Filmkritik zu Marvel’s THE AVENGERS

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Als ein unerwarteter Feind den Weltfrieden und die globale Sicherheit bedroht, sieht sich die  internationalen Friedensorganisation S.H.I.E.L.D., gezwungen, das eine Team zusammenzustellen, das die Welt vor dem Absturz in die Katastrophe bewahrt. Eine den Erdball umfassende, nie dagewesene Rekrutierungsaktion beginnt!

Basierend auf der legendären Comic-Serie The Avengers (Die Rächer), die 1963 zum ersten Mal erschien, schliessen sich in MARVEL’S THE AVENGERS die Stars des Marvel-Universums zu bildgewaltiger, actiongeladener und zugleich extrem schlagfertiger Blockbuster-Unterhaltung zusammen. Unter der Regie von Joss Whedon (Erfinder und Regisseur der Serie BUFFY), der auch das Drehbuch verfasste, werden sie im Frühjahr 2012 endlich gemeinsam mit geballter Power die grosse Leinwand erobern: Robert Downey Jr. alias Iron Man, Chris Hemsworth alias Thor, Scarlett Johansson alias Black Widow, Mark Ruffalo alias Hulk, Chris Evans alias Captain America, Jeremy Renner alias Hawkeye, Tom Hiddleston alias Loki, Samuel L. Jackson alias Nick Fury und Stellan Skarsgård in der Rolle des Professor Erik Selvig.

Als eingefleischter Comicfan war THE AVENGERS, einer der für mich meist erwarteten Filme des Jahres 2012. Wobei ich anmerken muss, dass ich meine Erwartungen an die Umsetzung der Helden rund um Nick Fury eher gering hielt. Weshalb? Naja, da spielen einige Faktoren mit. Abgesehen von den beiden IRON MAN Verfilmungen, haben mich die bis anhin erschienen Filmumsetzungen rund um die Rächer nicht vom Hocker gerissen. THOR ist Kostüm- und Kulissentechnisch miserabel. Die Filmumsetzung des unglaublichen HULK hat zwar gute Ansätze, einen solide aufspielenden Edward Norton, wurde jedoch nach gut 45 Minuten Spielzeit, durch die misslungenen Spezialeffekte sowie schlechte Story, komplett ruiniert. CAPTAIN AMERICA‘s Solo Auftritt war soweit ganz akzeptabel, aber trotzdem nicht auf dem Niveau von BATMAN BEGINS oder THE DARK KNIGHT.

Weiter war meine Erwartungshaltung gegenüber THE AVENGERS gering, weil Loki, für mich persönlich,  ein Charakter ist,  zu welchem ich nie gross Bezug hatte. Klar, er ist dafür verantwortlich, dass die Avengers überhaupt ein Ensemble bilden und ist ein mächtiger Gegenspieler, jedoch nicht mächtig genug um alleine gegen 6 Helden zu bestehen. Ich nahm also die News rund um den Bösewicht der Rächer eher kritisch auf.

Der letzte (indirekte) Faktor ist das Erscheinen der diesjährigen Comicverfilmungen THE DARK KNIGHT RISES und THE AMAZING SPIDER-MAN, in welche ich immense Erwartungen setze. Trotz alldem hab ich mich über die Einladung an die Pressevisionierung von THE AVENGERS super gefreut und gehofft, dass meine Bedenken durch den “Hulk Smash” vernichtet werden.

Filmkritik

Bereits nach dem Intro war mir klar, dass meine Bedenken rund um den Bösewicht zerschmettert werden. Loki wurde in THE AVENGERS wohl einer Komplettrenovation unterzogen. War er in THOR noch ein Feigling, ist er nun ein Superschurke ohne Gewissen. Um sein Ziel zu erreichen, ist Loki noch so jede skrupellose Art willkommen. Er spielt seine Spielchen, hintergeht, tötet und nutzt seine Macht auf brutalste Weise gegen die Helden sowie die Bewohner von Manhattan und Stuttgart. Das Loki nicht alleine einen solchen Angriff auf die Beine stellt, wurde auch von Joss Whedon erkannt und man lässt einen zweiten Bösewicht die Fäden ziehen. Ich werde an dieser Stelle lediglich verraten, dass man sich den Abspann ansehen soll, um das Geheimnis zu lüften.

