Product Placement Awards 2014: Die Gewinner heissen Anchorman 2 und Pain & Gain

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Am 13. April, wenn die MTV Movie Awards über die Bühne gehen, ist offiziell auch die Award Season beendet und wir können endlich mit Filmjahr 2013 ein für alle mal abschliessen. Doch bevor es soweit ist, werfen wir noch einen Blick auf einen Nischen-Verleihung, die mir persönlich besonders am Herzen liegt: Die Product Placement Awards 2014.

Man könnte meinen, dass die Product Placement Awards 2014 direkt in der Oscar-Verleihung stattgefunden hätte. Ellen DeGeneres Super-Selfie und Fotos der Pizza-Lieferung an die Stars gingen um die Welt. Dabei bemüht sich eigentlich das Branding-Magazin brandchannel alljährlich mit seinen Brandcameo Product Placement Awards, die gelungensten und rentabelsten Product Placements in Filmen zu küren. Es ist die wohl einzige Preisverleihung, in der Filme wie Die Schlümpfe 2 und Philomena als gleichberechtigte Sieger dastehen.

Nachfolgend eine Auswahl der Gewinner mit kurzer Beschreibung zum jeweiligen Award, da diese nicht selbsterklärend sind:

Overall Product Placement

Budweiser

Egal ob in The Butler, Don Jon oder sogar Star Trek Into Darkness: Budweiser war letztes Jahr omnipräsent in Hollywood. Der König der US-Biere ist auch der King König des Product Placements in Filmen. Es erschien in 9 von 39 Filmen, die 2013 an der Spitze der US Box Office thronten. Das sind 23% aller Nr. 1 Fime! Damit liess Budweiser sogar Schwergewicht Apple hinter sich.

Achievement in Product Placement in a Single Film

Pain and Gain

Bei diesem Award wird derjenige Film gekürt, der am meisten Product Placements bei sich unterbringen kann. Wenig erstaunlich, dass die Michael Bay Produktion Pain & Gain mit sage und schreibe 39 verschiedenen Brands, mehr als jeder andere Film in jenem Jahr, die Nase vorne hatte. Absoluter rekordhalter ist jedoch Sex and the City, der 1994 sagenhafte 94 Brands durch den Film schleuste.

Worst Product Placement

The Secret Life of Walter Mitty und Papa John’s

Der unehrenhafte Titel für das Schlechteste Product Placement ging an The Secret Life of Walter Mitty, der das Life Magazine von Time Inc. ins Zentrum seiner Geschichte und somit prominent ins rechte Licht rückte. Stein des Anstosstes war aber etwas ganz anderes: In einer Szene findet Mitty (Ben Stiller) mitten in der Pampa Neuseelands eine Filiale des US-Pizzaladens Papa John’s, bei dem Mitty als Teenager gearbeitet hat. Als ob!

The Secret Life of Walter Mitty (Film)

Product Placement Achievement in an Oscar-Nominated Film

Philomena und Guinness

Eine besondere Leistung ist offenbar, sein Produkt in einen Film zu bringen, der später für einen Oscar nominiert wird. Genau dies ist der irischen Biersorte Guiness mit seinem Product Placement in Philomena gelungen. Dabei wird es nicht nur prominent in Szene gesetzt, sondern schafft es auch Teil der Filmhandlung zu werden.

Best Role in a Supporting Product Placement

The Internship und Google

Hollywood wird immer dreister, wenn es darum geht Product Placement in seine Filme einzubetten. Wer braucht schon 39 und mehr Product Placement Partner, wenn er einen einzigen – sehr lukrativen – haben kann? Genau das dachten sich gleich mehrere Filme, die 2013 rauskamen. The Secret Life of Walter Mitty bettete seine Geschichte ins Verlagshaus des Time Magazine ein, während Gravity der NASA den dringend benötigten Popularitäts-Schub verpasste. Das alles war jedoch nichts gegen die Komödie Prakti.com (The Internship), in der Vince Vaughn und Owen Wilson ein Praktikum bei Google absolvieren und ein riesiges Loblied auf den besten Arbeitgeber der Welt anstimmen.

