10 der denkwürdigsten Ereignisse in der Geschichte der Oscarverleihungen

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Wenn am kommenden Sonntag die diesjährige Oscar-Zeremonie über die Bühne geht, kann es durchaus geschehen, dass ein besonderer Moment in die Oscar-Geschichte eingehen wird. Blogbusters hat 10 solcher Momente für euch zusammengestellt.

Wir alle werden uns – wie jedes Jahr – die Oscar-Verleihung anzuschauen und wir alle werden sie – wie jedes Jahr – niedermachen. Denn was wir alle wirklich wollen, sind die ganz spektakulären Momente, die uns zum staunen, zum lachen, zum weinen oder zum „WTF“ schreien bringen.

Nachfolgend zehn Momente aus der jüngeren Geschichte der Oscarverleihungen, die genau solche Emotionen in uns geweckt haben.

Oscars 1973: Marlon Brando verweigert die Annahme des Oscars für seine Rolle in Der Pate

Eigentlich hätte Marlon Brando seinen zweiten Karriere-Oscar abholen kommen sollen, den er sich dieses mal für seine Glanzrolle als Don Vito Corleone in Der Pate (1972) wahrlich verdient hatte. Brando tauchte jedoch gar nicht erst bei der Verleihung auf. Stattdessen schickte er eine Frau namens Sacheen Littlefeather a.k.a. Maria Cruz, eine amerikanische Ureinwohnerin und Schauspielerin. Damit wollte Brando die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Unrecht leiten, dass „Indianer“ und andere ethnische Minderheiten in Hollywood erfahren hatten, in dem sie jahrzehntelang, meist von weissen dargestellt und in diskriminierender Weise, auf gewisse Stereotypen reduziert wurden. Diese Entscheidung kam nicht überall gut an, was die nervöse Stimmung im Publikum, das teils mit Buhrufen, teils mit Applaus auf Littlefeathers Rede reagierten. Brando wurde danach zwar noch zweimal für einen Oscar nominiert, sollte diesen aber nie wieder gewinnen können.

Oscars 1992: Billy Crystals Hannibal Lecter Sketch

Billy Crystal gilt weithin als einer der besten Oscar-Präsentatoren, die jemals diesen moderieren duften. Das lag einerseits daran, dass Crystal ein wahres Multitalent – er kann Moderieren, er kann Comedy, er kann Singen, er kann Tanzen –  ist und andererseits daran, dass er sein Publikum immer wieder mit genialen Sketches (seine Intro-Mashups sind legendär) begeisterte. 1992 liess er sich für einen kurzen Sketch als Hannibal Lecter aus Das Schweigen der Lämmer (1991) auf die Bühne karren. Ganz grosses Kino!

Oscars 1998: Robin Williams bewegte Dankesrede für Good Will Hunting

Zwischen 1988 und 1992 war Robin Williams ganze dreimal für einen Oscar in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ nominiert, doch erst 1998 sollte der begnadete und mittlerweile tragisch verstorbene Comedian die begehrte Trophäe einheimsen können, als „Bester Nebendarsteller“ im Drama Good Will Hunting. Ein sichtlich gerührter Williams, der zuvor schon mit Dutzenden von anderen Awards überhäuft wurde, konnte seine Freude über den Gewinn der prestigeträchtigsten aller Entertainment-Auszeichnungen nicht verbergen.

Oscars 1999: Roberto Benignis spektakuläre Reaktion auf den Oscargewinn für La vita è bella

Wie temperamentvoll Italiener sein können, ist wohl allen klar. Trotzdem verblüffte der italienische Komiker und Dramatiker Roberto Benigni sowohl die bei den Oscars anwesenden Gäste als auch das weltweite Publikum vor den Fernsehern. Mit der Verkündung seines Namens als Oscargewinner für den „Besten ausländischen Film“, brachen bei ihm alle Dämme. Wie Benigni auf seinen Sessel stieg und sich so über die verschiedenen Sitzreihe nach vorne balancierte, um eine bewegende Rede zu halten, ist pure Kinomagie!

Oscars 2003: Adrien Brodys unglaublicher Auftritt bei der Verleihung seines Oscars für The Pianist

Nicht jeder reagiert auf die selbe Art und Weise auf den Gewinn eines Oscars. Während die meisten, überwältigt von ihren Gefühlen, komplett ihre Coolness verlieren oder andere – wie Roberto Begnini – ihren Emotionen freien lauf lassen, gibt es die Eiskalten, die locker auf die Bühne springen, sich die (heisse) Laudatorin schnappen und diese vor den Augen der ganzen Welt abknutschen. Was uns alle den Kiefer runter hängen liess, sorgte beim vermeintlichen „Opfer“ – Halle Berry – womöglich noch für einen Knatsch mit ihrem damaligen Ehemann Eric Benét, von dem sie sich zwei Jahre später wegen notorischen Fremdgehens scheiden liess.

