bei Science-Fiction oft und gerne eingesetzt – erweist sich dabei als Glücksgriff. Josh Brolin ist als junger K perfekt besetzt. Während Agent J während seines Aufenthalts in den Swinging Sixties zu ergründen versucht, wieso sein zukünftiger Partner so geworden ist, wie er eben ist, beobachten wir als Zuschauer jede Regung und Bewegung Brolins und vergleichen sie mit den typischen Tommy Lee Jones Mimiken. Was für ein Spass!

Die Beziehung zwischen den zwei gegensätzlichen Buddies, ist geprägt von einer Art Hassliebe. Trotz unablässigem Gezanke, sind sich die beiden Näher als man denkt. Diesbezüglich macht MEN IN BLACK 3 alles richtig. Eine gute Fortsetzung muss eine Geschichte konsequent weiter erzählen und dabei einerseits neue Aspekte der Geschichte oder seiner Hauptcharaktere beleuchten und tiefer in das “Universum” eines Films eintauchen und andererseits etwas neues, erfrischendes mit einbringen. Das alles wird einem geboten und dazu jede Menge Charme, den man ihm etwas lieblosen zweiten Teil irgenwie vermisste.

Szenenbild: MEN IN BLACK 3 (2012)

Mit Boris (Übernahme: Boris das Tier), meisterhaft gespielt von Jemaine Clement, hat man einen Bösewicht geschaffen, wie ihn das Kino schon lange nicht mehr hatte. Absolut schräg und trotzdem Scary. Yeah, Baby! Die Aliens aus Rick Bakers Maskenfabrik sind absolute Klasse (der Meister himself ist im Film übrigens auch als Alien zu sehen). Es ist immer wieder unglaublich, was den Kreativen immer wieder Neues einfällt. Was für ein Spass!

MEN IN BLACK 3 bringt zum ersten mal auch echte Gefühle in die Franchise, was ebenfalls sehr erfrischen wirkt. Gut möglich, dass die eine oder andere Frau im Publikum (ooookaaaay, könnte unter Umständen auch einem Mann passieren) während des Films sogar zum Taschentuch greifen muss.

Szenenbild: MEN IN BLACK 3 (2012)

Wer also von MEN IN BLACK 2 (zu Recht) enttäuscht war und nun bezüglich der neusten Auflage skeptisch ist, dem sei versichert, der Kinobesuch lohnt sich auf jeden Fall. MEN IN BLACK 3 weiss perfekt zu unterhalten und ist ein kurzweiliges Spektakel, voller skurriler Einfälle und gewitzter Dialogen. Ich erkläre die MEN IN BLACK Franchise hiermit zu 100% rehabilitiert. Was für ein Spass!