Best Off-Screen Supporting Product

Anchorman 2 und Dodge Durango

Dieser Preis wird dafür verliehen, dass ein Produkt ausserhalb des eigentlichen Filmes mithilfe des Filmnamens und/oder seiner (bekannten) Charaktere beworben wird. Klarer Gewinner war hier Dodge Durango, der diverse Spots mit Anchorman 2 Star Ron Burgundy (Will Ferrell) rausbrachte (wir haben berichtet). Die Partnerschaft zwischen Anchorman 2 und Dodge erwies sich als äusserst lukrativ. Die Verkäufe des Durango schossen letzten Herbst um knapp 40% in die Höhe.

Product Placement Impact

Die Eiskönigin (Frozen) und Norwegen

Arendelle ist zwar fiktiv, aber seine prachtvollen winterlichen Landschaften basieren auf dem durchwegs realen Norwegs. Das wird von Norwegens Tourismusbehörde natürlich ausgeschlachtet und blieb offenbar auch nicht unbemerkt, denn das Interesse an Norwegens Tourismus ist bereits gestiegen. Ein Effekt, den wir bereits bestens von Neuseeland im Zusammenhang mit Der Herr der Ringe kennen.

Visual Effects in Product Placement

Rush

Selbst bei den Product Placement Awards darf eine Special Effects (respektive Visual Effects) Kategorie nicht fehlen. Diese hat in der Film- und TV-Branche durchaus ihren Einsatzbereich (wir haben berichtet). Bei Ron Howards Rush musste man ganz besonders ins Detail gehen. Wie in vielen anderen Ländern auch, gelten in den USA relativ starke Restriktionen für Tabakwerbung in Filmen. Während man also die Marlboro-Werbung im Film auf Overalls, Formel-1 Boliden aus Gründen der historischen Authentizität problemlos darstellen durfte, musste das Marlboro Logo von den Filmplakaten hingegen verschwinden.

rush-marlboro-product-placement-awards-2014

The Forrest Gump Award for Achievement in Reverse Product Placement

Anchorman 2 und The Rigid Ghost Kondome

Schon mal etwas von “Reverse Product Placement” gehört? Dieser Awards wurde nach Forrest Gump benannt, weil der es schaffte, einen erfundenen Film-Brand in einen echten Brand zu verwandeln, den man danach in der realen Welt kaufen kann: Die Bubba Gump Shrimp Co.

Der diesjährige Gewinner, Anchorman 2, schaffte es tatsächlich, seine ultra-verrückten Kondome aus dem Film direkt in die guten Stuben zu bringen. The Rigid Ghost und The Hooded Guest kann sich als Brian Fantana’s Condom Collection via Internet nach Hause liefern lassen, während The Gentle Mongoose und Lou Dobin’s Good Time Weiner Pouch noch nicht erhältlich sind.

Unwanted Product Placement

Anchorman 2 und BP

Ist Product Placement wirklich immer von den Unternehmen gewollt und bezahlt? Diese Frage beantwortet dieser Award mit einem klaren nein. Wenn Will Ferrells Filmfigur Ron Burgundy im Rahmen der Handlung vom angesagten Nachrichtensprecher zum versoffenen Ansager in San Diegos SeaWorld verkommt, lallt dieser “BP Oil, nature’s best friend” ins Mikrofon. Damit pinkelten die Anchorman-Macher BP direkt ans Bein und erinnerten das Publikum damit auch gleichzeitig an einen Vorfall, dem der Ölgigant mit seiner PR-Maschinerie schon seit längerem zu entfliehen versucht.

Product Placement Production

Die Schlümpfe 2 (Smurfs 2)

Die Schlümpfe 2 spielte mit rund 71 Mio. Dollar bloss noch die Hälfte seines Vorgängers ein, und das bei 105 Mio. Dollar Produktionskosten. Ein Flop sagt ihr? Keineswegs. Mal abgesehen von den erdrückenden 276 Mio. Dollar, die der Film von ausserhalb der USA reinholte, waren die Produktionskosten schon vor dem ersten Tag in den Kinos bereits gedeckt. Schlappe 150 Mio. Dollar strichen die tüchtigen blauen Kerlchen bereits im Vorfeld dank Product Placement mit seinen internationalen Partnern (McDonald’s, Walmart, Ferrero Rocher etc.) ein und sorgten dafür schon vor dem Kinostart für ein prall gefülltes Portemonnaie.

Quelle: brandhcannel