Oscars 2006: Die Kontroverse um den Oscar für den Besten Film für Crash anstatt Brokeback Mountain

Wer sich den nachfolgenden Clip von der Verleihung des Oscars in der Kategorie „Bester Film“ an Regisseur Paul Haggis für seinen Film Crash ansieht, dem entgeht bei all dem gezeigten Jubel und den Freudenszenen, was für eine Kontroverse diese Auszeichnung nach sich zog. Viele entsetzte Stimmen wurden laut, welche die Academy (so wird die Jury genannt) der Homophobie bezichtigten und statt Crash Ang Lees Brokeback Mountain als wahren Gewinner sahen.

Oscars 2009: Heath Ledger gewinnt posthum den Oscar für The Dark Knight

Zwar durfte Brokeback Mountain 2006 letztlich noch drei Oscars mit nach Hause nehmen, doch die drei nominierten Darsteller – darunter auch Heath Ledger – gingen komplett leer aus. In gewissen Kreisen wird gemunkelt, dass Heath Ledgers Oscar, dem ihm ein Jahr nach seinem Tod für die Rolle des Jokers in Christopher Nolans The Dark Knight verliehen wurde, eine Art Wiedergutmachung für Ledger hätte sein sollen. Ich halte nicht all zu viel von dieser Theorie, weil Ledger in dieser Rolle schlicht die Performance seines viel zu kurzen Lebens abgeliefert hatte. Die bewegende Zeremonie an der Oscar-Verleihung 2009, an der Ledgers Eltern und Schwester den Preis entgegennahmen, ist ein wahrer emotionaler Höhepunkt der Oscar-Geschichte.

Oscars 2010: Jeff Bridges groovige Dankesrede bei seinem Oscargewinn für Crazy Heart

Jeff Bridges wohl kultigste Rolle ist diejenige des stets bekifften Dude in The Big Lebowski (1998). Seinen bislang einzigen Oscar (insgesamt war er zwischen 1972 und heute sechsmal nominiert) sollte Bridges jedoch für seine Rolle als Countrysänger in Crazy Heart (2009) bekommen. Das viel mehr von dem „Dude“ in der Persönlichkeit von Jeff Bridges steckt als manch einem bewusst ist, bewies er mit seiner sehr coolen Dankesrede bei der Zeremonie.

Oscars 2013: Jack Nicholson crasht Jennifer Lawrence Interview nach ihrem Oscargewinn für Silver Linings Playbook

Niemand ist cooler als Jennifer Lawrence. Die heute erst 24-jährige Schauspielerin kann mittlerweile schon auf stolze drei Oscar-Nominierungen zurückblicken, wovon sie 2013 einen für ihren Part in Silver Linings Playbook (2012) einheimsen konnte. Das die junge Ak­t­ri­ce trotz dem Riesenwirbel, den um sie gemacht wird so sehr auf dem Boden geblieben ist, erstaunt umso mehr, als das selbst gestandene Hollywood-Legenden wie Jack Nicholson ihr ehrfürchtig Tribut zollen. Wie menschlich und zugleich urkomisch und keck auf einen Interview-Crash Nicholsons reagiert, zeigt der nachfolgende Clip zum immer wieder schauen. Herrlich!

Oscars 2014: John Travolta nennt Idina Menzel versehentlich Adele Dazim

Der sonst so souverän wirkende und pure Coolness ausstrahlende John Travolta zog bei den Oscars 2013 nicht gerade seinen besten Tag ein. Als Idina Menzel den Hit „Let It Go“ aus Walt Disneys Mega-Blockbuster Die Eiskönigin (Frozen) performte, war es Travolta, der sie zuvor ansagen sollte. Was zuerst wie ein Kinderspiel für Travolta aussah, sollte eines der grössten Faux-pas der Oscar-Geschichte werden, über den die ganze Welt lachte. Anstatt die Sängerin mit ihrem Namen Idina Menzel zu begrüssen, kündigte er sie als „… die wahnsinnig talentierte, einzig wahre Adele Dazim“ an. Ein echter Brüller.

Oscars 2017: La La Land gewinnt den Oscar für den Besten Film NICHT

Ausgerechnet bei der Verleihung des wichtigsten Oscars für den Besten Film passierte eine riesige Panne. Das romantische Hollywood-Musical La La Land wurde zunächst als Gewinner verkündet. Als das Filmteam auf die Bühne kam, um den begehrten Preis in Empfang zu nehmen, stellte sich in einer irrwitzigen Wendung heraus, dass eine Verwechslung vorlag. Der tatsächliche Gewinner war das LGBT+ Drama Moonlight. Die Präsentatoren, Faye Dunaway und Warren Beatty (die beiden standen 1967 als legendäres Gangsterpärchen Bonnie und Clyde gemeinsam vor der Kamera) bekamen den falschen Umschlag in die Hände gedrückt. Statt dem Zettel für den Besten Film, erhielt er jenen für die Beste Darstellerin und da stand “ La La Land – Emma Stone“. Sichtlich irritiert zeigte Beatty den Zettel seiner Präsentations-Partnerin Fay Dunaway, die dann – ohne etwas zu merken – La La Land als Gewinner verkündete.