Chris Hemsworth als Thor, Chris Evans als Captain America sowie Robert Downey Jr. als Iron-Man, sind wie gewohnt mit ihrem Charakter verschmolzen und setzen ihre Rolle dort fort wo sie in ihren Solo Verfilmungen aufgehört haben. Die übrigen Drei mussten sich also noch bewähren. Beginnen wir mit Jeremy Renner als Hawkeye; ganz ok, aber er schafft es nicht dem Charakter genug Leben einzuhauchen um Ihn zu akzeptieren. Desweitern stört es mich, dass die Kostümverantwortlichen bei Hawkeye die Maske weggelassen haben. Fahren wir fort mit Scarlett Johansson als Black Widow; Bravo! Sie überrascht positiv und durchspielt jegliche Gefühlswelt von Natalia Romanoff. Zwar wäre ihr Charakter zu schwach für ein Solo-Abenteuer, doch passt sie perfekt ins Team der Rächer. Als letzter Neuankömmling wäre da Mark Ruffalo als Bruce Banner; Hervorragend! So genial wie der unglaubliche Hulk in THE AVENGERS daherkommt, genau so passend spielt Mark Ruffalo den gutherzigen Bruce Banner. Müsste ich zwei dieser sechs Charaktere als “Driver” bestimmen, dann fällt meine Auswahl diskussionslos auf den Hulk und Iron-Man. Diese beiden Figuren wurden von den Machern zu jeder Zeit genial in Szene gesetzt und prägen den Film signifikant. Nie hätte ich mir denken können (jedoch gehofft), dass der Hulk in diesem Film geboren wird. Es wurde mal Zeit, dass dem grossen grünen Monster die Intelligenz des Comics gegeben wurde.

Nach einer gelungenen Einführung, in welcher jeder der sechs Superhelden kurz vorgestellt wurde, folgt ein eher erzwungenes Zusammenfinden. Der Knatsch unter Superhelden wäre nicht dringend nötig gewesen bzw. wirkt sehr aufgesetzt. Einzig die Auseinandersetzung von Thor und Hulk war so richtig amüsant. Das Highlight des Film ist jedoch das grosse Finale! Wie sich hier die sechs Superhelden ergänzen ist hervorragend. Die packenden Spezialeffekte vom Hulk Smash bis hin zur Fusion-Attacke (gemeinsamer Superkraft Angriff) von Cap und Iron-Man lassen das Herz eines Filmliebhabers höher schlagen.

Filmtechnisch wird das Auge des Zuschauers in THE AVENGERS zu jeder Zeit verwöhnt. Genial ineinader spielende Szenenwechsel sowie die qualitativ hochwertigen Spezialeffekte, zeichnen das neuste Marvel Werk aus. Des weiteren passt die musikalische Untermahlung stets und findet die Balance zwischen Ruhe und Suspense.

Fazit

THE AVENGERS bietet Unterhaltungskino vom Feinsten, bei welchem nicht bloss Comicfans auf ihre Kosten kommen. Auch wenn mich die Rächer nicht über die gesamte Spielzeit von 142 Minuten überzeugen konnten, hat uns Joss Whedon hier eine comicgetreue Filmumsetzung mit viel Witz und grandiosem Finale präsentiert. Die Messlatte für THE DARK KNIGHT RISES und THE AMAZING SPIDER-MAN wurde gesetzt. Mal sehen welcher dieser drei Werke sich den 1. Platz krallt.

[box_light]Bewertung: 4,0[/box_light]

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