DVD-Review: Nichts als die Wahrheit (Sehenswert)

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Kate Beckinsale und Matt Dillon

Auf den Amerikanischen Präsidenten wird ein Attentat verübt, welches er überlebt. Anschliessend lässt er Venezuela attackieren, um Rache zu üben. Rachel Armstrong – die von der hübschen Kate Beckinsale gespielt wird – ist Journalistin und Mutter. Von einem Informanten erfährt Rachel, dass die Mutter einer Klassenkameradin ihres Sohnes eine CIA-Agentin ist Die Agentin hat den Fall Venezuela untersucht und festgestellt, dass Venezuela gar nichts mit dem Attentat auf den Präsidenten zu tun hat – nur hat es den Präsidenten gar nicht interessiert.

Die Story schafft es sogar unmittelbar aufs Titelblatt der Capitol Sun-Times, worauf der ganze Schlamassel beginnt. Der Staatsanwalt Dubios – gespielt von Matt Dillon – wird eingeschaltet und sein einziges Ziel ist, den Informanten zu entlarven. Dabei stellt sich heraus, dass Rachel eine wirklich sture Ziege ist. Daraufhin gibt es haufenweise Szenen vor Gericht, denn man versucht mittels Untersuchungshaft Rachel dazu zu bringen, dass sie den Informanten verrät. Aber die jünglich wirkende Rachel ist nicht so leicht zu knacken.

Der Film ist interessant aufgebaut und man versucht die ganze Zeit mitzurätseln, wer der Informant sein könnte, was bis zum Schluss nicht verraten wird. Ich würde den Film schon fast als kleine Perle bezeichnen, jedoch hat mich die beklemmende Schauspielleistung von Kate Beckinsale etwas gestört, wobei ich vermute, dass das irgendwie zu ihrer Rolle gehörte. Matt Dillon verkörpert perfekt der ekligen Staatsanwalt, der hervorragend zu seiner Person passt. Alles in allem ist es aber ein guter Film, der zwar nicht vom Hocker haut, aber Polit-Thriller-Fans anspricht, die der Meinung sind, dass die US-Regierung viel zu viel mach hat.

Ich möchte euch nun warnen weiterzulesen, denn durch die folgende Informationen nehme ich euch die Raterei während des Films ab ;) SPOILER!

Wie das so üblich ist, lernt man in Filmen die Verdächtigen, Schuldigen, Mörder und so weiter, kennen. Auch hier. Die CIA-Agentin und ihr Ehemann erscheinen leider zu offensichtlich, so dass man weitersucht. Etwa der Ehemann von Rachel – der übrigens von Friends-Start David Schwimmer gespielt wird? Nein, er löst selber auf, dass er keine Ahnung hat… oder doch? Die Chefin bei der Zeitung? Nein, auch die nicht. Sie bestreitet es zu wissen… oder lügt sie? Der Anwalt der Zeitung? Oder dessen vermeintlicher Mentor – der vom Mash-Start Alan Burnside gespielt wird? Nein, beide machen keinerlei Anzeichen dazu.

Nach knapp einem Jahr Gefängnis und nach der Vorladung beim obersten Gerichtshof wird sie freigelassen – für gefühlte 5 Sekunden. Kaum ist sie draussen, kommt der nette Staatsanwalt wieder und schmeisst sie für irgendwas anderes hinter Gitter. War es Dubios? Ausgeschlossen! Er würde sich nur selbst Schaden.

Der Psychokrieg hilft auf jeden Fall, Rachel wird weich und verrät den Informanten, der mittlerweile jedem klar sein sollte. Das Kind der CIA-Agentin! Die Tochter, die zusammen mit dem Sohn von Rachel zur Schule geht, hat Rachel –  die übrigens als Lehrerhilfe tätig ist – verraten, dass ihre Mutter für Regierungszwecke in Venezuela war. Die arme kleine hat den Stein also ins Rollen gebracht. Da stellt man sich aber die Frage, ob Rachel wirklich so ein riesen Statement abgeben will, dass sie ihre Ehe in die Brüche gehen lassen will und auch die Beziehung zu ihrem Sohn so belasten will. Denn nach dem Tot der CIA-Agentin – die von irgendeinem Durchgeknallten erschossen wird – gibt es eigentlich keinen Grund den Informanten geheim zu halten. Aber eben, Rachel ist eine sture Ziege :-)